Knisternder Funkenflug, Erotik und die ganz große Lust aufeinander. Ist das erotische Intelligenz?

Nein, so etwas erleben die meisten Paare nur am Anfang ihrer Beziehung. Danach zieht bei vielen zunächst unbemerkt Gewöhnung und Langeweile ein. Mit erotischer Intelligenz muss das auch nach vielen Jahren Beziehung nicht so sein, meint Esther Perel in ihrem Buch „Wild Life. Die Rückkehr der Erotik in die Liebe“. Aber was steckt hinter dem Begriff und den Behauptungen?

Alles auf Anfang

In den aufregenden Wochen und Monaten, in denen Chemie, Verliebtheit und der Reiz des Neuen ganz natürlich Lust aufeinander machen, bleibt immer wieder Zeit für den Partner. Fünf Jahre später haben sich tausend „wichtigere“ Sachen eingeschlichen. Und das Bett wird selten für etwas anderes als dringend benötigten Schlaf und das Wälzen von Problemen genutzt. Dabei könnte die sexuelle Seite der Beziehung so sehr von den anfänglichen Ritualen profitieren.

Also: Immer mal wieder raus aus dem Trott und die Lust an erste Stelle setzen, ganz wie am Anfang.

Geplant spontan sein

Geplanter Sex ist schlechter Sex, wird immer behauptet. Ich sehe das nicht so. Natürlich benötigt Sexualität und Erotik freien Raum. Aber mal Hand aufs Herz, wann hattest du zum letzten Mal genug Zeit, Freiraum und Lust, um völlig spontan zu sein? Zumeist passiert das nur im Urlaub, fernab von Alltagsstress und -sorgen. Während einer geplanten Auszeit also.

Genau dieser Freiraum kann und sollte aber auch zuhause geplant werden

Dazu reicht es schon, einen Abend zu reservieren, an dem zum Essen im schicken Restaurant geladen wird. Oder im sexy Outfit in Club oder Bar. Wird das gemeinsame Bett danach noch gegen ein Hotelzimmer getauscht, taucht das alte Prickeln oft ganz automatisch wieder auf.

Hier darf es zum Anfang auch ruhig mal etwas traditionell zugehen. Beispielsweise in dem die Orte der ersten Dates besucht werden.

Tipp: Mach daraus ein Ritual!
Das mag merkwürdig klingen, wird sich in den meisten Fällen jedoch als erotisch intelligent erweisen. Denn steht an jedem oder jedem dritten Freitag eine gemeinsame Auszeit mit wechselnden Zielen auf dem Plan, wird das bald zum festen Bestandteil auf den sich beide freuen können.

Das Kopfkino nutzen

Was am Anfang von allein geschieht, braucht ein paar Jahre später vielleicht ein wenig Hilfe. Erinnere dich zurück an die erotischsten Momente, das Kribbeln, die prickelndsten Berührungen – am besten schon einige Zeit bevor der Partner durch die Tür kommt.

Wer hin und wieder die Best-of-Momente der zweisamen Stunden zum Mittelpunkt der Gedanken macht oder sich Fantasien mit dem Partner ausmalt, bringt sich selbst in Stimmung – genau wie am Anfang.

Alternativ können hierzu auch die Klassiker, also Musik, Kerzen und verführerische Outfits, eingesetzt werden. Nur sollte dann niemand enttäuscht sein, wenn der oder die Liebste nach einem anstrengenden Tag – trotz aller Mühe – keine Lust hat. Ansonsten könnte das Kopfkino zum Beziehungsgift werden.

Ein bisschen unsicher, ein bisschen geheimnisvoll

Alles gemeinsam zu unternehmen, nie für mehr als fünf Minuten getrennt – das klingt so schön. Am Anfang. Langfristig ist es aber das Geheimnis für Langeweile. Denn was gibt es schon zu erzählen und zu teilen, was zu vermissen, wenn alles immerzu gleichzeitig erlebt wird?

Besser ist es, auch mal alleine loszuziehen. Eigene Freundschaften, eigene Hobbys zu pflegen, allein zu Kurztrips aufzubrechen und kleine Geheimnisse zu pflegen. Das trägt auch dazu bei, sich der Beziehung nie allzu sicher zu sein.

Für viele ist gerade die Sicherheit das angestrebte Ziel in einer Beziehung. Wer sich aber zu sicher ist oder in falscher Sicherheit wiegt, neigt dazu sich gehen zu lassen und damit auch die erotische Spannung.

Erotische Intelligenz: Den Partner immer wieder erobern

Das kann beängstigend sein. Jedoch auch sehr anregend. Und vergiss nie, dass weder Erotik noch Sex die Beziehung sind. Wenn also ansonsten auf der Paarebene alles stimmt, sollte fehlendes Knistern nicht als Beziehungsgefahr wahrgenommen werden, sondern als Herausforderung.

Lies mehr dazu in meinem neuen Buch, das am 15. Mai 2017 erscheinen wird und hier vorbestellbar ist:  „Erotische Intelligenz:  Hochsensibel lieben und sinnlich leben“(Klick auf den Link).

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Sig

 

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