Es gibt einige einfache und dabei sehr wirksame Tipps für die souveräne Überwindung von Mikroverletzungen und Kränkungen, die wir dir hier gerne vorstellen möchten. Mit diesen Tipps kannst du Kränkungen souverän überwinden und nach und nach mehr solide Resilienz aufbauen.

Lass dir Zeit!

Nach einer Mikroverletzung lass dir Zeit für eine Klärung und vertage ein Gespräch so lange, bis du nicht mehr zutiefst betroffen bist. Bevor ein verletzender Vorfall geklärt werden kann, ist es besser, die Dinge etwas sacken zu lassen. Denn oft entwickelst du einen sogenannten “Tunnelblick” im Affekt und siehst nur noch alles Schmerzhafte. Nach einer gewissen Zeit und mit Abstand vom Ereignis fällt es leichter, wieder klare Gedanken zu fassen und ein klärendes Gespräch gestaltet sich dann meist sachlicher.

Erkenne die Spiegelung!

Zudem solltest du auch verstehen, dass das was du von anderen verlangst, du selbst auch geben sollst. Das heißt, wenn du rücksichtsvoll und mit viel Empathie auf deine Gesprächspartner, Freunde und Bekannte zugehst, dann wirst du sehr wahrscheinlich dasselbe von diesen Menschen zurückbekommen. Des Weiteren bewirkt eine angemessene Aussprache und Ansprache sehr viel Positives bzw. auch Negatives. Beobachte dich selbst dabei, wie du mit anderen Menschen um dich herumsprichst, bist du eher der freundliche Gesprächspartner und wählst deine Worte dementsprechend bedacht, oder gehst du eher rücksichtslos mit ihnen um. Du kannst deine Gesprächspartner während eines Gesprächs auch direkt darauf ansprechen, wie er/sie das gerade gemeint hat, um Unklarheiten zu vermeiden.

Lerne zu vergeben!

Eine gute und hilfreiche Eigenschaft kann auch das Vergeben sein – betrachte getroffene Aussagen aus einem klaren Blickwinkel. Vielleicht ist es dann gar nicht mehr so schwer, dem anderen für gewisse Aussagen zu vergeben und das ganze einfach schnell zu vergessen.

Erkenne dich selbst durch Selbstreflexion!

Vielleicht kannst du auch erkennen, dass Kränkungen manchmal nicht nur auf Einseitigkeit beruhen. Um Kränkungen überhaupt erst entstehen zu lassen, gehören oft zwei Seiten bzw. Personen dazu. Die Selbstreflexion ist dabei ein sehr wichtiger Punkt, denn das, was du von dir gibst, kommt meist auch in diesem Umfang oder Ausmaß auf dich zurück. Es ist nicht schwer und meist einfacher als gedacht, anderen Menschen positiv gegenüberzutreten.

Verstehe, was geschieht!

Es hängt vom Selbstwertgefühl ab, wie stark Kränkungsgefühle zu spüren sind. Ist das Selbstwertgefühl gering, bist du schneller durch die Kritik anderer gekränkt. Manchmal fühlst du dich sogar ohne echten Grund abgelehnt. Wenn du körperlich oder emotional angeschlagen bist, hast du negativen Kommentaren nicht viel entgegenzusetzen. Oftmals ist es so, dass das Ausmaß der Kränkung höher bewertet wird, wenn Menschen, die dir wichtig sind, dabei sind.

Halte Abstand!

Trete einen Schritt zurück! Halte dir vor Augen, dass das, was ein anderer sagt, seine persönliche Meinung ist. Mit dir hat das möglicherweise überhaupt nichts zu tun. Wahre auch einen gewissen körperlichen Abstand, gehe auf räumliche Distanz. Das erleichtert es dir, auch einen emotionalen Abstand zu halten.

Erkenne deine wunden Punkte!

Wunde Punkte, die durch ähnliche Situationen entstanden sind, spielen mit hinein. Alte Wunden reißen auf und erinnern an vergangene Konflikte. Wird ein gezielter Angriff vermutet oder erwartet, fühlst du dich stärker verletzt. Oftmals führt das in eine Kränkungsspirale hinein und deine seelische Balance gerät aus dem Gleichgewicht. Je besser du deine wunden Punkte kennst, desto besser kannst du sie schützen.

Entspanne dich! Atme tief durch.

Spanne deine Muskeln kurz an, um sie dann bewusst wieder locker zu lassen. Nimm eine aufrechte und selbstbewusst wirkende Haltung an. Du allein entscheidest, was du an dich heranlässt!

Frage nach!

Vergleiche, was dein Gegenüber gesagt hat, mit dem, was du glaubst, herausgehört zu haben. Falls es Unklarheiten gibt, frage nach! Ergründe, was deinen Gesprächspartner zu seinem Verhalten motiviert haben könnte, außer dich zu verletzen. Könnte es Neid sein oder Unzufriedenheit? Frage nach, wenn du einen Satz nicht richtig verstanden hast. Du gewinnst Zeit und gibst deinem Gegenüber die Möglichkeit einer Richtigstellung. Vielleicht ist er sich der Kränkung nicht bewusst oder die Worte waren ungeschickt gewählt.

Wäge ab, bevor du reagierst!

Überlege, was eine Antwort bewirkt. Hat es Sinn, dass du darauf hinweist, dass du dich gekränkt fühlst oder ist es besser, die Kränkung ins Leere laufen zu lassen? War die Kränkung beabsichtigt, wird dein Gegenüber die Lust daran verlieren, wenn er keine Resonanz darauf erfährt.

Nimm deine Gefühle an!

Verdränge deine negativen Emotionen nicht. Sich zurückzuziehen ist keine Lösung, auch wenn es empfehlenswert ist, das Erlebte zunächst so stehenzulassen, um eine Nacht darüber zu schlafen. Manche kleine Mikroverletzung heilt bereits wie ein Kratzer auf der Haut in wenigen Tagen.

Sprich darüber!

Versuche mit einer neutralen Person über deine Gedanken zu sprechen, wenn du persönliche Kritik erfahren hast. Das wird dir helfen, eine andere Perspektive einzunehmen, die Situation sachlich zu betrachten und die Kritik zu verarbeiten. Die Kritik könnte berechtigt sein, auch wenn es der Ton, in dem sie ausgesprochen wurde, nicht war. So haben Mikroverletzungen weniger Chancen sich dauerhaft als Seelenwunde festzusetzen.

Stärke dein Selbstwertgefühl!

Das Selbstbewusstsein ist ein guter Schutz gegen Mikroverletzungen. Es sorgt dafür, dass du dich weniger verletzt fühlst und mit Zurückweisung besser umgehen kannst. Du bist weniger verwundbar und strahlst das aus.

  • Überlege, was du gut an dir findest!
  • Werde dir deiner Stärken bewusst!
  • Lächle dich im Spiegel an! Das macht gut Laune!
  • Führe ein Erfolgstagebuch. Schreibe jeden Tag auf, was dir gut gelungen ist und was dir Freude gemacht hat.
  • Beginne damit, Sport zu treiben, denn dein Selbstwertgefühl ist abhängig davon, wie du dich körperlich fühlst.
  • Tu dir Gutes und gönne dir jeden Tag eine kleine Auszeit!

Herzlichst
Anne