Loslassen zu können ist eine wichtige Fähigkeit, um im Leben voranzukommen. Wer loslassen kann, wird freier in seinen Entscheidungen und zufriedener mit seiner Lebenssituation. Doch was bedeutet Loslassen überhaupt?

Loslassen beschreibt die Fähigkeit, nicht an etwas zu haften, etwas nicht länger festzuhalten. Es können Gedanken, Menschen, Dinge oder Verhaltensmuster sein, die unsere Entwicklung einschränken. Loslassen ist ein Weg, sich an neue Situationen anzupassen und mit Vergangenem abzuschließen, um Raum für Neues zu schaffen.

Warum ist Loslassen so schwierig?

Viele Menschen hängen mit ihren Gedanken in der Vergangenheit fest. Kennst du das Gefühl über eine Verletzung, den Verlust eines Menschen oder eine negative Situation nicht hinwegzukommen?

Ob die Trennung oder der Verlust des Partners, eine Kränkung deiner Gefühle oder eine negative Beurteilung im Job oder Studium, oft fällt es schwer, das schlechte Gefühl oder die Trauer loszuwerden und wieder positiv nach vorne zu schauen.

Aber warum fällt uns loslassen so schwer? Jeder kennt den gut gemeinten Rat: „Lass einfach los und schau nach vorne“. Das ist oft leichter gesagt, als getan. Es kostet Kraft seine Gedanken vom Negativen abzuwenden und nicht in gewohnten Verhaltensmustern zu verharren. Aber es lohnt sich!

Es hilft, seine Bereitschaft zu steigern, bestimmte Gegebenheiten anzunehmen, um das Loslassen zu üben. Viele Menschen haben das Gefühl aufzugeben, zu scheitern oder etwas zu verlieren, wenn sie sich von negativen Beziehungen, Gedanken oder Verhaltensmustern lösen wollen. Aber das Gegenteil ist der Fall. Wenn man es schafft loszulassen, gewinnt man die Freiheit seiner Gedanken zurück und kann seine Energien wieder in das Positive stecken und seine Gedanken nach vorne richten.

Warum ist Loslassen wichtig?

Loslassen ist eine bewusste Entscheidung. Es ist wichtig, das zu verstehen, denn es wird dir das Gefühl zurückgeben, deine Situation aktiv beeinflussen zu können. Wenn du loslässt, erlangst du die Kontrolle über dein Leben und deine Gedanken zurück. Du hast die Macht, zu entscheiden, nicht länger unter der Situation zu leiden und aktiv daran zu arbeiten. Dabei entspricht Loslassen keineswegs dem Verdrängen oder Vergessen.

Es geht nicht darum, einen geliebten Menschen zu vergessen oder ein schlechtes Gefühl zu unterdrücken oder von sich wegzuschieben. Ganz im Gegenteil. Wenn du die negativen Gedanken loslässt, wird sich das Gefühl eines Abschlusses einstellen. Die Situation oder die Beziehung, die Trauer, der Prozess findet einen Abschluss und es ergibt sich Raum für neue Gedanken und Sichtweisen.

Loslassen, wie geht das?

Halte dir bewusst vor Augen, dass du nicht alles kontrollieren kannst. Gib dir nicht die Schuld, wenn etwas nicht so läuft, wie du es dir vorstellst. Akzeptiere, dass das Leben nicht immer gerecht ist und dass du andere Menschen oder die Gefühle anderer Menschen nicht kontrollieren kannst. Mache dir bewusst, dass du es verdienst, dass es dir gut geht. Du musst das Vergangene nicht gutheißen, um es loszulassen. Verdeutliche dir, dass du deine Gefühle und Gedanken beeinflussen und steuern kannst.

Wenn du diese Gedanken verinnerlicht hast, kannst du dich dem aktiven Loslassen der negativen Gefühle zuwenden.

Methoden zum Loslassen

Es gibt viele Wege sich dem Loslassen zu nähern. Im Folgenden stellen wir dir einige Schritte und Methoden vor, wie du es schaffen kannst loszulassen.

1. Zunächst solltest du für eine ruhige Umgebung sorgen und eine entspannte Atmosphäre schaffen.

Du kannst dein zu Hause zu einem Ort der Ruhe erklären oder einen langen Spaziergang in der Natur unternehmen. Versuche dich zu entspannen. Am besten solltest du alleine sein, inmitten eines Cafés voller Menschen mit Musik und vielen Außenreizen, ist man oft gehemmt, einen echten Zugang zu seinen Emotionen zu finden.

2. Entscheide dich bewusst, dich nun mit dem Problem auseinanderzusetzen.

Es ist in Ordnung Gefühle zu zeigen und den Schmerz zuzulassen, der mit dem Loslassen einhergehen kann. Man muss nicht immer fröhlich und gut gelaunt sein. Es ist wichtig, zu verstehen, dass auch negative Gefühle in unserem Leben Platz haben sollten. Sie dürfen unser Leben allerdings nicht beherrschen und dazu müssen wir lernen, sie loszulassen.

3. Mache es dir bequem, atme ruhig und tief und stelle dir folgende Fragen zu deiner speziellen Situation:

  • Was löst der Gedanke an XY oder die Situation XY in mir aus?
  • Wo spüre ich die Wut/Trauer/Angst/Zweifel körperlich in mir?
  • Was gewinne ich, wenn ich das Gefühl von Wut/Trauer/Angst/Zweifel loslasse?
  • Was passiert (nicht), wenn ich daran festhalte?

Nimm die Emotionen, die in dir aufsteigen an und gib ihnen für eine gewisse Zeit Raum, da zu sein.

4. Stelle dir nun die letzte Frage:

  • Kann ich diese, nun greifbaren und benennbaren, Gefühle loslassen?

Wiederhole diese Übungen solange, bis die Emotionen nachlassen und du das Gefühl hast, die letzte Frage mit „Ja“ beantworten zu können.

Weitere Tipps zum Loslassen

Rede offen mit Menschen, die eine ähnliche Situation bereits bewältigt haben. Es ist vollkommen in Ordnung, sich Impulse zu holen und von den Erfahrungen anderer zu lernen. Eventuell gibt es eine Methode oder einen Blickwinkel, den du noch nicht betrachtet hast, und er dir helfen kann, das Erlebte loszulassen.

Suche dir professionelle Hilfe. Wenn du merkst, dass du trotz aller Bemühungen nicht weiterkommst und deine Gedanken immer wieder von negativen Gefühlen überwältigt werden. Niemand muss mit allem alleine fertig werden. Es ist besser, ein Problem anzugehen, als sich immer wieder im Kreis zu drehen und aus falschem Stolz oder Scham länger darunter zu leiden.

Lies dazu auch den Artikel zu The Work. Diese Methode ist ebenfalls perfekt geeignet, das Loslassen zu lernen.

Wir sind für dich da.

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Anne & Ananda

Aufzeichnung eines Live Talks mit Anne und Ananda zum Thema Loslassen und Vertrauen:

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