Viele hochbegabte und vielbegabte Menschen kennen das Problem, als Besserwisser zu gelten.

Hochbegabte Menschen haben ständig neue Ideen, können analoge Schlüsse ziehen, selbst in Bereichen, die ihnen neu sind. Damit machen sie sich nun mal nicht immer Freunde. Aber genauso wenig, wie sich die Körpergröße ändern kann, kann man die eigenen PS im Kopf verleugnen ohne gewaltig an Lebensqualität einzubüßen.

Als Synonym für einen Besserwisser steht der Comedian Bernhard Hoecker.

Viele kennen ihn aus der Sendung „Genial daneben“. Hier überzeugte er immer mit einem sensationellen Besserwissen. Dennoch wirkt er nie überheblich und arrogant.

Ich bin ein bekennender Besserwisser und ich hab nichts dagegen, wenn ich so genannt werde. Es kommt immer auf denjenigen an, der mich so nennt und natürlich auch auf den Kontext. Aber manchmal eckt man als Besserwisser auch heftig an, wie ich in meinen jungen Jahren schmerzhaft lernen durfte.

Obwohl ich mich damit sehr gut angefreundet habe, hab ich mir dennoch viele Gedanken gemacht, ob ich diesen Artikel zur Besserwisserei schreiben soll. Und wie vor allem…..

Das Leben mit kognitiven und empathischen Fähigkeiten ist immer eine Gratwanderung für Menschen, die intellektuell nicht eingeschlafen sind, viele Interessen haben und dazu noch hochsensitiv auf ihre Umwelt reagieren. Denn wer will schon andere Menschen bewusst in irgendeiner Art und Weise als weniger informiert da stehen lassen?

Wenn auch du ein Besserwisser bist, wirst du bestimmt schon einige Male angeeckt sein

In der Schule werden Besserwisser gehänselt und verpönt, vor allem dann, wenn sie geradezu spielen mit Fakten, Informationen und spannendem Um-die-Ecke-Denken. Sogar Lehrer haben mit solchen Besserwissern oft Probleme. Doch mit einigen Tipps und Tricks kannst du ebenso interessant, informiert und freundlich wirken wie der Besserwisser Bernhard Hoecker.

Wer viel weiß, hat’s oft nicht leicht

Auf der einen Seite ist es doch toll, wenn du viel Wissen hast. Auf der anderen Seite wird es dich einige Nerven kosten, immer wieder andere Menschen über die Sachlage von „irgendetwas“ aufzuklären. Ebenso nervig, wie es für dich ist, kann es aber auch für deine Mitmenschen sein. Wenn du auf alles und jedes eine Antwort parat hast und diese dann auch noch der Realität entspricht, kann es sein, dass du nach einiger Zeit zum Unsympath wirst. Das muss aber nicht sein.

Manches besser zu wissen, ist keine Schande…

Aber Freunde macht man sich damit ebenfalls nicht. Es gibt viele helle Köpfe wie Einstein. Künstler, Wissenschaftler, intellektuelle Menschen – viele haben zwar viel Wissen und bewegen einiges in der Welt, doch sie waren – oder sind – oft auch einsam. Einsam, weil sie anders als die anderen waren und sich mit Besserwisserei leicht Feinde machten. Es gab Zeiten, da wurden wissende Menschen sogar schneller hingerichtet als andere, denn sie machten den weniger wissenden Menschen Angst. Heute ist das natürlich nicht mehr denkbar – die Probleme jedoch sind geblieben.

Neid ist dein schlimmster Feind

Menschen, die viel wissen und auch vieles besser wissen, haben Neider. Neidische Menschen haben keine böse Absicht, aber insgeheim würden sie vielleicht auch gerne besser Bescheid wissen und mit ihrem Wissen etwas Gutes erreichen.

Wenn du bei diesen Menschen immer und immer wieder in die Wunde greifst, giltst du bald als eingebildet und arrogant. Damit dies nicht geschieht, kannst du aber auch einiges tun und dadurch sympathisch und intelligent zugleich auf andere wirken, ohne überheblich zu erscheinen.

  1. Wenn es um ein bestimmtes Thema geht, bleib bei den Fakten. Lass dich nicht dazu verleiten zu übertreiben.
  2. Ernst gemeinte Anerkennung (zum rechten Zeitpunkt) kann meist sehr wertvoll sein. Damit drückst du zudem deinen Respekt gegenüber der anderen Person aus.
  3. Gib anderen die Chance, selbst etwas zu erkennen und zu wissen. Jedem tut es gut, wenn er einmal im Rampenlicht steht. Wenn es sein muss, hol dein Gegenüber mit auf die Bühne und ihr könnt zusammen das Rampenlicht genießen.
  4. Reden ist Silber, Schweigen ist Gold. Sicherlich kennst du diese Redewendung. Hör zu, wenn dein Gegenüber etwas zu sagen hat. Lass ihn ausreden und äußere dann deine Meinung. Niemand kann über irgendetwas  wirklich objektiv urteilen.
  5. Stell auch einmal Fragen, wenn du etwas nicht verstehst oder tiefer verstehen möchtest.
  6. Wer sich Fehler eingestehen kann, kann diese ändern und aus den gemachten Fehlern lernen. Auch Besserwisser können nicht allwissend sein und sollten sich hin und wieder Fehler eingestehen. Nur dann kannst du dich weiterentwickeln. Gib diesen Fehler ebenso vor deinen Mitmenschen zu – denn nur der Mut und die Einsicht bringen dir Respekt ein.
  7. Über sich selbst zu lachen ist eine wesentliche Qualität, die nicht jeder mitbringt. Aber sie ist lernbar. Nehmen wir wieder Bernhard Hoecker als Beispiel. Er scherzt selbst über sich, wenn er einmal etwas nicht weiß – dieses Detail macht ihn unheimlich sympathisch.
  8. Lass andere Menschen an dem teilhaben, was du machst. Gemeinsamkeiten verbinden sowie auch die gemeinschaftliche Suche für eine Sache eine Lösung zu finden.

Besser Wissen lernen und Horizonte erweitern

Es ist nicht einfach, als ein Besserwisser durch die Welt zu gehen. Es ist zwar gut, viel zu wissen, aber wenn du dein Wissen mit anderen teilst, kannst du durch die weniger wissenden Menschen deinen Horizont noch um ein Vielfaches erweitern. Sei neugierig, sei hungrig, bleib dir treu. Wie bei vielen anderen Themen,  ist das ganze Geheimnis: Verpackung und Dosierung!

Ich habe schon so oft gehört „Ja, du hast ja Recht, aber…… „. Wenn du ein Besserwisser bist, wirst du das kennen. Mach dir nix draus. Wirklich.
Downsizing ist keine Alternative!

Übrigens rate ich niemandem dazu, das Thema Hochbegabung oder Vielbegabung ungefragt anzusprechen. So weit sind wir in unserer Gesellschaft noch lange nicht. Leider.
Sig