Ja zu sagen, ist eine Entscheidung. Jede einzelne Entscheidung bildet die Grundlage des Lebens, das du führen willst – oder möglicherweise auch nicht… Wenn du nicht genau weißt, was du willst und dich nach anderen richtest, ständig „Ja“ sagst aus lauter Angst vor Ablehnung, dann wirst du über kurz oder lang die Kontrolle über dein Leben verlieren. Klingt dramatisch. Ist es auch. Denn das Leben eines jeden einzelnen von uns birgt viele grandiose Möglichkeiten, Chancen und Optionen. Natürlich musst du nicht jede einzelne davon ergreifen. Vor allem dann nicht, wenn es letztlich nur die Optionen anderer Menschen sind. Du hast die Wahl, Nein zu sagen. Und genau deshalb ist es so wichtig, diese kostbare (!) Wahlmöglichkeit immer wieder in Anspruch zu nehmen:

Du hast die Wahl. Immer.

Kein Mensch der Welt ist in der Lage, es jedem recht zu machen. Es wird immer jemanden geben, der mit der Entscheidung eines anderen nicht einverstanden ist. Das Risiko, dass bestimmte Entscheidungen, die du triffst, bei einigen Zeitgenossen möglicherweise nicht gut ankommen, ist daher durchaus gegeben. Willst du mit deinen Entscheidungen der breiten Masse gefallen – oder ist es dir wichtiger, dir selbst treu zu bleiben? Oder anders formuliert: Ist es dir wichtiger, der Oberflächlichkeit mehr Raum zu geben, als den Fokus auf Echtheit, Authentizität, auf Tiefe zu legen? Willst du dauernd mit dem Strom schwimmen, also niemals deine eigenen Wege gehen? Es gibt noch viele weitere Fragen dieser Art. Sie alle laufen darauf hinaus, dir veranschaulichen zu wollen, dass Mitläufer letztlich das Leben der anderen führen. Ja-Sager, die vor dem Hintergrund, jedem „gefallen“ zu wollen, alles tun, was von ihnen verlangt wird, ohne nachzudenken, werden über kurz oder lang in ihr eigenes Unglück laufen. „Nein“ zu sagen, mag zwar in so mancher Situation schwerer erscheinen. Langfristig betrachtet wirst du dadurch aber ein eigenständigeres und damit weitaus einfacheres, freieres Leben haben.

Wer „Nein“ fühlt, aber es nicht sagt, der hat die Kontrolle verloren.

Im Laufe der Jahre haben sich die unterschiedlichsten Techniken und Methoden etabliert, mit denen du lernen kannst, deine Angst vor Ablehnung zu überwinden. Selbst wenn einige davon auf den ersten Blick recht rabiat erscheinen, so sind sie überaus effektiv. Der Autor des Ratgebers „Wie du die Angst vor Ablehnung überwinden kannst“, Jia Jiang, beschäftigte sich eine ganze Weile damit, sich „abhärten“ zu wollen, indem er sich mit den Zurückweisungen anderer konfrontierte. Er absolvierte die „seltsamsten“ Übungen, wie zum Beispiel folgende: Er fragte die Menschen, die in seiner Straße lebten, ob er eine Weile in ihrem Vorgarten Fußball spielen dürfe. Oder er fragte bei einem Flughafen nach, ob er ein Passagierflugzeug steuern dürfe. Selbstverständlich wusste der Autor, dass er auf jede seiner Fragen ein „Nein“ bekommen würde. Aber genau darum ging es ihm. Je häufiger er diese „Negativ“-Antwort erhielt, desto leichter würde es ihm fallen, damit umzugehen.

Es gibt Dinge, die „tut man einfach nicht“.

Zum Beispiel, sich spontan in einem Café für mehrere Minuten flach auf den Boden zu legen. Wer sich dieser Aufgabe stellen soll, reagiert meist „aus dem Bauch heraus“ extrem ablehnend. Der Grund dafür ist die Angst vor der Ablehnung durch andere Menschen. Sicherlich wird dich der eine oder andere für komplett „plemplem“ halten, wenn du dich in besagtem Café auf die Fliesen legst. Selbst wenn du dich damit zu beruhigen versuchst, dass dich die meisten Café-Besucher überhaupt nicht kennen und dass du sie wohl auch niemals im Leben wiedersehen wirst, kann das deine Angst wohl kaum mildern. Es gibt allerdings tatsächlich Menschen, die eben diese Übung absolvieren. Und sie stellen hernach überrascht fest, dass ein Großteil der Anwesenden sie überhaupt nicht wahrnimmt. Einige andere blicken ein bisschen verwundert herüber. Und manch einer gibt einen belustigten Kommentar ab. Das war’s. Wirklich „beängstigende“ Aussichten sind das wahrlich nicht. So lapidar diese Erkenntnis anmutet, so sehr macht sie gleichzeitig deutlich, wie stark die Angst vor Ablehnung die meisten Menschen in ihrem Leben beeinträchtigt.

Die Angst vor Ablehnung hemmt

Sie drosselt die Kreativität. Sie hindert uns Menschen daran, Chancen wahrzunehmen, sie zu ergreifen und etwas zu riskieren. Man kann sagen, dass die Angst vor Ablehnung durch andere Menschen eine Art von Vermeidungsverhalten ist. Um es auf den Punkt zu bringen heißt das, dass du wegen dieser teils völlig unbegründeten Angst deine persönlichen Wünsche und Träume hinten anstellst und damit letztlich aufs Spiel setzt. Du verzichtest folglich darauf, deine Zielsetzungen zu verwirklichen. Und all das nur, um anderen zu gefallen. Oder zumindest einem Teil der anderen. Denn du wirst es niemals allen recht machen können. Was auch immer du tust – es wird immer Menschen geben, denen es nicht gefällt, wie du mit bestimmten Situationen umgehst.

Wer es allen recht machen will, verliert den Respekt durch andere

Sich dauern zu „verbiegen“ und stets darauf bedacht zu sein, anderen buchstäblich „nach dem Mund zu reden“, ist auf die Dauer nicht nur sehr anstrengend. Es kann auch ungemein frustrierend sein. Jeder Mensch hat Träume, Wünsche, Sehnsüchte. Werden diese zu lange unterdrückt, weil du dich ständig nach anderen richtest, dann fühlt es sich nach einiger Zeit an, als ob sich in deinem Inneren ein immer größerer Druck entwickelt. Fast so, wie in einem Dampfkessel, der kurz davor ist, zu explodieren, weil die Luft im Behältnis nicht entweichen kann, sich durch die Hitze aber stetig ausdehnt. Ein menschliches Wesen ist jedoch keine „Maschine“.

Angesichts dessen liegt es folglich in der Natur der Sache, dass er eines Tages buchstäblich „ausbrechen“ und der angestaute Druck mit einem lauten „Knall“ entweichen wird. Dieses Phänomen wirkt sich dann beispielsweise in einer heftigen Auseinandersetzung oder einem lauten Streit aus.

Gesetzt den Fall, dass du deinen Druck jedoch weiterhin „unter Kontrolle“ behältst, wenn sich der Druck – und damit am Ende auch der Frust – einfach nicht entladen kann, dann ist die Gefahr groß, dass du krank wirst. Burnout, Erschöpfungszustände oder gar Depressionen sind die typischen Folgen. Angesichts dessen rückt der Titel des berühmten Melodrams von Rainer Werner Fassbinder „Angst essen Seele auf“ in den Fokus. In der Tat kann Angst krank machen.

Angst kann auch nützlich sein

Mit Blick auf die Geschichte des Menschen ist Angst normalerweise ein Warnsignal. Schon in der Steinzeit profitierten die Menschen davon, Angst zu haben. Wurde in Gefahrensituationen Adrenalin ausgeschüttet und das Gehirn damit in „Alarmbereitschaft“ versetzt, war das ein deutliches Indiz dafür, dass beispielsweise ein gefährliches, hungriges Tier in der Nähe war. Die Angst hatte seinerzeit also die Funktion eines Lebensretters. Wer aber nicht auf die Angst reagiert und sich entsprechend schützt, der geht ein erhebliches Risiko ein.

Wenn du dich deiner Angst nicht stellst, wirst du immer zu den Menschen gehören, die sich in Gefahr begeben. Gelingt es dir aber, dich deinen Ängsten zu stellen und somit auch deine Angst vor Ablehnung zu überwinden, wirst du schon bald die Oberhand gewinnen – und damit auch die Kontrolle über dein Leben zurückerlangen. Menschen, die in der Lage sind, ihre Ängste zu bekämpfen und sich Gefahrensituationen stellen, sichern sich den Respekt ihrer Mitmenschen. Man schaut buchstäblich zu ihnen auf.

Menschen, die sich jedoch aus der Angst vor Ablehnung immer wieder „verbiegen“ und damit sich selbst verleugnen, müssen häufig die Erfahrung machen, dass man auf sie herab blickt. Sie werden nicht respektiert sondern stets als „Fähnchen im Wind“ betrachtet.

Stehe für dich selbst ein und überwinde deine Angst vor Ablehnung

Stelle dich deiner Angst und lasse dich auf ein Experiment mit dir selbst ein. Wann immer du dich unwohl fühlst, weil jemand anderer eine andere Meinung vertritt als du, denke daran, dass Konfrontation dein persönlicher Lebensretter sein kann. Beweise Mut und Charakter, indem du in Zukunft nicht mehr als „Ja-Sager“ auftrittst, sondern schwimme gegen den Strom. Sicherlich kennst du die bekannte Redewendung: „Wer immer nur den Schafen hinterher trottet, hat nur Ärsche vor Augen“. Was so „platt“ anmutet, ist in Wahrheit ein „Wachrüttler“ für dich.

Hand auf’s Herz: Willst du immer auf die Rückansicht deiner Mitmenschen schauen, während du deiner Wege gehst? Halte deinen Kopf aufrecht, blicke nach vorne und gehe gestärkt und geradlinig deinen Lebensweg. Menschen, die voller Tatendrang, angstfrei und mutig voranschreiten, haben letztlich eine treue Gefolgschaft in ihrem Rücken“, auf die sie sich verlassen können. Selbst in schwierigen Situationen.

Angsthasen und Ja-Sager sehen sich hingegen häufig alleine schwierigen Herausforderungen ausgesetzt. Sie haben es oft deutlich schwerer, voranzukommen und ihre Ziele zu erreichen. Denn auf der Ziellinie sind meist all jene, die sich kraftvoll, mutig und mit eigener Meinung ihre Pfade gebahnt haben. Schritt für Schritt.

Den Mutigen gehört die Welt

Falls es dir am Anfang noch schwerfällt, deine Angst vor der Ablehnung durch andere zu überwinden, setze dir kleine Meilensteine. Mit einfachen Übungen, beispielsweise mit Atemtechniken oder durch Rollenspiele mit vertrauten Personen ist es möglich, deine Persönlichkeit sukzessive zu stärken. Beobachte dich selbst und schaue öfter mal in den Spiegel.

Erfahre so, wie du in bestimmten Situationen auf andere wirkst und versuche, durch eine aufrechte Haltung, einen offenen Blick und eine feste Stimme die Menschen von dir zu überzeugen. Je häufiger du diese Übung absolvierst, desto leichter wird dir dieses persönliche „Sicherheitstraining“ in Fleisch und Blut übergehen. Lerne, dich selbst zu akzeptieren. Dann werden es auch die anderen tun. Versprochen!

Herzlichst
Anne