Verlangen und Begehren in der Seelenpartnerschaft – ist das ein wesentlicher Aspekt oder eher nicht?

Du kannst dich glücklich schätzen, wenn du nach Jahren der Beziehung deinen Partner immer noch hochattraktiv, begehrenswert und unglaublich sexy findest. Doch viele Menschen, die in einer Seelenpartnerschaft leben, stellen fest, dass zwar die Seelenliebe immer stärker geworden ist, dass sich aber der Sex mit den Jahren zu einem eher eintönigen Ritual entwickelt hat.

Die Seelenpartnerschaft überbrückt zwar auch eine unbefriedigende oder nicht vorhandene Sexualität, aber ist die Seelenliebe nicht viel erfüllender, wenn Verlangen und Begehren sie begleiten?

Angesichts der hohen Scheidungsraten können sich Paare glücklich schätzen, die nach Jahrzehnten immer noch zusammen sind. Die tiefe emotionale Verbundenheit zwischen den Partnern liegt begründet in zahlreichen Jahren voller glücklicher und unglücklicher Ereignisse, die sie letztendlich doch nur zusammengeschweißt haben. Wenn du ebenfalls zu diesen Menschen gehörst, ist dein Partner wahrscheinlich die wichtigste Bezugsperson in deinem Leben.

Du hast ihn in einer Phase der Verliebtheit als deinen Lebenspartner angenommen und vielleicht sogar geheiratet. Vielleicht habt ihr gemeinsam Kinder bekommen und euch ein schönes Zuhause geschaffen. Wenn du Sorgen und Kummer hast oder einfach nur jemanden zum Reden brauchst, ist dein Partner für dich da. Du kannst ihm auf allen Ebenen vertrauen. Zusammen lauft ihr Hand in Hand gemeinsam durchs Leben.

Doch leider ist das Stadium in einer jeden Partnerschaft unausweichlich, in dem es zu einem Abklingen der sexuellen Lust aufeinander kommt.

Jahrelange Erfahrungen mit dem einen Sexualpartner führen dazu, dass sein Körper zur Gewohnheit wird. Nach einer langen Routine gibt es immer seltener rauschende Liebesfeste und eine gewisse Langeweile stellt sich ein. Von außen betrachtet ist dieses Stadium für andere Menschen, wie beispielsweise Freunde und Familie, nicht zu erkennen. Und auch den jeweiligen Partnern selbst fällt es schwer, sich einzugestehen, dass sich die sexuelle Lust stark von der anfänglichen Begierde in einer Beziehung unterscheidet.

Der Seelenpartner ist vielleicht auch jemand – oder zu jemandem geworden –, der deinen optischen Idealen und Vorstellungen eines Partners nicht genügt, aber er ist ein Mensch, den du allein aufgrund seines inneren Wesens liebst. Die Seelenliebe zu leben ist für viele eine der schwersten Aufgaben auf dem langen Lebensweg.

In erster Linie lassen wir uns von den äußerlichen geschlechtlichen Reizen einer anderen Person anziehen. In zweiter Linie suchen wir einen Partner häufig anhand von Kriterien aus, die wir vorher bewusst oder unbewusst festlegen. Der passende Partner sollte beispielsweise einen festen Beruf haben, finanziell gesichert leben, einen netten Freundeskreis haben, sportlich sein und ähnlichen Interessen und Hobbys nachgehen. Doch all diese Vorgaben stellt unser Ego und nicht unsere Seele. Diese ist nämlich für all diese äußerlichen Dinge völlig unempfänglich.

Die Seelenliebe überdauert die sexuelle Flaute

Die Seelenpartnerschaft ist die emotional stärkste Beziehung, die zwischen zwei Menschen bestehen kann. Man fühlt sich beim jeweils anderen geborgen. Doch gerade diese Geborgenheit, die Sicherheit, führt oft dazu, dass nach jahrelanger Beziehung die sexuelle Lust stark leidet. Am Anfang einer Beziehung ist man frisch verliebt und darf den Körper des anderen völlig neu entdecken. Es ist der Reiz des Unbekannten und Exotischen, der bei den meisten Menschen die Leidenschaft entfacht.

Man probiert immer wieder etwas Neues aus und erforscht den anderen. Doch nach jahrelanger Praxis wird der Sex zur Routine. Man kennt den Körper und die Vorlieben des Partners. In der Fantasie spielen immer mehr andere Frauen und Männer eine wichtige Rolle und der eigene Partner wird zur Gewohnheit

Sexuelle Unzufriedenheit und die Ernüchterung, dass man vom Leben keine weiteren sexuellen Höhepunkte mehr zu erwarten hat, sind die Folge. Ist die Beziehung aus einem weiteren Grund instabil, zerbricht in diesem Stadium häufig auch eine Seelenpartnerschaft, wenn sie nicht weiter vom emotionalen Band zwischen den beiden Partner getragen werden kann

Platonische Beziehung oder Kampf um die sexuelle Befriedigung?

Viele Seelenpartner entscheiden sich in diesem Stadium der Beziehung dafür, die Sexualität weiter einzuschränken oder völlig einzustellen. Andere Aspekte, wie das große Vertrauen ineinander und die Fürsorge füreinander, treten in den Vordergrund und erfüllen das Alltagsleben. Sind beide Partner mit der Asexualtität einverstanden und verspüren in dieser Hinsicht keine Bedürfnisse mehr, dann ist so ein Modell durchaus denkbar.

Jedoch ist dies in den meisten Beziehungen nicht der Fall, denn sexuelle Lust lässt sich nicht so einfach ausschalten. Nach einer jahrelangen Beziehung bezieht sich das Verlangen häufig nur nicht mehr auf den Partner, sondern auf Dritte.

Nun gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder ihr beschließt gemeinsam, dass eure Partnerschaft keine sexuelle Exklusivität bedeutet und gestattet euch andere Sexualpartner. Oder ihr beschließt gemeinsam, eure erotischen Liebesaktivitäten neu zu beleben, und macht einen prickelnden Plan zur Umsetzung.

Wichtig ist dabei, sich nicht nur auf den Partner zu konzentrieren, sondern sich selbst zu fragen, welche grundlegenden Bedürfnisse, Wünsche und Erwartungen man an die eigene Sexualität hat. Danach sollte man gemeinsam einen Plan entwickeln, wie beide Partner möglichst viel sexuelle Erfüllung gemeinsam erlangen können. Nur wer sich austauscht und zusammen neue Wege erkundet, kann auch profitieren.

Kommunikation, Dialog, echter, offener, manchmal vielleicht auch schmerzhafter Austauch – das ist es, was in einer solchen Phase zur Renovierung der erotischen Liebesbeziehung führen kann.

Sexuelle Flauten initiieren somit eine Weiterentwicklung in der Seelenpartnerschaft

Einmal in der Partnerschaft selbst, aber vor allem auch in jedem der Partner. Wer sich nicht entwickeln will, weil Diskussion und Auseinandersetzung zu anstrengend sind, wird lieber eine Affäre haben, sich scheiden lassen oder in völlige Gleichgültigkeit verfallen und eine schreckliche Beziehung führen. Du musst wachsen! Das ist die einzige Möglichkeit, sich sexuell wiederzufinden und die Leidenschaft neu zu entfachen.

Wie schafft man es, in seiner Beziehung zu wachsen? Indem man sich unabhängig vom Urteil des Partners macht!

Um dieses emotionale Gleichgewicht zu erreichen, gilt es, zentrale Fähigkeiten zu stärken. Statt sich den Vorstellungen des Partners anzupassen, musst du auf eigenen Beinen stehen und dir darüber klar werden, wer du bist und welche Ziele dir wichtig sind.

Außerdem musst du an der Fähigkeit arbeiten, dich selbst zu beruhigen, und deine Ängste überwinden. Wer im Streit beispielsweise unbedingt zuerst die Entschuldigung des Partners braucht, um Frieden schließen zu können, hat Defizite bei der emotionalen Selbstregulierung. Dann ist ebenso wichtig: Reagiere nicht übertrieben und lauf nicht davon. Und zuletzt geht es um die Bereitschaft, sich – auch wenn es frustrierend ist – mit Problemen auseinanderzusetzen und das zeitweise Unbehagen, das die Weiterentwicklung auslöst, zu ertragen.

Wer bereit ist, zu wachsen, wird Sex haben, wie er ihn vorher nicht kannte. Lustvoller, erfüllender als alles zuvor, voll brennender Intimität. Ein Seelenpartner macht das Leben nicht leichter, im Gegenteil.

Wenn man Glück hat, versüßt er es aber.

Du möchtest wissen, was genau eigentlich ein Seelenpartner ist? Hier kannst du es nachlesen.

Sig

 

 

 

 

 

Lies in meinem E-Book, wie eine Seelenpartnerschaft in dein Leben kommen und funktionieren kann.