Bunte Zebras – Hochbegabte und oft gleichzeitig hochsensible Menschen: Sie reagieren mit ihrer Empfindsamkeit wie feine Seismografen auf ihre Umgebung. Leider viel zu oft unerkannt.

Das Phänomen der Hochbegabung ist mittlerweile einer breiten Öffentlichkeit bekannt. Die Forschungsergebnisse der amerikanischen Psychologin Elaine Aron, die 1997 den Begriff Hochsensibilität geprägt hat, fanden bisher jedoch kaum den Weg ins öffentliche Bewusstsein.

Hochbegabte und hochsensible Menschen sind oft multitalentiert, mit einem breit gefächerten Interessensspektrum, zahlreichen Kompetenzen und einen mäandrierenden Lebenslauf. Damit passen sie schlecht in die heutige Arbeitswelt. Viele Personalabteilungen sind  leider nicht in der Lage, schon anhand von Bewerbungsunterlagen die besonderen Fähigkeiten von hochbegabten und hochsensiblen Menschen zu erkennen.

Dazu berichtet Anne Heintze, eine erfahrene Expertin im Coaching von hochbegabten und hochsensiblen Erwachsenen in ihrem „Außergewöhnlich normal: Hochbegabt, hochsensitiv, hochsensibel: Wie Sie Ihr Potential erkennen und entfalten“: „In vielen Kulturen ist Hochsensibilität ein geschätztes Persönlichkeitsmerkmal, jedoch nicht in unserer Berufswelt. Wer in einer Welt von Haflinger-Pferden als buntes Zebra heraussticht, hat es in der braunen Herde nicht immer leicht. Hier ist noch viel Aufklärungsarbeit zu leisten.“

Jeder Mensch sucht eine Arbeit, die ihn zufrieden stellt. Hochsensible und hochbegabte Menschen, brauchen diese Arbeitszufriedenheit jedoch dringend, da „sie keinen Frondienst leisten können, ohne über kurz oder lang zu erkranken“, – so Anne Heintze. „Psychosomatische Reaktionen auf ein Arbeitsumfeld, das die Besonderheiten dieser ‚bunten Zebras’ nicht berücksichtigt, sind häufig.“

Hochsensibilität betrifft 5-10 % aller Menschen und sie ist keine subjektive Befindlichkeit oder Mimosentum, sondern eine nachweisbare Veranlagung und eine neurologische Besonderheit. Sie ist kein Nachteil, ebenso wenig wie Hochbegabung. Beide Persönlichkeitsmerkmale befähigen zu besonderen Leistungen, hoher Kreativität und ungewöhnlichen Problemlösungen.

„Mit meiner Arbeit will ich dazu beitragen, die Arbeitsbedingungen für hochbegabte und hochsensible Menschen zu verbessern.“, so Anne Heintze, Gründerin der OpenMind-Akademie und tätig in Frankfurt. „Gerade in Krisenzeiten sind derartig talentierte Mitarbeiter ein Segen für jedes Unternehmen. Clevere Unternehmen profitieren von außergewöhnlichen Mitarbeitern, wenn sie das enorme menschliche Kapital zur Entfaltung bringen können.“

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