Stetiger Erfolgsdruck, unzufriedene Kunden und unerledigte Arbeiten können bei Hochsensibilität auf die Dauer zu echtem negativem Stress führen. Dabei ist es möglich, aus der Stressspirale auszusteigen und selbst unter schwierigen Umständen plötzlich optimistisch nach vorne zu sehen. Verwandle den ungünstigen Dysstress in den motivierenden Eustress!

Das klingt nicht nur einfach, wenn du konsequent vorgehst, dann siehst du bald die positive Seite einer Stresssituation.

Eustress versus Dysstress – was macht die Stressarten aus?

Viel zu tun zu haben, bedeutet nicht automatisch schädlichen Stress. Vielleicht warst du schon einmal in einer Situation, in der du morgens früh aus dem Bett gehüpft bist und bis abends intensiv bei einer Arbeit warst, die dir Spaß gemacht hat und deren Ergebnis du kaum erwarten konntest. Jeden Abend warst du stolz auf das, was du schon geleistet hast und hast dir bereits ausgemalt, wie es am nächsten Tag weitergehen wird.

Voller Motivation hast du deine Aufgabe beendet und hast dich so richtig gefreut, als das Ziel erreicht war. Das ist Eustress. Der „gute“ Stress regt den Kreislauf an, damit du zu Höchstleistungen kommst, du kannst danach aber herrlich entspannen und schläfst abends sofort ein.

Oft tritt Eustress auf, wenn es sich um Hobbys handelt.

Will ein begeisterter Segler sein erstes eigenes Boot bauen, wird ihm die Arbeit nicht zu schwer – bis er in See stechen kann.

Ganz anders bei Dysstress, dem negativen Stress, der so sehr an Überforderung erinnert.

Jede Aufgabe fällt schwer. Was du siehst, ist der Haufen Arbeit, der sich vor dir aufstapelt, nicht die Menge, die du bereits bewältigt hast. Voller Unlust geht ein Mensch, der in den Fängen von Dysstress festsitzt, einen Teilschritt nach dem anderen an. Er freut sich nicht, wenn etwas erledigt ist, er sieht nur negatives Feedback und all das, was er noch umsetzen muss.

Der Weg in den positiven Stress

Anerkennung, Freude und ein klares Ziel, das sind wichtige Elemente, die aus einem Gefühl der Unlust zur Motivation führen. Freude hattest du schon lange nicht mehr? Anerkennung – das wünscht du dir vom Chef oder den Kunden, bekommst es aber nicht? Ein klares Ziel, das ist nicht zu erkennen? Sehen wir uns das genauer an:

  • Zollt dir niemand Anerkennung, tu das selbst! Nimm dir jeden Tag vor der Mittagspause und am Abend wenige Minuten und klopfe dir selbst auf die Schulter für deine gute Arbeit. Selbst wenn nichts Konkretes fertig geworden ist, sei stolz auf deine Geduld und dein Durchhaltevermögen. Lobe dich, du hast es dir verdient. Und damit deine Leistung für dich deutlich sichtbar wird, schreib deine Anerkennung an dich selbst in ein Lobtagebuch oder auf Haftzettel, die du überall anbringen kannst, wo du an deine Stärken erinnert wirst.
  • Freude kannst du lernen. Sicher, im Laufe eines Tages gibt es immer wieder Grund, sich zu grämen oder zu ärgern. Dabei übersiehst du leicht das freundliche Lächeln, das dir eine Kollegin schenkt oder den köstlichen Duft des Kaffees, den blauen Himmel draußen oder die Schönheit der ziehenden Wolken. Verschiebe deine Aufmerksamkeit und genieße Schönes ganz bewusst. Wenn du möchtest, schreib angenehme und freudige Erlebnisse gleich mit in dein Lobtagebuch.
  • In deiner Arbeit gibt es keine klaren Ziele, alles ist verwirrt? Überlege dir, was du selbst willst. Das muss mit dem Unternehmensziel nichts zu tun haben. Vielleicht möchtest du auf einen schönen Urlaub sparen oder wünscht dir Berufserfahrung für eine bessere Stelle. Eventuell hat der unangenehme Kunde hervorragende Kontakte oder du nimmst ihn als Übung für den Umgang mit Menschen, die schwierig sind. Es gibt so viele unterschiedliche Ziele, wähle eines oder eine überschaubare Menge und bleib dran.

Ich wünsche dir gutes Gelingen bei der Umsetzung.
Herzlichst
Anne