Erlernte Hilflosigkeit – noch wirst du dir vielleicht nicht viel darunter vorstellen können, aber die Erklärung, die dahintersteckt ist ziemlich einfach. Der amerikanische Psychologe Martin E. P. Seligman prägte das dahinterstehende Modell bereits 1974. Seligman konnte eindrucksvoll nachweisen, dass es einen Kontext zwischen menschlichen Depressionen und Hilflosigkeit bei Tieren gibt.

Während Tiere, zum Beispiel Hunde, ihrer Hilflosigkeit im Labor nicht entkommen, weil sie etwa eingesperrt sind, treibt sich der Mensch selbst in eine scheinbar hilflose Situation. Sicher kennst du Situationen, in denen du dir selbst sagst: „Das kann ich nicht“, „Das schaffe ich sowieso nicht“, „Meine Wünsche werden immer Wünsche bleiben. Umsetzen werde ich sie niemals.“, oder auch „natürlich passiert immer mir so etwas.“.

Es handelt sich hierbei nur um Gedanken.

Gedanken, die wir uns selbst einreden, weil sie uns zum Beispiel in unserer Kindheit eingetrichtert wurden.

Ein ganz einfaches Beispiel hierfür: du wolltest als Kind das erste Mal dein Brot selbst machen, doch dir wurde das Messer aus der Hand genommen und gesagt, dass du das ohnehin noch nicht kannst. Dieses „du kannst das noch nicht“ lässt sich mit vielen weiteren Beispielen fortsetzen.

Nicht nur im familiären Alltag wirst du solche Aussagen oft gehört haben, auch im Kindergarten, in der Schule, in der Ausbildung und vielleicht sogar in deinem jetzigen Beruf. Durch solche scheinbar normalen, nicht einmal böse gemeinten Aussagen, prägen wir unser Leben. Wir lernen, dass wir etwas nicht können. Langfristig wirkt sich dieses Bewusstsein auf unser Selbstwertgefühl aus.

Mit erlernter Hilflosigkeit leben

Mit erlernter Hilflosigkeit zu leben ist alles andere als ein Zuckerschlecken. Denn Betroffene gleiten zumeist in eine Art Resignation ab. Häufig werden sie depressiv und Handlungen werden, wenn überhaupt, apathisch nach Schema F durchgeführt. Es werden keine eigenen Lösungsansätze gesucht. Das kann dazu führen, dass neue Situationen zu einer kompletten Überforderung führen. Hat man etwas noch nie getan und weiß nicht, wie man es tun kann, ist man hilflos.

Wieder kreisen die bösen Gedankenspiele und die Abwärtsspirale führt zu einem Abdriften in die Dunkelheit. Auch solche Negativerfahrungen prägen und wirken sich dementsprechend ungünstig auf erneute unbekannte Situationen aus. Solche wiederkehrenden Denkmuster können die eigene Motivation nachhaltig erschüttern, den Lernprozess verlangsamen oder in schlimmsten Fall emotionale Störungen wie Depressionen oder Ängste hervorrufen.

Erlernte Hilflosigkeit ist keine reale Hilflosigkeit

Wenn wir von erlernter Hilflosigkeit sprechen müssen wir uns klar machen, dass diese Hilflosigkeit in Wirklichkeit gar nicht Existent ist. Wir glauben nur, dass wir hilflos sind. Wenn du aus deiner erlernten Hilflosigkeit entkommen möchtest, solltest du erst einmal deine gegenwärtige Situation und dein gegenwärtiges Ich reflektieren.

Wichtig ist, die eigene Einstellung zu verändern und nach Alternativen zu suchen. Positives Denken ist in diesem Zusammenhang unerlässlich. Mitunter könnte sich dieses positive Denken realitätsfern anfühlen, aber das spielt im Prinzip keine wirkliche Rolle.

Natürlich sollst du nicht naiv von den größten Erfolgen träumen.

Allerdings sollst du auch nicht denken, dass alles sinnlos, nutzlos und ohnehin ohne jeglichen Zweck ist. Überleg dir einfach: „Was habe ich zu verlieren?“ Egal, worum es geht, einen Versuch ist es immer wert. Solltest Du trotz deiner optimistischen Einstellung scheitern, ist das nicht schlimm. Denn dann hast du zumindest an Erfahrung gewonnen, aber wirklich verloren hast du nichts!

Erlernte Hilflosigkeit kannst du wieder loswerden, wenn es dir gelingt, als dein Denken wieder in konstruktive Bahnen zu lenken.

So kannst du Kontrolle über das eigene Leben, die eigene Situation und die eigenen Pläne zurückerlangen. Denn eines ist sicher, mit deiner erlernten Hilflosigkeit und den daraus resultierenden Gedanken prophezeist du dir selbst ein Scheitern.

Mit positiven Gedanken und Optimismus kannst du dir allerdings auch ein Gelingen deiner Pläne, Ziele und Wünsche prophezeien.

Übernimm Verantwortung für dich und deine Handlungen

Wenn du deine erlernte Hilflosigkeit wieder verlernen möchtest, geht es jedoch um mehr als Optimismus und Positivität. Es geht auch darum, Verantwortung für die eigene Person zu übernehmen. Denn du alleine bist für dein Leben, dein Glück und deine Zukunft verantwortlich. Niemand sonst kann dir das abnehmen. Ferner musst du alleine dafür sorgen, dass es dir gut geht.

Bedenke, dass du von niemandem abhängig bist, weder von deinem Partner noch von deinem Vorgesetzten.

Im Umkehrschluss bedeutet das aber auch, dass du niemanden die Schuld dafür geben kannst, wenn es dir schlecht geht. Denn auch dafür bist du alleine verantwortlich.

Wer bestimmt, dass es dir schlecht geht?

Niemand außer du selbst. Es sind einzig und alleine deine Gedanken, die dir ein schlechtes Gefühl vermitteln und dich herunterziehen. Ein kleines Beispiel: Du hast einen Plan, den du umsetzen möchtest und erzählst deinen Freunden davon.

Deine Freunde sind der Meinung, dass du es ohnehin nicht schaffst, diesen Plan umzusetzen und reden dementsprechend negativ auf dich ein. Aber, wer hat dir zu sagen, was du kannst/schaffst und was nicht? Woher sollen deine Freunde wissen, dass du dein Ziel nicht erreichen wirst?

Solange du denkst, dass du es schaffst, kannst du es auch schaffen.

Also hafte dich nicht an die Gedanken deiner Freunde. Nimm nicht die Gedanken deiner Freunde an. Sondern denke dir immer wieder, dass du es schaffen kannst. Denn du alleine bist dafür verantwortlich, deine Ziele zu erreichen.

Nicht deine Freunde. Im Umkehrschluss gilt aber auch: Sollten deine Freunde dir sagen: „Probier das doch, ich denke, du kannst das schaffen“, du probierst es und schaffst es nicht, sind auch dieses Mal nicht deine Freunde verantwortlich zu machen. Du alleine trägst die Verantwortung für deine Taten und den daraus resultierenden Konsequenzen.

Dein Weg aus der erlernten Hilflosigkeit

Um deinen Weg aus der erlernten Hilflosigkeit zu entkommen, solltest du Schritt für Schritt vorgehen. Am Anfang steht die Selbstreflexion. Frage dich, inwiefern du von der Gesellschaft und deinem Umfeld abhängig bist. Wann machst du dich abhängig? In welchen Situationen fühlst du dich hilflos und überfordert und warum? Frage dich anschließend, ob diese Hilflosigkeit wirklich vorhanden ist oder ob du dir diese nicht vielleicht einfach nur einredest.

Du bist nicht hilflos, solange du nicht eingesperrt oder angekettet bist. Du musst nur lernen, deine eigenen Fesseln abzulegen.

Du wirst schnell erkennen, dass du tatsächlich nicht hilflos bist. In jeder Situationen gibt es einen Ausweg. Du musst nur nach Alternativen und Lösungen suchen. Schließlich bist du ein erwachsener Mensch, der sein Leben selbst in die Hand nehmen kann. Für sich selber Entscheidungen trifft und seine Gedankenwelt selbst bestimmt.

Ein weiterer wichtiger Schritt: Löse dich von den Gedanken anderer.

Nur weil andere denken, dass du das nicht kannst, müssen sie damit nicht recht haben. Woher sollen sie es auch wissen? Vielleicht sind es einfach nur Neider, die dich von etwas abhalten wollen, was sie selbst nicht können. Du alleine weißt, was richtig und was falsch ist, was du kannst und was du nicht kannst. Aber auch das ist zweifelsohne eine Frage des Blickwinkels. Denn:

Woher weißt du, dass du etwas nicht schaffst, obwohl du es noch nie ausprobiert hast?

Deine erlernte Hilflosigkeit wirst du ganz einfach los, in dem du deine Gedanken in eine andere Richtung lenkst. Weg von der Negativspirale hin in das Licht. Im Prinzip kannst du alles erreichen, was du dir vornimmst. Vorausgesetzt du hast die ausreichende Motivation und denkst groß.

Rein theoretisch wäre es sogar möglich, mit einem Hauptschulabschluss BWL zu studieren. Dafür müsste man nur einen ausgereiften Plan verfolgen. Erst den Realschulabschluss, dann das Abitur und schließlich das Studium nachholen.

Ob man es wirklich schafft, steht natürlich auf einem anderen Blatt.

Wichtig ist aber, es zu versuchen, wenn man es wirklich möchte und sich für diesen Versuch einsetzen. Denn hilflos ist in Wirklichkeit niemand, man muss nur mit positiven Gedanken nach Lösungen und Auswegen suchen.

Alles Liebe
Anne