• Perfektionismus

Perfektion – die Klette der Hochbegabten und Hochsensiblen

Perfektion und Hochbegabung

Hochbegabte und hochsensible Menschen streben danach und sind doch Individuen, die sehr unterschiedlich im Leben stehen. Was sie eint, sind bestimmte Thematiken, mit denen sie konfrontiert werden.

Dazu gehört für viele das eigene Streben nach Perfektionismus. Denn während es für Hochbegabte und Hochsensible oft selbstverständlich ist, dass sie Fehler bei anderen akzeptieren, neigen sie sich selbst gegenüber zur unerbittlichen Kritik.

Das Streben nach Perfektionismus kann im Extrem dann dazu führen, dass sie ein Vorhaben lieber gar nicht angehen, als es unzureichend auszuführen. Aus der Begabung wird ein Fluch, der ein glückliches, zufriedenes Leben mit den eigenen Talenten verhindert.

Bist du hochsensibel oder einfach ein Faulenzer und Drückeberger?

Schon die Frage schmerzt, enthält sie doch eine Unterstellung, mit der sich Hochbegabte und Hochsensible immer wieder auseinandersetzen müssen. Extrem hohe Ansprüche an das eigene Handeln und Verhalten, Selbstzweifel, Angst vor Fehlern, eine geringe Frustrationstoleranz – ein ganzes Bündel an Schwierigkeiten stellt sich dem außergewöhnlichen Menschen in den Weg, bremst seinen Ausflug zu höheren Ideen und Vorhaben, sein intensives Streben nach Perfektion.

Gelingt ihm etwas, so war das Zufall oder Glück. Misslingt etwas, so ist er selbst dafür verantwortlich. Üben, wiederholen und akzeptieren, dass Fehler den Lernenden weiterbringen, sind ihm ein Gräuel. Was er tut, denkt, weiß, fällt ihm zu – kann er etwas nicht sofort umsetzen, neigt er dazu, es ebenso rasch wieder aufzugeben, wie er es begonnen hat.

Umgekehrt benötigen außergewöhnliche Menschen oft deutlich mehr Zeit, banale Aufgaben zu lösen, da sie viel mehr hinterfragen und reflektieren als andere, was und wie sie etwas tun.

Doch so anstrengend die Klette Perfektionismus auch sein kann, sie ist zugleich eine Herausforderung, der du dich leidenschaftlich stellen kannst, ohne dass sie dich zerstört.

Die Voraussetzung ist, dass du Perfektion nicht als Ziel, als Endpunkt auffasst, sondern als Streben, als Annäherung an einen Punkt in der Unendlichkeit. Förderlich ist es, wenn dafür bestimmte äußerliche Bedingungen gegeben sind: Wenn du einen Platz findest, an dem du in dem dir gemäßen Tempo und Rhythmus arbeiten kannst.

An dem deine Begabung und deine hohe Wahrnehmungs- und Auffassungsgabe geschätzt und geachtet werden. Letztlich aber ist es der Platz in deinem Inneren, den du dir zurückerobern musst. Vertreibe den nörgelnden Zensor, der alles, was du tust, herabwürdigt, weil es nicht gut genug ist. Ersetze ihn durch eine Person, die an dich glaubt und dir mit Wohlwollen und Wertschätzung begegnet.

Das Streben nach Perfektion, sich selbst zu vervollkommnen, ist grundsätzlich nichts Negatives. Das Streben nach Perfektion dagegen erweist sich im Hinblick auf Hochbegabung und Hochsensibilität häufig als kontraproduktiv. Wer sich das perfekte Bild vorstellen kann, muss deshalb noch nicht in der Lage sein, es zu zeichnen. Wer alle Regeln der Grammatik beherrscht, ist dadurch noch kein Schriftsteller.

Soll heißen: Du bist perfekt, so wie du bist. Mit allen Ecken und Kanten.

Das Streben nach Perfektion kann dir als Ansporn dienen. Das verkrampfte Festhalten am Perfektionismus behindert dich.
Niemand ist so einsam wie ein Mensch, der alles allein kann. Lerne teilen, delegieren, dich bewusst zu beschränken.

Du wirst merken: Je weniger du nach Perfektion strebst, desto leichter fällt es dir, deine Aufgaben gut zu lösen.

Feinfühlige Menschen brauchen besondere Lebensstrategien

Hochsensible Menschen haben besondere Fähigkeiten, brauchen aber auch besondere Bedingungen, um wirklich kraftvoll diese Fähigkeiten und Gaben zu leben.
Um diese Bedingungen schaffen zu können, habe ich dir in meinem E-Book „Hochsensibilität – Dein Anti-Stress-Coaching“ zahlreiche Tipps und Übungen zusammengestellt.

Sig

 

 

 

 

 

 

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Haben wir nicht alle immer wieder einen intensiven Dialog mit unserem lieb gewonnenen inneren Schweinehund? Ich müsste... ich sollte... Gesünder essen, Sport treiben und noch vieles mehr.

Niemand muss, niemand müsste. Aber jeder könnte, wenn er will und bereit ist, seine Komfortzone zu verlassen.

Klar, dann wird der liebe Schweinehund meckern, denn er will alles zu behalten, wie es ist.

Aber wie wäre dein Leben, wenn du mehr auf dich selbst hörst, anstatt auf all das, was dich scheinbar einschränkt, Rücksicht zu nehmen? Wage doch mal dieses Gedankenspiel. Spielen macht Spaß.

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