Die immerwährende Erreichbarkeit durch neue Technologien hat dazu geführt, dass wir es verlernt haben, richtig gerne und gut allein zu sein. Häufig wird das Alleinsein mit Einsamkeit in Verbindung gebracht. Viele glauben, der Mensch als soziales Wesen könne nur innerhalb einer Gemeinschaft sein Glück finden. Dabei ist es gerade für feinfühlige, vielfühlige, hochsensible Menschen so wichtig möglichst oft die Energiereserven im Alleinsein aufzutanken.

Doch wer allein ist, muss sich nicht einsam fühlen.

Das Alleinsein hat viele Vorteile, die dich stärker machen und weshalb du es anstreben solltest, öfter allein zu sein. Die zunehmende Vereinzelung der Gesellschaft macht es außerdem für viele Menschen nötig, mit dem Alleinsein umgehen zu können.

Hab keine Angst vor dem Alleinsein

Die gedankliche Verknüpfung:  „Alleinseins = Einsamkeit“ hat zur Folge, dass das Alleinsein oft als negativ wahrgenommen wird. So empfinden es viele Menschen als unangenehm, alleine in einem Restaurant zu essen, sich allein einen Film im Kino anzuschauen oder gar allein zu reisen. Doch gibt es keinen Grund, sich vor dem Alleinsein zu fürchten. Allein zu sein ist nichts Negatives – ganz im Gegenteil: Das Alleinsein hilft, Dinge innerlich zu klären, innere Ruhe zu finden und zu regenerieren.
In vielen Kulturen ist das Alleinsein deshalb ein wichtiger Prozess. Der bekannte Philosoph Immanuel Kant beispielsweise, unternahm jeden Tag einen Spaziergang, um Zugang zu seinen tiefsten Gedanken zu erlangen.

Gelange zu innerer Stärke mit Hilfe des Alleinseins

Das Alleinsein kann eine notwendige Voraussetzung für Kreativität sein. Alleinsein hilft dir auch, zu innerer Stärke zu finden. Du wirst gezwungen, dich mit dir selbst zu beschäftigen. Du hast Zeit, um über dich und die Welt nachzudenken. Dadurch lernst du dich besser kennen. Das ist nicht immer schön, denn du wirst auch deinen inneren Dämonen begegnen. Doch ist es essenziell für den inneren Frieden, zu lernen, mit den inneren Dämonen umzugehen.
Dies ermöglicht dir das Alleinsein. Zeit, um getroffene Entscheidungen und dein Handeln zu reflektieren, ist wichtig, um eine stabile Persönlichkeit zu entwickeln und aus eventuellen Fehlern zu lernen.
Die Isolation von äußeren Einflüssen hilft außerdem, dich voll und ganz auf dich selbst zu konzentrieren, deine eigene innere Stimme zu entwickeln, ihr zu lauschen und ihr zu vertrauen.
  • Was sind deine Bedürfnisse, deine Wünsche?
  • Was würdest du gerne tun, wenn du auf niemanden Rücksicht nehmen müsstest, dich niemand beurteilt und du keinen gesellschaftlichen Konventionen folgen müsstest?

Das wirst du während des Alleinseins herausfinden und auf diese Weise etwas näher zu dir selbst kommen. Wenn du Dinge alleine unternimmst, beispielsweise allein in ein fremdes Land reist, wirst du an deinen Aufgaben wachsen und erleben, dass du dich auf dich selbst verlassen kannst. Diese Erfahrungen werden dir eine innere Stärke und Selbstsicherheit verleihen.

Lerne, allein zu sein

Damit im Erwachsenenalter das Alleinsein möglich ist, ohne unter Einsamkeit zu leiden, sollte bereits als Kind das Alleinsein ohne Einsamkeitsgefühle erlernt werden. Doch dies geschieht immer weniger, da Eltern dazu neigen, ihre Kinder fortwährend abzulenken und anzuregen, dies oder jenes zu tun. So greifen sie immer wieder ein, statt einfach nur zu beobachten und das Kind lernt nicht, sich allein zu beschäftigen.

Doch auch neue Technologien, insbesondere die sozialen Medien, führen dazu, dass es für uns heutzutage ungewohnt ist, allein zu sein. Dabei ist es in unseren Zeiten umso wichtiger, sich an das Alleinsein zu gewöhnen. Denn die Gesellschaft vereinzelt sich immer mehr, wir leben kaum noch in Großfamilien, Beziehungen halten nicht mehr zwangsläufig für immer.
Der Job verlangt Flexibilität, wir ziehen von einer Stadt in die nächste. Es gibt so viele Freiheiten wie nie zuvor, unsere Zukunft ist nicht mehr abhängig von unserer Herkunft, uns stehen unzählige Möglichkeiten offen. Doch dies geht einher mit weniger Kontinuität. Deshalb ist es unabdingbar, ein stabiles und starkes Ich zu entwickeln, das weiß, was es will und dir die Sicherheit verleiht, die dir deine Umwelt nicht immer geben kann.

Es liegt nicht ausschließlich in der eigenen Hand, ob man allein sein will oder nicht.

Jeder kann plötzlich allein sein. Die Partnerin stirbt, der Job wird gekündigt oder ein Umzug in eine fremde Stadt ist erforderlich. Dann ist das alleinige Zurechtkommen eine Fähigkeit, die von psychischer Reife zeugt. Jeder sollte es mit sich selbst aushalten können, ohne sich augenblicklich zu langweilen oder zu fürchten.

So entwickelst du Genuss beim Alleinsein

Ist es dein eigener Wille, allein zu sein, dann kannst du diesen Zustand beginnen, indem du jegliche Verbindungen zu deinem sozialen Umfeld abbrichst. Verzichte auf Facebook, Twitter, Instagram, WhatsApp, E-Mails und ähnliche Dienste. Ziehe dich aus dem Internet zurück und lasse auch Blogs, Nachrichten-Websites und ähnliches hinter dir. Schalte dein Smartphone und dein Telefon aus.

Wenn du dich vollständig von deinem Umfeld isoliert hast, hast du im Prinzip zwei Möglichkeiten, allein zu sein. Entweder du schottest dich ab oder du gehst raus. Abschotten kannst du dich beispielsweise, indem du Kopfhörer aufsetzt und die Musik deiner Wahl hörst. Solltest du nicht alleine wohnen, teile deinen Mitbewohnern mit, dass du für eine bestimmte Zeit nicht gestört werden möchtest, ziehe dich in einen ruhigen Raum zurück und schließe die Tür. Jetzt bist du voll und ganz mit deinen Gedanken allein – genieße es!
Wenn du lieber den vier Wänden entfliehen möchtest, solltest du darauf achten dich nicht dort aufzuhalten, wo sich dein soziales Umfeld womöglich aufhält. Lebst du beispielsweise in einem Dorf auf dem Land, dann mache lieber einen Spaziergang durch einen Wald, am Strand oder im Gebirge, sodass du auf jeden Fall mit dir allein sein kannst. Denn im Dorf wird dich wohl jeder kennen, sodass es schwer sein wird, beim Spaziergang innerhalb des Dorfes, niemanden zu begegnen.
Lebst du dagegen in einer Großstadt, spricht auch nichts gegen einen Aufenthalt in einem ruhigen Café. Auch wenn du hier unter Menschen bist, so bist du dennoch allein mit dir und deinen Gedanken und kannst die Freiheit genießen.
Allein zu sein ist also kein Zustand, der bemitleidet werden müsste oder gar negativ wäre. Stattdessen ist es durchaus erstrebenswert, Zeit mit sich allein zu verbringen, um eine eigene Persönlichkeit, ein Ich, zu entwickeln und so eine innere Stärke zu erreichen. Die besten Ideen wurden häufig im Zustand der Einsamkeit entwickelt.

Es ist ganz und gar keine Schwäche, gerne allein zu sein.

Bist du gerne allein, solltest du stolz auf die Fähigkeit sein, mit dir selbst auskommen zu können – jeder sollte über diese Fähigkeit verfügen.

Ich liebe es, oft und viel allein zu sein. Einsam bin ich dabei nie.

Hochsensible Menschen brauchen besondere Lebensstrategien

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Herzlichst
Anne