Was sind MEME und wie wirken sie?

Meme sind Geschichten, Lieder, Gewohnheiten, Fertigkeiten, Erfindungen, Moden, die wir durch Imitation von anderen Menschen übernehmen. Sie sind eine Form von Information des Geistes, so wie Gene Information für den Körper sind: in DNA geschriebene Instruktionen zum Aufbau von Proteinen.  Meme sind seit einigen Jahren als eine Triebkraft der menschlichen Evolution im Gespräch. Der britische Soziobiologe Richard Dawkins von der Universität Oxford prägte 1976 in seinem Bestseller „Das egoistische Gen“ den Begriff „Mem“.

Beispiele für Meme

Etwas das bei anderen nachgeahmt werden kann, ist ein Mem oder Memkomplexen. Dazu zählen beispielsweise:

  • Geschichten, Anekdoten, Mythen
  • Glaube an Osterhase, Geister oder den Weihnachtsmann
  • Mode
  • Religionen
  • Beifall spenden, Anfeuern
  • Sprache, Dialekt, Schlagworte
  • Lieder, Musik, Tänze

Ein prominentes Beispiel für Meme ist zum Beispiel das Singen von „Happy Birthday“. Aber auch so etwas wie „Gesundheit“ sagen beim Niesen eines Menschen ist ein Mem in Reinform. Du bekommst es irgendwo mit und du tust es selbst. Die wohl mächtigsten Mem-Gebilde der Welt sind ohne Zweifel missionierende Religionen wie das Christentum. Ein Großteil unseres Tuns und Erlebens gehört nicht zu den Memen, etwa:

  • Subjektive Erfahrungen, komplexe Gefühle, Sinneswahrnehmungen
  • Konditionierte Reaktionen, z.B. Angst vor dem Geräusch eines Zahnarztbohrers
  • Kognitive Landkarten, z.B. sich in der näheren Umgebung zurechtfinden
  • Assoziationen mit Geräuschen und Gerüchen.

Regieren Meme die Welt oder zumindest uns Menschen?

Laut der Memtheorie kannst du diesen Eindruck durchaus gewinnen. Aber es gibt auch die Möglichkeit, deine eigenen Meme gezielt zu fördern bzw. zu entwickeln und quasi zeitgeschichtlich sowie im Hinblick auf die eigene Persönlichkeitsentwicklung zu positionieren.
Manche Gedanken und Ideen passen weitaus besser in das jeweilige gesellschaftliche Umfeld als andere Gedanken bzw. Ideen. So lassen sich zum Beispiel Musikstücke genau darin unterscheiden, wie gut oder schlecht sie letztendlich bei den jeweiligen Hörern „ankommen“. Auch politische Ideen haben einen diesbezüglichen Unterscheidungsfaktor. Ihre Wertschätzung ist nämlich letztendlich an dem Umstand abzumessen, wie unerwünscht oder eben wie erwünscht explizite politische Ideen für einen Staat erscheinen.
Meme bilden dabei genau so wie auch die Gene oftmals größere Einheiten, die dann als so bezeichnete Memkomplexe gemeinsam weitaus besser vervielfältigt respektive kopiert werden können, als es ein einzelnes Mem jemals für sich alleine vermag. Hierbei muss berücksichtigt werden, dass der Mensch an sich schon einen umfassenden Memkomplex darstellt.

Wie viele Erinnerungen, Meinungen, Vorurteile, Marotten, Überzeugungen, Vorlieben oder Abneigungen vereinst du in dir?

Deine Meme sind auch entscheidend für dein ganzes Dasein, für dein Auftreten und für deine ganze Persönlichkeitsentwicklung. Dabei kommen ständig neue Meme hinzu; es scheint fast so, als würde täglich eine entsprechende Selektion im menschlichen Bewusstsein stattfinden. Es ist das einzelne menschliche Individuum, das Meme weiter verbreitet.

Exemplarisches Beispiel: Religion und Gottesglaube als typisch erfolgreiches Mem

Gerade Religionen können als ein Beispiel für Memkomplexe heran gezogen werden. Denn: Religionen beinhalten ein komplexes Spektrum an Phantasien, Gedanken und Ritualen, die sich quasi wechselseitig respektive gegenseitig bestärken. Dies kann nicht zuletzt als ein entscheidend förderlicher Grund für das generationsübergreifende Überleben der jeweiligen Religion angesehen werden.

Gottesglaube bzw. die jeweiligen Religionen, die sich im Laufe der Geschichte bis zur heutigen Zeit hin durchgesetzt haben, können als ein typisch erfolgreiches Mem angesehen werden. Hier wurden die kulturellen Informationen durch eine gelungene Imitation erfolgreich weitergegeben. Diese gelungene Imitation ist dabei ein wesentlicher Punkt aller Überlegungen zur Memtheorie.

Du kannst Meme als eine Art hypothetisches Konstrukt verstehen. Ein Mem findet einerseits Einlass in der jeweiligen Memvorlage (z.B. Gehirn, Speichermedien etc.) als auch in der jeweiligen Memausführung (z.B. Sprache bzw. Kommunikation, was auch als Memplex charakterisiert werden kann). Als wichtigster Mechanismus im Hinblick auf eine gelungene Transferierung der Meme gilt diesbezüglich die Imitation.

Du kannst bewusst entscheiden, was du imitieren willst

Meme wollen Aufmerksamkeit: Die beste Sendezeit, die umfangreichsten Artikel in den Tageszeitungen und Nachrichtenmagazinen. Ziel der Meme ist es dabei immer, das menschliche Gehirn quasi zu infizieren. Jahrhunderte lang hatten die Meme diesbezüglich auch gute Chancen, in der modernen Welt aber unterliegen sie einem weitaus grösseren selektiven Prozess wie in den Epochen zuvor. Denn: Die Aufmerksamkeit ist in der heutigen Informationsgesellschaft ein wahrlich knappes Gut geworden. Je nachdem, worauf du deine Aufmerksamkeit richtest, gestaltest du dein Mem. Aber die moderne Reizüberflutung muss dazu beeinflusst werden.

Die Informationsflut überfordert das Gehirn als Speichermedium

Mit dem Internet scheint vorläufig quasi das Ende der Fahnenstange erreicht zu sein. Die früheren Techniken, die entwickelt wurden, um unsere Meme schneller und besser zu verbreiten, stoßen nunmehr an ihre Grenzen. Früher ermöglichte es beispielsweise die Schrift, Meme besser zu kopieren. Bücher bzw. die Literatur an sich verlängerten dann die Lebensdauer der Meme. Telefon, Kopiergeräte sowie Fax erlaubten es schließlich, Meme in Lichtgeschwindigkeit zu transferieren. Erst mit Einzug des Internets könnte jetzt ein noch härterer Konkurrenzkampf der Meme initiiert worden sein.

Eigene Meme entwickeln: Zielorientiertes Akzeptieren und Transferieren von Mem-Komplexen

Die Frage ist: Werden wir wirklich alle von Memen gesteuert? Oder fühlen wir das zumindest so? Du unterliegst – wie jeder Mensch – gewissen Moden. Du hast zwar einen grundsätzlichen Geschmack. Dieser kann sich aber von Zeit zu Zeit ändern. Genau so wie auch ein Wandel von ethischen Einstellungen existent und jederzeit spürbar ist. So gesehen kann die Memtheorie durchaus auch als ein intellektuell reizvolles Spiel angesehen werden.

Du kannst dich nämlich durchaus erst einmal auf dieses Spiel einlassen und auf diese Art zahlreiche kulturelle Phänomene, die uns diese Welt zu bieten respektive hervor gebracht hat, aus einem ungewohnten Blickwinkel studieren. Wenn du dann wirklich möchtest, kannst du die Welt – aufgrund der zig Millionen Ideen, Gedanken und Informationen – als von eben den Memen regiert ansehen bzw. beschreiben.

Fakt ist, dass kulturelle Errungenschaften wie zum Beispiel politische oder religiöse Ideen, Melodien, bestimmte Verhaltensweisen oder auch handwerkliche Tätigkeiten stets miteinander in Konkurrenz getreten sind. Einige haben sich gegen wiederum andere Errungenschaften durchgesetzt, einige sind schnell vergangen, wurden eventuell aber wieder entdeckt und vielleicht sogar bis zum Ende der Welt tradiert.

Entscheide selbst

Du kannst selbst darüber entscheiden, wann es sich lohnt, ein Mem, also eine Idee, ein Gedanke oder eine Errungenschaft zu kopieren und auf diese Art zu weiter zu verbreiten. Die Neurobiologie lehrt uns, dass du als Mensch jederzeit Konstrukteur deiner persönlichen, deiner eigenen Wirklichkeit bist.

Daher solltest du dich in diesem Zusammenhang fragen, ob Meme – wie oftmals behauptet – in der Tat von Gehirn zu Gehirn springen, oder ob sie nicht doch eher in jedem einzelnen Nervensystem immer wieder neu entstehen. Diese Form der Replikation unterscheidet sich dann ganz erheblich von dem Prozess der Zellteilung.

Wenn du dieses Thema so betrachtest, dann wird schnell klar, dass du als Mensch, als denkender und handelnder Mensch, nicht vor der Macht der Meme oder vor den Mem-Komplexen kapitulieren musst. Stattdessen läuft es auf eine Selbstreflektierung des Erlebten, der eigenen Gedanken und des eigenen Lebens hinaus, wodurch deutlich wird, dass wir zwar unseren eigenen Genen quasi ohne Möglichkeit der Einflussnahme ausgeliefert sind, Meme hingegen aber nur dann kopiert werden müssen, wenn du sie auch akzeptierst oder für gut befindest. Eine Macht der Meme über dich sieht definitiv anders aus.

Jeder Mensch ist seines Glückes Schmied: Persönlichkeitsentwicklung durch eigene Meme

Du kannst ganz alleine über deine Meme bestimmen. Du kannst die Macht der Meme nicht nur unterbrechen, sondern quasi zu deinem Vorteil nutzen. Niemand zwingt dich ein Mem, das im Grunde genommen gar nicht kompatibel zu deinem Geschmack, zu deiner Einstellung bzw. zu deinem Denken an sich ist, als gegeben zu akzeptieren und weiter zu verbreiten. Du kannst als eigenständiges Individuum deine ganz persönlichen Meme entwickeln und auch verbreiten!!

Du musst dafür im Grunde genommen nur stetig dein eigenes Leben, dein Verhalten, deine inspirierenden Ideen oder auch einfach nur die Art deiner Kommunikation mit anderen Menschen reflektieren. Dann hinterlässt du nicht nur durch das Überspringen deiner eigenen Meme auf andere Speichermedien bzw. Gehirne eine Botschaft bzw. deine zeitgeschichtlichen Spuren in der Welt, sondern machst gleichzeitig im Hier und Jetzt eine effektive Persönlichkeitsentwicklung durch.

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Kennst du schon unsere 1-Minuten-Coachings?

Wir können uns das Wissen und die Kraft unseres Unterbewusstseins zu Nutze machen, wenn wir zu verstehen lernen, was es uns sagen will und begreifen, wie das Unterbewusstsein arbeitet. Wir müssen dafür einerseits die Impulse unseres Unterbewusstseins wahrnehmen, um uns dann bewusst entscheiden zu können, diesem Impuls zu folgen oder nicht. Andererseits können wir selbst unserem Unterbewusstsein Botschaften vermitteln. Genau dies tun wir mit den 1-Minuten-Coachings. Unter diesem Link findest du weitere Informationen: 1-Minuten-Coachings.

unterschrift Anne