Es ist an der Zeit zu erkennen, dass es ein Geschenk ist, eine Frau zu sein. Leider existiert in unserer Gesellschaft in weiten Teilen immer noch ein irrationales Bild vom weiblichen Wesen, das die Entstehung negativer Emotionen wie Selbstzweifel und Minderwertigkeitsgefühle im Inneren der Frauen begünstigt.

Unsere Gesellschaft hat ein Schönheitsideal entworfen, dem nachzueifern bereits kleine Kinder animiert werden. Dies beginnt mit dem Geschenk der ersten Barbiepuppe – so schön und makellos soll das junge Mädchen auch einmal sein. Häufig unterstützen Eltern und andere Erziehungsverantwortliche dieses Streben und intervenieren gar nicht oder zu spät, sodass es nur logisch scheint, dass sich häufig ein völlig irrationales Selbstbild in den heranwachsenden Mädchen bildet. Markante Zeichen dieser Fehlentwicklung sind unter anderem teure Schönheitsoperationen im Gesicht, an den Brüsten oder dem Bauch, denen keinerlei physisch bedingter, sondern lediglich ein psychischer Faktor zugrunde liegt. Wer dem vorgegebenen Ideal nicht entspricht, muss oft Nachteile fürchten – sei es in Form von Mobbing durch Mitschüler oder Arbeitskollegen oder minimierten Chancen, den Traumpartner für sich zu begeistern.

Unsere Welt ist generell sehr auf das Äußere fixiert, eine Oberflächlichkeit, die besonders Frauen zusetzt

Durch die vorrangige Beschäftigung mit dem eigenen Aussehen machen sie sich politisch und sozial in gewisser Weise selbst unmündig. Sie vergessen innere Werte und definieren sich weitestgehend über die Optik. Hinzu kommen belastende Vergleiche mit anderen Frauen; anstatt sich zu solidarisieren und gemeinsam für den herausragenden Wert der Frau zu kämpfen, bekämpfen sie sich vielmehr gegenseitig, indem sie einander mit Misstrauen und Neid begegnen.

Eine Frau zu sein, ist ein Geschenk. Es gibt unzählige Gründe dafür: Frauen besitzen die starke Fähigkeit, intensiv zu fühlen, sowohl seelisch als auch physisch. Im weiblichen Körper gibt es nicht nur eine erogene Zone, sondern viele. Frauen sind in der Lage, größte Schmerzen auszuhalten und neues Leben zu schenken, und diese Kreativität können sie in allen Lebensbereichen entfalten. Ich könnte unendlich viel mehr aufzählen.

Es darf doch nicht sein, dass sich Frauen gegenseitig bekämpfen! All die aus den zahlreichen negativen Mythen und unerreichbaren Idealen entstandenen Selbstzweifel und Minderwertigkeitsempfindungen müssen ein Ende finden. Liebe Frauen, hört auf, euch zu beneiden, hört auf, euch zu schämen, hört auf, euch zu unterwerfen – ihr tragt so unermesslich viel Wert in eurem Inneren, in eurer gefühlvollen Seele! Werdet euch dessen bewusst.

Ja, es ist längst an der Zeit. An der Zeit, zu erkennen, dass es ein Geschenk darstellt, eine Frau zu sein

Allein, für sich selbst festzulegen, wie man Weiblichkeit definiert, ist nicht leicht. Was ich für weiblich halte, muss für dich noch lange nicht gelten. Die Art und Weise, wie ich mich als Frau empfinde und wie ich Weiblichkeit genieße, kann für dich vollkommen anders aussehen. Mit der folgenden Reflexion kann es dir klarer werden. Ebenso wie Männern ihr Umgang mit ihrem Geschlecht klarer werden kann.

Reflexion: Du und dein Geschlecht

Fühlst du dich so richtig rundherum schön weich weiblich? Fühlst du dich so richtig rundherum stark männlich? Oder kannst du mit dem Thema Weiblichkeit oder Männlichkeit nicht viel anfangen? Nutze meine Reflexionsfragen. Diese orientiert sich in zwei Richtungen, nach innen und nach außen. Es geht also sowohl darum, wie du dich selbst fühlst, aber auch darum, wie dir dein Umfeld deine Geschlechtlichkeit spiegelt.

Frage dich zuerst bei den folgenden Bereichen, wie zufrieden du jeweils bist und beziffere diese Zufriedenheit mit einer Prozentangabe zwischen 0 und 100.

  1. Akzeptanz des eigenen Körpers
  2. Akzeptanz von Frauen- oder Männerrollen
  3. Ausstrahlung und Attraktivität
  4. Identität als Frau/Mann
  5. Kraft, Energie und Lebendigkeit
  6. Liebesfähigkeit und Hingabe
  7. Gefühlte gegenwärtige Potenzialentfaltung als Frau/Mann
  8. Resonanz und Anerkennung als Frau/Mann im Umfeld
  9. Sexualität und Erotik

Es liegt auf der Hand, dass eine Zufriedenheit unter 50 Prozent deutlich zu gering für ein erfülltes Leben ist. Eine Zufriedenheit zwischen 50 und 70 Prozent zeigt immer ein deutliches Entwicklungspotenzial an: Da ist noch Luft nach oben. Eine Zufriedenheit über 70 Prozent kann auf jeden Fall als wirklich gut betrachtet werden. Wo stehst du?

Sortiere nun diese neun Punkte in der Reihenfolge der Wichtigkeit für dich. Möglicherweise ist für dich Ausstrahlung und Attraktivität sehr viel wichtiger als für einen anderen Mann oder eine andere Frau. Hier liegt jeder eine ganz andere Reihenfolge fest.

Auch zum Thema der eigenen Geschlechtlichkeit habe ich einige spannende Fragen für dich:

  • Wann hast du dich zum ersten Mal als erwachsene(r) Frau/Mann gefühlt?
  • Welche Vorzüge als Mann oder Frau sind dir bewusst?
  • Wie ist dein Verhältnis zu deinem Körper, was magst du an ihm, was weniger?
  • In welchen Situationen empfindest du eine Irritation gegenüber deiner Geschlechtlichkeit?
  • In welchen Bereichen suchst du noch Klarheit?
  • Wie würde für dich eine rundum gute männliche oder weibliche Ausstrahlung aussehen?
  • Was hält dich davon ab, diese Ausstrahlung zu entfalten?

Notiere dir deine Aussagen wieder schriftlich und prüfe von Zeit zu Zeit, wie sich das Thema in dir weiterentwickelt.

Willst du das Thema vertiefen, lies mehr dazu in meinem Buch Erotische Intelligenz.

Weitere Literaturempfehlungen findest du in unseren Buchempfehlungen.

Sig