Es heißt „viele Wege führen nach Rom“ – mindestens ebenso viele Fehler kannst du auch in Bezug auf deinen Neuanfang machen. Es gibt allerdings einige äußerst hilfreiche und einfach zu erlernende Schritte, um diese noch rechtzeitig zu erkennen.

Vermeide diese Fehler beim Neuanfang

1. Schau nicht nur in eine Richtung

„Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne“ – du kennst sicher das tolle Gefühl etwas Neues zu beginnen und möchtest alles, was dich belasten könnte, möglichst ausblenden? Doch eine Aufbruchsstimmung mit Scheuklappen hat ihre Schattenseiten.

Um realistisch zu bleiben, mache dir bewusst, welche Schwierigkeiten auftauchen könnten. Verfasse einen Zettel, auf dem du mögliche persönliche Katastrophen (beispielsweise: Freund geht fremd / hohe Schulden / Trauerfall in der Familie) auflistest und schreib dazu, wie du darauf reagieren wirst. Selbst wenn keiner der Fälle eintritt, sondern etwas anderes unangenehmes, denk an diesen Zettel – er steht von nun an für deine wachsende Fähigkeit Probleme bewältigen zu können, so schlimm sie auch sind, ohne in ein Loch zu fallen.

Diese Stärke nennt man Resilienz bzw. psychische Widerstandsfähigkeit und sie lässt sich ziemlich gut trainieren. Wenn du das Gefühl hast, der Abgrund ruft dich, ruf zurück: ich komm auch ohne dich klar!

2. Stehe gegenüber anderen zu deinem Entschluss zum Neuanfang

Du möchtest deine Arbeit wechseln, aber deine Eltern raten dir davon ab? Du findest eine Person aus deinem Bekanntenkreis süß, aber deine beste Freundin mag sie nicht? Es wird immer wieder vorkommen, dass solche unterschiedlichen Perspektiven dich belasten. Vielleicht stellt sich dein Schwarm wirklich als Ekel heraus, aber du musst diese Erfahrung selbst machen, niemand kann sie dir abnehmen.

Die Menschen in deinem Umfeld meinen es gut mit dir, manchmal haben sie recht, manchmal nicht. Aber du entscheidest, niemand anders. Wenn du ihnen selbstbewusst kommunizierst, dass ihre Bedenken dir nicht weiterhelfen, werden sie deinen Entschluss im Endeffekt auch akzeptieren.

3. Verändere den Fokus 

Du grübelst nach deinem Neuanfang noch oft über deine Zukunft oder denkst an die Vergangenheit? Oder du schiebst wieder vermehrt Sachen auf und verdrängst die noch offenen Probleme, weil sie so kompliziert zu lösen scheinen? Beides ist die Kehrseite ein und derselben Seite, denn du traust dir nicht genug zu!

Glaube dir selbst, dass du die Zukunft bewältigen kannst und das Grübeln wird weniger. Etabliere einen respektvollen Umgang mit deiner Vergangenheit, sie bestimmt nicht über deine Gegenwart und Zukunft. Und wenn du wieder aufschiebst, setzte dir kleine, erfüllbare Ziele, ermuntere dein Umfeld dir dabei zu helfen, vertraue dich an. Gemeinsam geht es immer leichter – auch Pläne zu schmieden, wie deine komplizierten Probleme angepackt und gelöst werden können.

4. Handle ganzheitlich beim Neuanfang

Vielleicht hast du vor deinem Neuanfang sehr spontan und dadurch unüberlegt gehandelt, weshalb du jetzt sehr vorsichtig agierst? Oder du warst sehr schüchtern und einsam und dein Neuanfang besteht darin, vermehrt zu feiern?

Verliere deine Mitte nicht, es nützt nichts sich von einem Extrem sofort zu dem anderen zu bewegen. Deine Persönlichkeit, das bist und bleibst du. Du wirst immer etwas spontaner sein als andere oder etwas zurückhaltender. Es geht bei einem Neuanfang nicht darum sein Innerstes abzuschütteln, sondern zu pflegen. Du kannst spontan sein, ohne bestimmte Risiken einzugehen. Oder zurückhaltend und zugleich charmant.

5. Verliere deine langfristigen Ziele nicht aus den Augen

Wenn die ersten Hürden des Neuanfangs genommen sind, du etwa nach deiner Trennung eine Wohnung gefunden und eingerichtet hast, deine Bewerbungen zu einer Anstellung geführt haben, oder sich eine belastete Beziehung durch eine Versöhnung endlich normalisiert, dann ruhe dich nicht auf dem Erreichten aus.

6. Die Wohnung, Arbeit oder Versöhnung sind das „wie“ deines Neuanfangs, aber das „wohin“ erfordert noch viel Einsatz.

Möchtest du beispielsweise auf Dauer wirklich allein leben? Die meisten Menschen benötigen das angenehme Gefühl von Gesellschaft. Wenn du dich nicht sofort in eine neue Beziehung stürzen willst, suche dir eine Mitbewohnerin oder einen Mitbewohner.

Wenn du in einer kleinen Wohnung lebst, überlege vielleicht in eine WG zu ziehen – dadurch kannst du viele inspirierende Menschen kennenlernen. Deine eigene Wohnung nach nicht allzu langer Zeit wieder aufzugeben, erscheint dir vielleicht auf den ersten Blick widersinnig – aber was nützt dir etwas, das wie ein Käfig wirkt und dir nicht guttut? Deine Wohnung hat dir geholfen, dich zu stabilisieren, ist jedoch zu klein, dass du dich darin auf Dauer entfalten kannst. Wachse rechtzeitig – statt zu verwachsen.

Dies gilt auch für deine Arbeitsstelle.

Zwinge dich nicht dazu, dich in einem Job einzurichten, der dir zwar ein angemessenes Einkommen ermöglicht, dabei deine Kreativität jedoch vernachlässigt. Bilde Rücklagen so weit dir möglich ist und überlege, wie du vielleicht deine Arbeit umstellen könntest, sodass sie dir mehr Freude macht. Wenn dein Chef deinen Vorschlägen nicht zustimmt, ist es unter Umständen für dich Zeit, nach einer spannenderen Stelle Ausschau zu halten.

Reicht es dir wirklich, dich mit deiner alten Bekanntschaft wieder nur zu verstehen, oder kann du, um in der Zukunft eure alte Vertrautheit wiederherzustellen, eventuell neue Aktivitäten mit ihr unternehmen? Gehe in Vorleistung und denke nicht: „Wenn sie nicht vermehrt auf mich zukommt, dann mache ich das auch nicht.“ Sie könnte ähnlich denken.

Wer aus seine Komfortzone heraus geht, kann enttäuscht werden.

Vielleicht reagiert deine Bekanntschaft ausweichend. Dann weißt du, dass es wohl zu früh für deinen Schritt war – oder sie generell kein Interesse an einer vertrauteren Beziehung mehr hat. Du musst dich dann nicht schlecht fühlen – du hast nichts falsch gemacht. Die Unsicherheit zuvor war viel unangenehmer.

Gib ihr Zeit auf dich zuzukommen, sie weiß jetzt wie du fühlst. Selbst wenn sie sich nicht meldet, hast du unter dem Strich nichts verloren, sondern Erfahrung und somit Resilienz hinzugewonnen.

Kannst du mit diesen Tipps für einen Neu-Anfang etwas an-fangen?

Herzlichst
Anne