Unsere Gedanken sind alte Bekannte die immer wieder kehren. Sie kreisen über unseren Köpfen wie Geier, die darauf warten, bis der letzte Widerstand erloschen ist. Unsere Gedanken gehören wahrlich zu uns. Sie kleben an uns wie Kletten, kommen mit uns zur Arbeit, nehmen ungebeten am Urlaub teil und beim Joggen heften sie sich erfolgreich an unsere Fersen.

90 % unserer Gedanken wiederholen sich in einer Endlosschleife.

Wenn sich unsere Situation ändert lösen ein paar frische Gedanken ein paar alte ab und übernehmen deren Platz im Gedankenkarussell.

Um die gewohnten Gedankenbahnen zu verlassen, hilft ein Gedankensprung.

Ein Themenwechsel eignet sich, unsere Aufmerksamkeit etwas anderem, neuem, zuwenden und schon laufen die Gedanken in eine neue Richtung.

Eine andere Möglichkeit findet sich in der Meditation.

Wenn es uns mit etwas Übung und Geduld gelingt tatsächlich Konzentration über einen längeren Zeitraum zu halten, entstehen Lücken zwischen unseren Gedanken. Sie reihen sich dann nicht mehr wie Perlen an einer Schnur zu langen Gedankenketten auf, sondern durch unsere geschulte Aufmerksamkeit können wir jeden Gedanken in den ersten Sekunden seines Entstehens stoppen, dann ist da erstmal nichts, eine große Lücke tut sich auf.

Diese Lücke ist das geöffnete Fenster in, dem neue Ideen auftauchen, wo Kreativität entsteht und Erkenntnisse geschehen.

Diese Lücken sind Öffnungen in den Raum des Einen Wissens.

Hier suchen und finden Künstler ihre Inspiration und spirituell Suchende erhaschen einen Blick in die Unendlichkeit.

Weil wir aber das Nichts nicht gewohnt sind, verhalten wir uns rasch wieder nach bekanntem Schema und basteln aus den Visionen, Erkenntnissen und Einblicken wieder unsere eigenen Gedankenketten. Holen das Neue herein ins Bekannte, passen es unserem Weltbild an und verwandeln so das Überpersönliche in ein verdaubares persönliches Paket.

Es braucht etwas Erfahrung um auch auf die neuen Gedanken in den Lücken nicht zu reagieren und dann tauchen wir ein in das Wesen der Meditation, unsere tiefste Natur kann sich offenbaren, wir entdecken das Leben als magisch und anmutig, wir begreifen den Tanz der Atome und überwältigende Liebe lässt unser Herz überfließen, wir sind zuhause.

Namasté
Ananda