• Empathie

Empathie als Intelligenzform

Das Wort Empathie hat einen altgriechischen Ursprung. »Empathein« bedeutet tatsächlich »einfühlen«, so wie wir es im Deutschen auch verwenden. Die Fähigkeit der Einfühlung wurde in den letzten Jahren im Rahmen der Spiegelneuronen-Forschung näher untersucht.

Der Arzt und Psychiater Joachim Bauer hat die Fähigkeit der intuitiven Kommunikation durch Spiegelneuronen in seinem Buch „Warum ich fühle, was du fühlst“ bekannt gemacht: Offenbar gibt es im Gehirn spezielle Zellen, die uns auf direktem Wege übermitteln, wie es einer anderen Person geht. Diese Information erfahren wir als Mitfühlen.

Die Botschaften, die wir durch Empathie erhalten, sind wichtige Einflussfaktoren für unser soziales Miteinander, daher kann auch Empathie als eine Form der Intelligenz begriffen werden. Sie ist ein wichtiger Faktor der emotionalen Intelligenz. Doch auf Empathie beruht nicht nur die emotionale, sondern auch die soziale Intelligenz. Sie ermöglicht Selbsterkenntnis und sie ermöglicht die intuitive Erkenntnis einer anderen Person und Personengruppen.

Die soziale Intelligenz

Die soziale Intelligenz umfasst die Fähigkeit eines guten, konfliktfreien (oder Konflikte auflösenden) sozialen Miteinanders. Grundlegende Fähigkeiten der sozialen Intelligenz sind empathischer Art: Zuhören, Mitfühlen, Verständnis der Körpersprache, Gesten, Mimik und anderer non-verbaler Signale von anderen. Aufgrund dieser durch Empathie gewonnenen Informationen wird kluges (verträgliches) soziales Handeln möglich. Dies ist soziale Intelligenz.

Die emotionale Intelligenz

Emotionale Intelligenz besteht in der Fähigkeit, Gefühlszustände in sich selbst und anderen zu erkennen, Gefühle in sich selbst zu regulieren, kluge Entscheidungen für sein Handeln aufgrund oder trotz eigener Gefühlslagen zu treffen.

Hier zeigt sich, dass Empathie nicht nur auf fremde Men-schen bezogen ist, sondern auch auf sich selbst: Sich in sich selbst einfühlen bedeutet, eine Klarheit darüber zu entwickeln, welches die eigenen Motive, Bedürfnisse, Stimmungen und Emotionen sind. Erst wer die innere emotionale Lage in sich selbst gut kennt, versteht und empathisch begreift, kann auch verstehen, was in anderen Menschen vorgeht. Viele Empathen müssen erst lernen, die eigenen emotionalen Befindlichkeiten für ebenso wichtig einzuschätzen, wie die anderer Menschen und entsprechend zu handeln.

Wir können sagen, dass Empathie sowohl eine intrapersonelle Intelligenz ist – im weitesten Sinne also eine Form der Selbsterkenntnis – als auch eine interpersonelle Intelligenz, das heißt, eine soziale Fähigkeit (»intra« bedeutet »in, innen«; »inter« bedeutet »zwischen, hin und her«). Wird sie auf möglichst natürliche, nicht-manipulative Weise eingesetzt, ist sie eine Wissensquelle für ein gutes und nachhaltiges Miteinander.

Die interpersonale Intelligenz

Als interpersonale Intelligenz wird die Fähigkeit bezeichnet, auch unausgesprochene Motive, Gefühle und Absichten anderer Menschen nachempfindend zu verstehen (vergleichbar mit Empathie) und deren Stimmungen und Emotionen zu beeinflussen. Diese Fähigkeit ist eine wesentliche Voraussetzung für den erfolgreichen Umgang mit anderen. Howard Gardner sieht diese Fähigkeiten bei politischen oder religiösen Führern, bei geschickten Eltern, guten Lehrern sowie bei anderen beratenden oder heilenden Berufen besonders stark ausgeprägt.

Die intrapersonale Intelligenz

Die intrapersonelle Intelligenz besteht in der Fähigkeit, die eigenen Gefühle, Stimmungen, Schwächen, Antriebe und Motive zu verstehen und zu beeinflussen. Personen, die darüber verfügen, haben nach Gardner ein zutreffendes mentales Modell ihrer Persönlichkeit. Diese interne, auf Selbsterkenntnis beruhende, und wie er sie nennt, »central intelligence agency«, lässt Menschen richtige Entscheidungen treffen.

Beide Intelligenzformen sind die Grundbausteine der Theorie der Emotionalen Intelligenz. Hochsensitivität und Hochempathie lassen sich je nach Intensität und Ausprägung der intraper- sonellen, interpersonellen oder sozialen Intelligenz zuordnen. Alle Intelligenzformen beschreiben wunderbar einzelne Teilbereiche von Hochsensibilität und Hochsensitivität.

Am 14.Mai 2018 erscheint Anne’s und Ananda’s Buch: Anne Heintze und Ananda Hummer: Die Gabe der Empathen: Wie Sie Ihr Mitgefühl steuern und sich und andere stärken.

Mehr über die unterschiedlichen Intelligenzformen kannst du in Anne’s Blogbeitrag lesen: Intelligenz-Konfetti.

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Haben wir nicht alle immer wieder einen intensiven Dialog mit unserem lieb gewonnenen inneren Schweinehund? Ich müsste... ich sollte... Gesünder essen, Sport treiben und noch vieles mehr.

Niemand muss, niemand müsste. Aber jeder könnte, wenn er will und bereit ist, seine Komfortzone zu verlassen.

Klar, dann wird der liebe Schweinehund meckern, denn er will alles zu behalten, wie es ist.

Aber wie wäre dein Leben, wenn du mehr auf dich selbst hörst, anstatt auf all das, was dich scheinbar einschränkt, Rücksicht zu nehmen? Wage doch mal dieses Gedankenspiel. Spielen macht Spaß.

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