Was in Filmen und Serien völlig normal zu sein scheint, finden wir selbst bei uns meistens eher seltsam: Selbstgespräche. In Filmen soll dem Zuschauer auf diese Art besser verständlich gemacht werden, was der Darsteller tut und denkt. Erwischt uns in der Realität jemand bei einem Gespräch mit dem eigenen Spiegelbild, ist uns das jedoch meistens unangenehm.

Dabei sind die innerlichen Monologe (ob gedacht oder laut ausgesprochen) äußerst praktisch.

Schon Kinder im Alter von zwei Jahren plappern unentwegt vor sich hin. Dies erleichtert es ihnen, ihre Aufmerksamkeit zielgerichtet einem bestimmten Thema zuordnen zu können und die Gedanken zu sortieren. Der laut ausgesprochene Monolog geht meistens ab dem Alter von fünf Jahren langsam in einen gedachten, innerlichen Monolog über.

Auch im Erwachsenenalter können Selbstgespräche hilfreich sein.

Über 90 % aller Erwachsenen sollen übrigens regelmäßig Selbstgespräche führen. Wer „laut nachdenkt“, schafft eine Art Brainstorming. Außerdem kann man sich mit der Hilfe von Selbstgesprächen selbst motivieren oder und sich in stressigen Situationen besser beruhigen. Für was Selbstgespräche noch alles gut sind und wie du sie für deinen Erfolg nutzen kannst, erfährst du jetzt.

Die Kausalität zwischen Selbstgespräch und Erfolg ist längst belegt worden.

Kinder, die Selbstgespräche führen, sind eher in der Lage, knifflige Rätsel zu lösen und bewältigen sie schneller als schweigende Kinder. Studenten die einen Fahrradhalter konzipieren und bauen sollten, waren dann strukturierter und konzentrierter bei der Aufgabe, wenn sie mit sich sprachen. Ein weiteres Beispiel ist die Sportwissenschaft. In diesem Bereich weiß man schon lange um den Nutzen von Selbstgesprächen zur Motivation und Leistungssteigerung. Sportler nutzen dabei beispielsweise Anweisungen, um Techniken zu verbessern.

Was man mit Selbstgesprächen alles erreichen kann

Selbstgespräche können also deine Gedanken ordnen, strukturieren und helfen dir bei der Lösung von Aufgaben und Problemstellungen. Doch das ist noch längst nicht alles. Selbstgespräche können in vielen verschiedenen Bereichen helfen.

Möchtest du etwas Neues lernen, dann ist es vorteilhaft, dir die unterschiedlichen Schritte dabei vorzusagen. Man kennt es, wenn man einen neuen Tanz üben („Eins, zwei, Stop“) oder sich einen unbekannten Weg einprägen möchte („Erste Kreuzung links, am Bahnhof vorbei, an der ersten Ampel rechts…“).

Wer sich behelfen muss, einen Rhythmus zu finden, der zählt innerlich im Takt. Diese Methode ist übrigens auch gut geeignet, um sich zu beruhigen, was für hochsensible Menschen besonders wichtig sein kann. Dabei wird die Aufmerksamkeit komplett auf das innerliche Zählen fokussiert. Doch auch direkte Anweisungen, können dabei helfen, wenn man etwas runterkommen möchte.

Durch gutes Zureden wird eine neue körperliche und innerliche Haltung eingenommen, was zur Ausschüttung von Endorphinen führen kann. Eine weitere Möglichkeit ist es, sich den Ärger von der Seele zu reden. Auch wenn man alleine ist, tut uns das gut und hilft uns dabei, etwas Abstand zum Ärger zu gewinnen.

Besonders effektiv ist die Methode, sich selbst Fragen zu stellen und zu beraten.

Hast du dich zum Beispiel darüber geärgert, dass dich ein Kollege nicht gegrüßt hat, frage dich: „Wieso ärgerst du dich? Kann es nicht sein, dass der Kollege einen schlechten Tag hat? Beschäftigt ihn irgendwas?“ Durch diese Methode gewinnst du Abstand zur Situation, die dich ärgert. Du erlangst einen neuen Blickwinkel und wirst das Geschehen vielleicht anders beurteilen.

Und das ist immer noch nicht alles.

Selbstgespräche können auch noch die emotionale Intelligenz verbessern.

Die emotionale Intelligenz besteht aus Empathie, Selbstbewusstsein und Kommunikationsfähigkeit. Während eines Selbstgesprächs fühlen wir uns sowohl in uns selbst ein (Selbstbewusstsein), als auch in unser Gegenüber (Empathie) und kommunizieren. Dies stellt ein ideales Training zur Verbesserung unserer emotionalen Intelligenz dar.

Zu guter Letzt gibt es noch etwas, was wir durch Selbstgespräche erfolgreich erlernen können: Fremdsprachen. Eine Sprache lernt man schneller, je mehr man sie spricht. Wer eine Sprache perfekt beherrscht, kann auch in ihr denken und träumen.

Durch Selbstgespräche in der zu erlernenden Sprache, erlangt man Sicherheit und Selbstbewusstsein, die Fremdsprache zu sprechen. Außerdem verbessert sich so auch stetig die Aussprache.

Selbstgespräche mögen vielleicht etwas sonderbar wirken, aber fast jeder Mensch führt sie.

Und das zu Recht, denn die Selbstgespräche helfen uns dabei, unser volles Leistungspotential auszuschöpfen. Sie bündeln, sortieren und strukturieren unsere Gedanken. Sie helfen uns dabei, neue Dinge zu erlernen und das Gedächtnis zu trainieren. Du kannst mithilfe eines Selbstgesprächs eine Aufgabe erfolgreicher lösen und deine Kreativität ankurbeln. Außerdem ist es dir mit Selbstgesprächen möglich, deine emotionale Intelligenz zu trainieren. Emotionale Intelligenz macht dich für andere Menschen sympathisch. Sie ist neben der Leistung ein wichtiger Baustein auf deinem Weg zum Erfolg.

Außerdem können dich Gespräche mit dir selbst in stressigen Situationen beruhigen oder dich motivieren.

Sie sorgen dafür, dass du Abstand zu deinen Problemen gewinnst und durch einen neuen Blickwinkel zu anderen Bewertungen desselben kommst. Auf diese Art kannst du die Probleme entweder ganz lösen oder sie loslassen. Das führt dazu, dass du mit dir selbst im Reinen bist und langfristig keinen Ballast mit dir rumschleppst, der dich an dir selbst zweifeln lässt und deinem Erfolg dauerhaft im Weg stünde.

Um in Ruhe ein Gespräch mit sich selbst führen zu können, ziehe dich an einen Ort zurück, an dem du ungestört bist.

Auch wenn Selbstgespräche etwas Normales sind, ist es unangenehm, wenn man dabei von jemanden überrascht wird. Nimm dir die Zeit für dich. Sprich mit dir, als seist du dein Gegenüber. Das schafft mehr Distanz und ist insbesondere bei der Lösung innerer Konflikte effektiv.

Hochsensible Menschen brauchen oft mehr Selbstvertrauen

Sie sind von Selbstzweifeln geplagt, ihr Selbstbewusstsein könnte stärker sein, das Selbstwertgefühl ist (noch) gering. Das muss nicht so bleiben.

Die jahrzehntelangen Erfahrungen mit meinen Klienten bei der Stärkung von Selbstbewusstsein, Selbstvertrauen und einem stabilen Selbstwert mit habe ich in meinem E-Book „Selbstwert und Selbstvertrauen – Lebe deine innere Kraft jenseits des Selbstzweifels“ zusammengestellt. Dort stelle ich dir zahlreiche Übungen für mehr Selbstvertrauen zur Verfügung und verrate dir die Kniffe, die dein Selbstvertrauen wirklich kraftvoll stärken.

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Danke, dass ich deinen Weg begleiten darf.

Herzlichst
Anne