Nicht nur das HERZ ist wichtig, auch die Psyche

Das Herz mag als Zentrum der Liebe gelten aber tatsächlich spielt die Psyche eine weitaus größere Rolle in der Partnerschaft. Auch wenn dieser Einfluss nicht immer bewusst und offensichtlich ist. Die Geschichte um den Gott Eros und die Prinzessin Psyche stellt eben diese Wechselbeziehung deutlich dar.

Die Geschichte von Eros und Psyche

Eros, der männliche Gott der Liebe, und Psyche, die berauschend schöne Sterbliche, finden erst über lange Umwege wirklich zueinander. In ihrer Beziehung erleben sie große Leidenschaft und enge Verbundenheit. Sie müssen aber auch Konflikte, Vertrauensbrüche und verletzte Gefühle überstehen und sich ihre Liebe füreinander beweisen.

Damit sind die mythologischen Figuren Paradebeispiele für so ziemliche jede Partnerschaft. Und zeigen durch ihre fiktive Liebesgeschichte zahlreiche Konfliktpotenziale in der Beziehung auf, aus denen jeder wichtige Lehren ziehen kann.

Das Unbewusste bei der Partnerwahl

Das Gefühl, füreinander bestimmt zu sein, ist berauschend und gibt zugleich eine gewisse Sicherheit. Wer oder was könnte schon zwei Menschen trennen, die vom Schicksal miteinander verbunden und als Teile eines Ganzen geschaffen sind?

Dieses Thema schwingt auch deutlich in der Geschichte von Eros und Psyche mit. Tiefenpsychologisch handelt es sich hierbei jedoch nicht um eine tatsächliche Bestimmung, sondern um eine unbewusste Partnerwahl – die auf Gemeinsamkeiten beruht. Dabei sind allerdings keine Oberflächlichkeiten gemeint. Die größte emotionale Schwäche, die tiefste seelische Wunde, so unbewusst sie auch ist, treibt die Partnerwahl an und beeinflusst sie von beiden Seiten. Besonders anziehend wirken Menschen, die zwar eine ähnliche Verletzung in sich tragen aber einen völlig anderen Umgang damit entwickelt haben. Ähnlich und doch anders also!

Der Partner als Spiegel des Ichs

Unbewusstes an sich selbst wahrzunehmen ist ungemein schwierig. Vor allem wenn es sich um Eigenschaften, Verhalten und Gefühle handelt, die als negativ empfunden werden. Ebendiese bei anderen zu sehen – und in vielen Fällen zu kritisieren – fällt da deutlich leichter.

Und genau hier kann der Partner als Spiegel des eigenen Ichs eine wichtige Rolle bei der Entwicklung der Persönlichkeit spielen. Allerdings nur dann, wenn der ‚gespiegelte‘ Partner sich der Spiegelung bewusst ist.

Klingt kompliziert? Ist es gar nicht. Bedenke einfach, dass das Verhalten deines Partners in der direkten Kommunikation auch etwas mit dir zu tun hat. Und begreife das nächste Mal, wenn du dich über etwas ärgerst, als Chance Verborgenes an dir selbst zu entdecken. Ist es wirklich die vermeintliche Unsicherheit des Liebsten, die gerade Widerwillen erzeugt? Oder könnte die negative Reaktion auf die Eigene zurückzuführen sein, die als Schwäche empfunden wird?

Auf diese Weise kann das Unbewusste nach und nach der Klarheit und Selbstkenntnis weichen. Nebenbei erfährt die Beziehung eine Entspannung.

Resonanz in der Beziehung

Ein unterhaltsamer Tag mit Freunden und man/frau kommt gut gelaunt nach Hause, wo sie nach fünf Minuten mit dem unterdrückt wütendem Partner plötzlich und scheinbar ohne Grund ebenfalls ärgerlich wird. Verantwortlich für dieses Phänomen ist die Resonanz in der Beziehung.

Intensive Emotionen haben eine nahezu ansteckende Wirkung auf den Partner, selbst wenn sie verdrängt werden. Das kann zu einem schleichenden Meiden führen. Denn gehen vom Gegenüber immer wieder negative Gefühle aus, stört das die Beziehung erheblich. Die Folge können aber auch abrupte Konflikte sein, deren wahre Gründe sich nicht finden lassen.

Abhilfe schaffen hier nur das Zulassen und die Auseinandersetzung mit den eigenen Gefühlen. Wer Trauer oder Zorn verdrängt, um den Partner zu schonen und die Beziehung nicht zu belasten, wird schnell das Gegenteil erreichen. Besser ist es also, ganz offen zu der aktuellen Gefühlslage zu stehen.

Du oder Ich – Verantwortung als Drahtseilakt in der Beziehung

Ob von Anfang an oder erst im Laufe der Zeit – in Beziehungen entsteht häufig eine Dynamik, die den einen als Opfer und den anderen als Täter zementiert. Das kann sich auf alle Bereiche ausweiten oder auch auf einzelne beschränken.

Eine gleichberechtigte Partnerschaft ist mit einer derartigen Rollenverteilung natürlich nicht möglich. Ebenso wenig wie ein persönliches Wachstum.

Erst wenn von beiden Partnern Verantwortung für das eigene Verhalten übernommen wird, kann sich die Opfer-Täter-Verteilung auflösen. Dazu muss sich jeder der eigenen, verborgenen oder verdrängten, Aggression und Hilflosigkeit bewusst werden. Und das erfordert Zeit, Geduld und eine gehörige Portion Selbstreflexion. Zu viel Verantwortung sollte jedoch auch niemand übernehmen, denn das kann ebenfalls zu einem Ungleichgewicht führen.

Selbstakzeptanz als Schlüssel

Zahlreiche Konflikte in der Beziehung entstehen nicht zwischen den Partnern – hier werden sie lediglich ausgetragen. Ihre Ursache haben sie jedoch häufig in der unbewussten Ablehnung der eigenen Gefühle und Eigenschaften. Teile der Persönlichkeit, die nicht geliebt – ja noch nicht einmal akzeptiert – werden, fungieren immer wieder als Störfaktoren, selbst in eigentlich glücklichen Partnerschaften.

Erst wenn auch die Seiten der eigenen Persönlichkeit angenommen werden, die als Schwäche empfunden oder negativ bewertet werden, ist ein wirklich entspannter Umgang möglich.

Auch wenn es einfach ist, Fehler und Verantwortung immer beim anderen zu finden – in der Partnerschaft wird damit niemand glücklich.

Für einen wahrhaft offenen Umgang und ein gesundes Wachstum der Beziehung – und der eigenen Persönlichkeit – ist das Übernehmen von Verantwortung nötig. Ebenso wie die Spiegelung am Partner und Akzeptanz des Selbst. Dabei handelt es sich um Prozesse, die teilweise anstrengend und langwierig, die Mühe aber in jedem Fall wert sind.

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Sig