Es gibt sicherlich auch bei dir Tage, an denen dir jegliche Motivation fehlt, dabei war gestern alles noch in Ordnung. Vielleicht stehst du vor einer großen Aufgabe, die für dich unlösbar scheint? Jetzt wäre es gut, wenn dir irgendjemand Mut zusprechen und dich anspornen würde. Doch es ist keiner da. Also feuere dich selbst an! Verschiedene Methoden und Tipps helfen dir in so mancher aussichts- und motivationslos scheinenden Lage weiter.

Das schaffst du – das Experiment

Der TV-Spruch „‚Tschakka – du schaffst es“ hat längst in unserer alltäglichen Umgangssprache Einzug gehalten. Manchmal wird er aber auch gebraucht, um eine Art von Spott oder Hohn auszudrücken. Dabei wäre es sehr viel besser, diese Worte der Anfeuerung häufiger anzuwenden. Wer sich mit solchem Vokabular selbst anspornt, kann die eigene Leistung verbessern.

Das wurde in einer Studie mit der Fragestellung „Welche Techniken der Motivation helfen tatsächlich?“ festgestellt. In verschiedenen Gruppen sollten die Probanden in einem Konzentrationsspiel gegen einen Computer spielen. Es ging um die Frage: Welche Methoden haben die Teilnehmer besonders motiviert und sie am effektivsten zum Highscore gebracht?

Hierfür sollten die Teilnehmer sich mit Selbstgesprächen anfeuern, sich Mut machen und lautstark motivieren. Zudem ging es darum, die Visualisierung und Vorstellungskraft zu nutzen. Dieses sollte dazu verhelfen, sich den Spielverlauf vorzustellen und sich auszumalen, wie die Reaktion während des Spiels schneller und besser sein könnte. Die Testpersonen sollten vorab planen, wie sie beim Eintreten einer bestimmten Eventualität reagieren würden.

Das Ergebnis war eindeutig: Die Personen, die sich mit eigenen Worten selbst bestärkt hatten, konnten im Spielverlauf die größten Verbesserungen erreichen. Im Gegensatz zu ihren Vergleichsgruppen schnitten sie sehr viel besser ab. Solche Selbstgespräche mit „das nächste Mal kann ich es besser“ oder „ich bin sicher in der Lage, meine Punktzahl zu steigern“, sind warme Worte, die motivieren.

Die Testpersonen, sie sich in Gedanken vorgestellt hatten, das nächste Spiel besser und schneller in der Reaktion zu sein, konnten ebenfalls Fortschritte erzielen. Den geringsten Erfolg brachte die „Was-wäre-wenn-Technik“, geringe positive Auswirkungen waren festzustellen, aber wirklich nur gering.

Es klingt vielleicht etwas seltsam, aber das Anfeuern färbt tatsächlich auch auf andere ab. Aus dem Fußballsport wissen wir, dass die Spieler ihre Wahrscheinlichkeit zum Sieg erhöhen, wenn sie sehr emotional reagieren. Je mehr die Teammitglieder der Mannschaft untereinander ihre Erfolge feiern, um so größer ist die Chance auf einen Sieg im Spiel. Hinter dieser Reaktion steckt die Tatsache, dass du andere emotional mitnehmen kannst. Du kannst deine Emotionen auf andere Menschen übertragen. Dieses Szenario kann auch in den Büroalltag mitgenommen werden. Freue dich, ball die Faust oder gib ein kräftiges „jaah“ von dir, wenn du einen großen Auftrag an Land gezogen hast oder du andere großartige Leistungen gebracht hast.

Die Vorteile des Anfeuerns

Menschen, die sich selbst anfeuern, reagieren schneller und setzen so mehr Energie frei. Auch Selbstgespräche führen zu mehr positiven Emotionen, du fühlst dich einfach besser. Deine Selbst-Anfeuerung sorgt für mehr Zuversicht in deine Leistungsfähigkeit. Das Beste daran ist: Motivierende Gespräche mit dir selbst sind nicht nur effektiv. Sie können ohne jegliches Training angewendet werden. Wer vor einer großen Aufgabe steht, sollte also ein kurzes Selbstgespräch mit sich führen.

Das kann vor dem nächsten Vorstellungsgespräch sein, vor der Präsentation oder bei der Bewältigung anderer Probleme. Selbstmotivation verringerst Stress- und Angstzustände und stärkt den Kampfgeist. Raum für Verbesserungen gibt es dabei immer, experimentiere für dich damit. Die Technik der Selbstmotivation macht uns Menschen offener und empfänglich für unsere Fehler sowie das Feedback der anderen. Du wirst aufmerksamer und kannst deine eigenen Fehler schneller und einfacher korrigieren.

Neben diesen Effekten kommen unsere Nervenzellen durch Selbst-Motivation ganz schön in Bewegung. Das löst besondere neurophysiologische Effekte in uns aus. Positive Gedanken erzeugen mehr Selbstsicherheit und führen damit zu besseren Leistungen.

Gib dir also verbal einen Ansporn, wenn ein unangenehmes Kundengespräch bevorsteht, du wirst ganz anders in die Verhandlungen gehen. Ein Vorstellungsgespräch oder eine Besprechung über eine Gehaltserhöhung steht bevor?

Feuere dich selbst an, du wirst sehen, dass es seine Wirkung zeigt.

Vielleicht kommen bei dir Zweifel auf? Was ist, wenn ich mir Mut zuspreche, aber davon gar nicht überzeugt bin? Erkenne deine Gedanken, die dich runterziehen und akzeptiere sie. Verbringe weniger Zeit damit, dich zu kasteien, sondern leite deine Energie um. Stoppe deine negativen Gedanken und sage dir z.B. „es ist o.k., dass ich mir Zeit nehme“, „die wichtige E-Mail kann auch morgen noch raus gehen“. Du kannst deine Anfeuerung auch etwas zurücknehmen, überlege dir nochmals alles genau.

Entwickle das Tempo, das genau deinem hochsensiblen Naturell entspricht. Gehe deine Aufgaben langsamer an und stelle dir Fragen, damit schaltest du die entsprechenden Gehirnzellen ein, die zur inneren Kreativität verhelfen. Damit bist du in der Lage, deine negativen Gedanken statt mit Angst mit Neugier zu bekämpfen.

Herzlichst
Anne