Harmoniebedürfnis und Streitkultur

Egal ob im Privat- oder Berufsleben: Die richtige Kommunikation ist in allen Lebensbereichen elementar wichtig.

So lange beide Gesprächsparteien einer Meinung sind, ist dies für die meisten Introvertierten kein Problem. Doch Diskussionen wären nicht so interessant, wenn wir ständig die selben Ansichten hätten. Das Harmoniebedürfnis der Introvertierten steht ihnen oftmals im Weg dabei, es locker zu nehmen, wenn andere Meinungen vorhanden sind.

Unterschiedliche Meinungen sind wichtig, denn sowohl in einer Beziehung oder bei Freundschaften, als auch im Berufsleben entstehen genau dadurch die besten Ideen und das gemeinsame Sein kann sich positiv entwickeln. Doch damit die Diskussion nicht in einem hitzigen Streit ausartet, müssen einige Regeln beachtet werden. Genauso negativ wie es ist, wenn ein Streit eskaliert, genauso negative Auswirkungen kann es haben, wenn das Harmoniebedürfnis zu stark ausgeprägt ist. Gehst du einem Streit bzw. einer Diskussion ständig aus dem Weg, kannst du als leider Mensch auch zu kurz kommen. Im Beruf führt dies dazu, dass du geringere Aufstiegschancen hast und in einer Beziehung wird es dann sehr schnell langweilig. Es gibt interessante Parallelen zwischen dem Berufs- und dem Privatleben.

Im Job den Ärger respektvoll zeigen

Die introvertierten Menschen oft eigene Bescheidenheit kann sowohl negative als auch positive Auswirkungen auf dein Berufsleben haben. Manchmal ist diese Bescheidenheit hilfreich und sogar erforderlich, doch ab und zu hindert sie dich auch an vielen guten Möglichkeiten. Bescheidene Menschen neigen zum Beispiel dazu, sich nicht zu beschweren, wenn sie ungerecht behandelt werden. Wenn dies in Verbindung mit Introvertiertheit oder der Angst vor einer Konfrontation auftritt, werden sie oft zu kurz kommen. Wer sich immer mit den Worten „naja, so schlimm ist es ja nicht gewesen“ selbst beruhigt, kann sich selten das nehmen was ihm zusteht. Es gibt im Berufsleben Konflikte, denen man nicht aus dem Weg gehen sollte und dann ist es wirklich besser, einem Ärger auch Luft zu machen und ihn zu zeigen. Auch wenn dir dieses Verhalten schwer fällt, solltest du es versuchen. Nur so ist es möglich, dass dein Gegenüber ein Fehlverhalten erkennt und damit eine Chance hat, es zu korrigieren und sich zu entschuldigen. Konflikte sind erst einmal nichts Negatives. Vielmehr sorgt die daraus entstehende Reibung der unterschiedlichen Meinungen für eine Weiterentwicklung der beruflichen Beziehung. Außerdem: Wenn du im Ton respektvoll und moderat bleibst, werden sich automatisch auch deine Mitarbeiter und sogar Vorgesetzten bereitwilliger für deine Argumente öffnen. Dies ist eine große Chance.

Mehr Verantwortung im Beruf übernehmen

Wenn du dich bei deinem Arbeitgeber wohl fühlst, dann ist dies ein tolles Zeichen, doch sich innerhalb eines harmonischen Teams gut aufgehoben und behütet zu fühlen, kann die eigene Motivation auch enorm hemmen. Unter dem Deckmantel der Bescheidenheit gehen oft eigene Ambitionen verloren, obwohl man eigentlich schon sehr gerne die nächsthöhere Hierarchiestufe erklimmen möchte. Dann wird es Zeit, auch einmal die Ellenbogen auszufahren. Egoismus ist nicht gut für ein Team, aber genauso wenig ist es gut, wenn du dich immer nur dem Team fügst und keine eigenen Ambitionen hast. Der Mittelweg ist wichtig und die Angst vor dem Neid der andern ist oft auch unbegründet, da sich viele Kollegen darüber freuen, wenn ein zurückhaltender und sympathischer Kollege mehr Verantwortung übernehmen möchte.

Zurückhaltende und introvertierte Persönlichkeiten sind bei den Mitarbeitern häufig beliebter, da sie sich nicht in den Vordergrund drängen. Auch als Führungskraft werden sie respektiert und geschätzt, da sie viel häufiger ein offenes Ohr für ihre Mitarbeiter haben. Du solltest dich also nicht davor scheuen, mehr Verantwortung zu übernehmen, auch wenn es dafür das ein oder andere mal eine hitzige Diskussion oder gar Konflikte geben sollte.

Die Arbeitskollegen um Hilfe bitten

Wenn du einer der fleißigen Mitarbeiter bist, aber ständig allen potentiellen Konflikten aus dem Weg gehst, dann erledigst du zwar deinen Job gründlich und mit punktgenauem Timing, bist aber insgesamt eher unauffällig. Vereinfacht ausgedrückt könnte man sagen, dass du lieber gibst als nimmst. Viele leise Menschen agieren so. Das ist innerhalb eines funktionierenden Teams ganz gut, wenn es dort bereits zu viele von denen gibt, die gerne nehmen, aber für deine eigene Entwicklung kann es hinderlich sein. Vermutlich bist du auch sofort zur Stelle, wenn es irgendwo brennt und jemand Unterstützung benötigt, aber gleichzeitig bittest du selbst deine Kollegen und Mitarbeiter selten um Hilfe. Es ist gut, dass du deine eigenen Aufgaben selbst und alleine auf die Reihe bekommen möchtest, doch es ist kein Zeichen von Schwäche, wenn du deine Mitmenschen ab und an um Hilfe bittest.

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Es ist nie zu spät um so zu sein, wie man gemeint ist.

Haben wir nicht alle immer wieder einen intensiven Dialog mit unserem lieb gewonnenen inneren Schweinehund? Ich müsste... ich sollte... Gesünder essen, Sport treiben und noch vieles mehr.

Niemand muss, niemand müsste. Aber jeder könnte, wenn er will und bereit ist, seine Komfortzone zu verlassen.

Klar, dann wird der liebe Schweinehund meckern, denn er will alles zu behalten, wie es ist.

Aber wie wäre dein Leben, wenn du mehr auf dich selbst hörst, anstatt auf all das, was dich scheinbar einschränkt, Rücksicht zu nehmen? Wage doch mal dieses Gedankenspiel. Spielen macht Spaß.