Eine schwierige Frage, die du dir eventuell so noch nie gestellt hast, lautet: Vergeudest du vielleicht gerade dein Leben? Klar, das ist ganz schön starker Tobak und es ist nicht einfach darüber nachzudenken. Aber sorge dich nicht, denn  dir du wirst sehen: Das komplizierteste ist, die Frage überhaupt zuzulassen – und alle Antworten, die du darauf finden wirst helfen dir weiter.

Deine Seele ist ein stiller See

Anfangs überlegst du vielleicht, klar, jeder verschwendet mal hier und da etwas Zeit, aber gleich ein ganzes Leben? Nein, dazu hast du viel zu viel um die Ohren: ob Schule oder Job, Freunde, Partner und Familie, Hobbys und Gegenstände, die du gern kaufen möchtest – all das nimmt einen Großteil deiner Aufmerksamkeit ein und legt sich wie ein Schleier über die Fähigkeit deines Geistes auf den Grund deiner Seele zu schauen.

Wenn du jetzt innehältst, einmal alles vergisst, was du heute noch vor hast, was dir sonst noch alles im Kopf herumspukt und ganz still dich horchst, kannst du beginnen dich selbst zu erkennen.

Fühl dich frei in deinem Wirken

Sei jetzt ganz ehrlich zu dir selbst: macht dir etwa die Schule wirklich Spaß, oder bist du nur dort, weil deine Eltern möchten, dass du Abitur hast, während du eigentlich für dein Leben gern eine Lehre als Friseurin oder als Tischler anfangen möchtest? Schließlich liebst du es mit deinen Händen etwas zu erschaffen, an dem andere Freude haben. Steh dazu, wer du bist! Vergeude dein Leben nicht!

Oder hast du das Gefühl, dass dein Job dich einengt, du nur wegen der guten Bezahlung Tag für Tag ein bedrückendes Betriebsklima erduldest? Raffe dich auf und überlege, warum dies so ist, sprich offen mit Kollegen, mit dem Chef, verkörpere selbst die Veränderung, nach der du dich sehnst. Wenn nicht darauf eingegangen wird, sei nicht traurig, du kannst trotzdem aufatmen, denn seelisch hast du durch dein Handeln eine große Last abgelegt, du bist in Bewegung gekommen und nicht mehr innerlich erstarrt. Man kann nie die Welt verändern, ohne bei sich selbst anzufangen.

Vielleicht will dir das Leben damit sagen, dass es Zeit ist, zu neuen Ufern aufzubrechen. Ärgere dich nicht über die Ignoranz, die dir entgegengebracht wird. Du ärgerst dich ja auch nicht darüber, dass Babys noch nicht lesen und schreiben können, oder?

Nah und doch so fern

Gut, Schule und Arbeit, das ist das eine – aber wie sieht es mit denen aus, die dir am nächsten stehen? Hier ist es besonders schwer ehrliche Antworten darauf zu finden, ob du dein Leben vergeudest. Beruhige dich mit der Erkenntnis, dass es in diesem Zusammenhang kein richtig und falsch gibt, es mag abgedroschen klingen, aber der Weg ist das Ziel.

Wenn deine Freunde oder Partner dich an der langen Leine halten, ist es Zeit für ein klärendes Gespräch. Oft herrschen Gruppendynamiken vor, die dazu führen, dass Menschen unbewusst ausgeschlossen oder gemieden werden. Viele, die dabei mitmachen, verdrängen die bei der betroffenen Person ausgelösten Gefühle. Wenn man sie dann aber ruhig und sachlich in Einzelgesprächen damit konfrontiert, ermöglicht man ihnen ihr Verhalten zu überdenken.

Sind sie dazu zu unreif, vergeude dein Leben nicht mit ihnen. Sei gewiss, es gibt viele Menschen, die dich genau so akzeptieren und lieben wie du wirklich bist.

Deine Familie zum Beispiel. Hier ist es am kompliziertesten eine Antwort auf die Frage zu finden, ob du dein Leben damit vergeudest sie daran teilhaben zu lassen. Jede Familie ist anders und hat ihre Stärken und Schwächen. Manche Menschen brechen den Kontakt zu ihrer Familie ganz ab, um sich auf Dauer besser zu fühlen. Manche investieren eine Menge Kraft, gehen viele kleine Schritte aufeinander zu und versuchen gemeinsam den Ballast der Vergangenheit beiseite zu räumen. Egal, wofür du dich entscheidest, du wirst merken, dass du dich deutlich befreiter fühlst, wenn du handelst.

Es ist nie zu spät für Ehrlichkeit in deinem Leben

Du siehst: In all den Fällen beantwortet sich die Frage, ob du dein Leben vergeudest dahingehend, ob du verdrängst oder selbstbewusst handelst.

Schlechte Eigenschaften wie Rauchen, eine gestörte Körperwahrnehmung aufgrund von Magersucht oder Übergewicht, ein aggressiver Umgang mit Mitmenschen: Meist verlernen wir uns zu fragen, warum wir sind, wie wir sind. Haben wir Angst vor komplexen, uneindeutigen Antworten, neigen wir dazu unser Leben zu vergeuden. Doch eigentlich will der Schmerz uns nur etwas sagen.

Lebendigkeit bedeutet hingegen mit offenen Augen und Herzen durch das Leben zu ziehen.

Schleiche nicht, tanze! Wenn du gelernt hast dich zu überwinden und dir die lang verdrängten Fragen zu stellen, versuche einmal die Antworten zu nennen, während du dir selbst vor einem Spiegel in die Augen schaust. Liebst du dich? Vergibst du dir? Wagst du zu hoffen?

Du wirst dich weiterentwickeln, mehr geben wollen, mehr geben können. Bei Rückschlägen wirst du weniger hart getroffen werden.

Denn du verstehst jetzt: darüber nachzudenken, ob du dein Leben vergeudest, führt letztendlich dazu, dass du dich lebendiger fühlst als zuvor.

Herzlichst
Anne & Ananda