In vielen Phasen meines Lebens habe ich mir ein „dickes Fell“ zugelegt. Das kam und ging, je nach Stressbelastung und mein Gewicht schwankte zwischen 20 kg. Mal 10 kg rauf und 10 kg wieder runter. Irgendwann habe ich den Zusammenhang bemerkt. Und auch den die Bedeutung, die Selbstakzeptanz für die Gewichtsschwankungen hatte. Hier erzähle ich dir mehr darüber.

Als hochsensibler Mensch sehnst du dich nach Ruhe und Geborgenheit.

Hochsensible brauchen es, sich ab und zu einfach mal nur zurückzuziehen und die Außenwelt hinter sich zu lassen. Reizüberflutung, Hektik, große Menschenansammlungen oder laute Geräusche überfordern sie schnell. Zuhause fühlen sie sich geborgen und geschützt. Sicher machst du dir auch oft zu viele Gedanken über Getanes oder Gesagtes und zweifelst daran, ob du das Richtige getan hast. Du grübelst, ob dein Gegenüber dich auch richtig verstanden hat.

Hochsensibilität und Übergewicht – Wie hängt das zusammen?

Nicht selten kommt es vor, dass du dich deswegen stresst und du Trost suchst, indem du dich daheim einigelst und isst. Zu süß, zu fettig oder einfach zu viel. Zwar weißt du, dass das nicht gut ist, doch im Moment hilft es dir, dich zu beruhigen. Vielleicht möchtest du dir unbewusst eine Art Schutzmantel aufbauen.

Auf Dauer stresst dich dann aber der Blick auf die Waage und schon befindest du dich wieder in einem neuen Teufelskreis, denn eigentlich wäre jetzt auch etwas Bewegung an der frischen Luft angesagt. Doch die Scham, dich in der Öffentlichkeit so zu zeigen überwiegt. Hier erfährst du, wie Hochsensibilität und Übergewicht zusammenhängen können und mit welchen Tricks und Hilfsmitteln du dein Gewicht wieder in den Griff bekommen kannst.

Hochsensibilität und Übergewicht – Mögliche Ursachen

Wie bei normal sensiblen Menschen hängt die Ursache für Übergewicht bei Hochsensiblen sowohl von psychischen als auch von körperlichen Komponenten ab. Diese könnten sein:

  • Stressbelastungen
  • Falsche Ernährung
  • Toxisches Schamgefühl
  • Neigung zu Suchtverhalten
  • Unausgeglichenheit
  • Mangelnde Bewegung

Manche dieser Komponenten sind allerdings bei Menschen, die extrem zart besaitet sind, stärker ausgeprägt und fallen bei der Bestimmung der Ursachen für eine Gewichstzunahme buchstäblich stärker ins Gewicht.

Toxische Scham – oder: Der Wunsch nach Anerkennung

Es wird vermutet, dass jemand, der hochsensibel ist, eher dazu neigt, toxische Scham zu entwickeln. Im Gegensatz zum normalem Schamgefühl, das in seiner ursprünglichen Form eine wichtige Emotion ist, kann toxisches Schamgefühl zu einen fast schon chronischem Zustand werden. Doch was genau versteht man unter diesem Begriff? Sicher hast du von Kindesbeinen an schon immer das Gefühl gehabt, auf irgendeine Weise „nicht in Ordnung“ zu sein.

Kinder, die hochsensibel geboren sind, sehnen sich beispielsweise viel stärker nach Geborgenheit und Zuneigung. Sie wünschen sich außerdem mehr Anerkennung. Auf der anderen Seite sind sie aber meist eher schüchtern und zurückhaltend. Sie trauen sich weniger, als die Anderen. Sie kämpfen weniger für ihre eigenen Interessen und gelten daher als desinteressiert und passiv. So bekommen sie ständig von Außen das Gefühl vermittelt, dass sie sich nicht der „Norm“ anpassen.

Immer wieder müssen neue Tief- und Rückschläge verkraftet werden. All das führt zu der Angst, nicht akzeptiert, nicht geliebt zu werden. Da gerade kleine Kinder, eher ihren Eltern als sich selbst vertrauen, entwickeln sie schließlich die Überzeugung, sie selbst seien daran schuld, nicht ausreichend geliebt zu werden.

Sie bekommen das Gefühl, nicht wertvoll zu sein, nicht liebenswert genug oder es einfach nicht verdient zu haben, um ihrer Selbst Willen geliebt zu werden. Dieses Schuldgefühl bezeichnet man als toxische Scham.

Früher wurde dieser Zustand fälschlicherweise als „Minderwertigkeitskomplex“ abgetan, was aber dem Thema nicht annähernd gerecht wird. Auch noch als Erwachsene können viele Hochsensible es nicht ablegen, sich fremd zu fühlen. Doch gerade das Gefühl der Zugehörigkeit und der Verbundenheit wäre das allerbeste Heilmittel gegen die toxische Scham.

Hochsensibilität und die Sache mit dem Trotz

Die feinen Antennen, die uns die Hochsensibilität schenkt, verstärken in dir nun kontinuierlich das Gefühl, nicht dazu zu gehören. Oft entwickelt sich daraus als Selbstschutz ein gewisser Trotz. Dieser Trotz wiederum wird nicht selten bestraft oder als Ignoranz gedeutet und schon ist die Spirale komplett.

Da du dich ungerecht behandelt fühlst, versuchst du nun, dich selbst gut zu behandeln und dich für die Ungerechtigkeiten, die du ertragen musst, zu belohnen. Dies könnte beispielsweise in Form von Süßigkeiten oder opulenten Mahlzeiten sein.

Hochsensibel – Der Frust und das Essen

Später schlägt der anfängliche Trotz in Frustration um. So beginnst du nun zu essen, um diesen Frust quasi herunterzuschlucken. Zuviel Gewicht auf der Waage ist allerdings gerade für dich, als hochsensibler Mensch nochmals schlimmer, denn die meisten hochsensiblen Menschen gelten als Perfektionisten.

Dies beziehen sie oft auch auf ihr Äußeres. Der Teufelskreis beginnt. Sicher kommen aus deinem Umfeld Ratschläge wie, „Iss doch weniger“ oder „mach ein etwas mehr Sport“. Scheitern diese Vorsätze, fühlst du dich schuldig und stempelst dich selbst als Versager ab.

Vor lauter Frustration nimmst du womöglich sogar noch mehr zu, denn bei hochsensiblen Menschen prägen sich Misserfolge besonders intensiv ein, was einen Neustart jedes Mal umso schwerer macht.

Aus dem Gleichgewicht geraten

Wie der Begriff schon so zutreffend sagt, trifft „aus dem Gleichgewicht zu geraten“ für viele Menschen im wahrsten Sinne des Wortes auch auf das physikalische Körpergewicht zu. Dies kann sowohl zu Über- als auch in manchen Fällen zu massiven Untergewicht führen. Um es den Anderen recht machen zu können, nehmen HSP viele Opfer auf sich. Beispielsweise stellst du deine eigenen Bedürfnisse immer wieder in den Hintergrund.

Du lässt dich schnell verunsichern und einschüchtern und versuchst dich notfalls mit Gewalt anzupassen, obwohl du dich selbst dabei unwohl fühlst. Irgendwann erreichst du den Punkt, an dem du dir selbst nicht mehr sicher bist, was dir gut tun könnte und das macht dich müde und schwach. Nun gerätst du aus dem Gleichgewicht und suchst krampfhaft nach Mitteln und Wegen, deine verlorene Energie wieder zurückzugewinnen.

Eine Lösung wäre Essen. Isst du dir Energie an?

Wenn du merkst, dass du allerdings dabei zunimmst, könnte das Gegenteil eintreffen und du bestrafst dich dafür. Oft ist dies besonders bei Jugendlichen, die zart besaitet sind ein Grund für Bulimie oder andere Essstörungen. Erkennst du jedoch die Ursache für dein Essverhalten und nimmst dich so an, wie du bist ohne dich für Andere zu verbiegen, kommst du wieder in dein Gleichgewicht und deine Gewichtskurve wird mit der Zeit wieder nach unten gehen. Es ist nicht leicht aber es ist einen Versuch wert.

Hochsensibilität – Stressfaktoren beeinflussen dein Gewicht

Übergewichtigkeit und Stress stehen, besonders bei Hochsensibilität, in einem engen Bezug zueinander.  Ich habe immer zugenommen, wenn ich viel Stress hatte. Je entspannter ich leben konnte, umso mehr war ich in meinem Wohlfühlgewicht.

Optische Reize, Lärm, Hektik oder starke Gerüche stressen dich vielleicht auch. Hochsensibilität bedeutet, du nimmst alle Geschehnisse um dich herum ungefiltert auf und so bist du ständig einem sehr hohen Stress-Level ausgesetzt. Vielleicht ist es dir nicht bewusst, aber möglicherweise dient dir Essen auch als eine Art Beruhigungsmittel.

Immer wenn du dich gestresst fühlst, greifst du darauf zurück, um dich selbst ruhig zu stellen. Doch parallel zur Stressspirale schraubt sich auch deine Gewichtsspirale dabei immer weiter nach oben. Um aus diesem Dilemma herauszukommen, musst du dafür sorgen, die Belastungen durch Stress zu reduzieren.

Dies gelingt dir am besten durch Rückzug und regelmäßige Ruhepausen. Jeder hat hier seine eigene Methode. Am besten findest du selbst heraus, was dir gut tut. Ausruhen, ein Gang durch die Natur, lesen, ruhige Musik hören, Yoga oder eine entspannende Meditation sind nur einige dieser Möglichkeiten, die dir helfen herunterzukommen.

Körperliche Komponente

Wird dem emotionalen und körperlichen Stress, den die Hochsensibilität mit sich bringt nicht entgegengewirkt und dein Stress entwickelt sich zu einem chronischen Dauerzustand kann dies, nicht nur bei Hochsensibilität, zu einer Entgleisung deines Stoffwechsels führen.

Da Stress dem Körper Energie raubt, muss schnell wieder Energie zugeführt werden. Hier werden meist zu viele Kohlenhydrate zu sich genommen, was wiederum zu Heißhungerattacken führen kann. Auch wird der Fettabbau hierdurch eingestellt. Forschungen der Ohio State University belegen zudem, dass Probanden unter Stress-Einfluss weniger Kalorien verbrennen als andere, die nicht gestresst sind. Auch der Blutzuckerspiegel hat einen Einfluss auf dein Gewicht sowie dein allgemeines Wohlbefinden.

Nach einer Stress-Situation fällt dein Blutzuckerspiegel rapide ab. Achte also darauf, ihn konstant zu halten.

Diese Tipps helfen dir dabei:

  • Nimm regelmäßig kleinere Mahlzeiten zu dir
  • Iss dich satt, so dass es sich angenehm und nicht überfüllt anfühlt
  • Meide stark gezuckerte Lebensmittel und Getränke
  • Überlege dir eine Methode den Stress zu reduzieren
  • Sorge für regelmäßige Bewegung
  • Treibe keinen Sport auf leeren Magen

Denke daran, dich bei Übergewichtigkeit nicht selbst oder durch andere unter Druck zu setzen sondern versuche, in deinem eigenen Tempo abzunehmen. Plane dir regelmäßige Bewegung ein. Für alle hochsensibel veranlagten Menschen sind regelmäßige, feste Rituale sehr wichtig, weil sie den Tagesablauf erheblich erleichtern.

  • Richte dir also ein kleines tägliches Entspannungs- sowie ein Sportritual ein. Vielleicht legst du diese Rituale in die frühen Morgen- oder späten Abendstunden, wenn du die Zeit dafür hast. Solche Rituale helfen dir außerdem, den Kopf für neue Aufgaben freizubekommen und neue Informationen schneller aufzunehmen.
  • Setze dir Prioritäten und achte darauf, Dinge zu tun, dir dir gut tun.
  • Trenne dich von Gegenständen, Angewohnheiten und Menschen, die dir nicht gut tun. Dies senkt das Stress-Level ungemein.
  • Und ganz wichtig: Lass dich nicht von Rückschlägen und Misserfolgen verunsichern, sondern sehe dir an, was der Grund dafür war. Sei ehrlich zu dir und gestehe dir diese Misserfolge ein.

Ob hochsensibel oder nicht: Niemand ist perfekt – oder vielleicht macht gerade das uns vollkommen, denn jeder Einzelne von uns ist etwas Besonderes.

Seit ich mich rundherum so akzeptiere, wie ich bin bleibt mein Gewicht stabil. Ich werde nie eine Gazelle sein und meine genetische Prägung entspricht dem.

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  • immer stärker lösungsorientiert denkst und handelst,
  • den Blick häufiger auf das Schöne an deiner Hochsensibilität richtest.

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