• Hochsensibilität und Verletzlichkeit

Hochsensibilität und Verletzlichkeit

Hochsensibilität macht verletzlich und Verletzlichkeit macht uns sensibel. Verletzlichkeit lenkt unsere Aufmerksamkeit auf die Außenwelt und hilft dabei, bedacht miteinander umzugehen und zusammenzuleben.

Aber die Verletzlichkeit hat auch noch eine andere Funktion, und zwar das Erkennen der Individualität und der subjektiven Grenzen. Tritt ein anderer Mensch mir zu nahe und beleidigt mich, fühle ich mich verletzt, mit dem Ergebnis, dass ich mich von ihm distanziere, sofern sein Verhalten unangebracht war. Hier hilft die Verletzlichkeit dabei, eine funktionierende Gesellschaft aufzubauen, die beeinflusst wird von gegenseitigem Respekt.

Die Verletzlichkeit und ihre Individualität

Menschen sind verschieden. Trotz der vielen Dinge, die uns vereinen hat jeder von uns seine individuelle Persönlichkeit. Es sind unsere eigenen Vorstellungen und Wünsche, die unser Handeln bestimmen und unseren Alltag lenken.

Etwas, worin sich hochsensible deutlich von normalsensiblen Menschen unterscheiden, ist die Intensität, mit der wir unsere Umwelt wahrnehmen und auf sie reagieren.

Manchen Menschen scheint es zum Beispiel relativ egal zu sein, wenn sie von ihren Mitmenschen Dinge an den Kopf geworfen bekommen, die für einen hochsensiblen Menschen eine tiefste Beleidigung wäre, die er nur langsam verdauen kann. Ein Hochsensibler würde immer anders mit seinen Mitmenschen umgehen, auch bei Kritik, da ihn selbst ein beleidigendes Verhalten tief verletzen würde.

Andererseits hat jeder von uns schon einmal erlebt, wie ein Mensch in unserer Umgebung auf Grund einer scheinbaren „Lappalie“ in Tränen ausgebrochen ist, obwohl doch eigentlich gar nichts passiert ist. Die Reizgrenze, mit der man auf die Umwelt reagiert, ist sehr verschieden, und damit auch die Schwelle, ab wann jemand mit dem Gefühl der Verletzung reagiert.

Insbesondere hochsensible Personen haben ihre Schwierigkeiten im Alltag, da sie vielfach auf Verhaltensweisen anderer Menschen verletzt reagieren, obwohl keine böse Absicht des Gegenübers im Spiel war. Vielmehr ging er im Umgang mit der hochsensiblen Person von einer normalen Reizgrenze aus und ahnte nicht, was sein mehr oder minder akzeptables Verhalten anrichten würde.

Die Verletzlichkeit und ihre Vor- und Nachteile

Wer seine Verletzlichkeit zugibt und sie offen der Welt präsentiert, besitzt ein Maß an Stärke und Selbstbewusstsein, das von vielen Menschen nicht erreicht wird. Die meisten unter uns trauen sich nicht, zu sich selber zu stehen und offen zuzugeben, wer man ist, vielmehr ist man bemüht, sich nach außen zu präsentieren. Man schließt sich Gruppen an, gibt sich Mühe, zu der Masse zu gehören und dem Trend zu folgen. Im hellen Schein der Gesellschaft leben wir verborgen in uns selber. Denn wer dem Strom folgt, hat nicht zu befürchten, Schwächen zeigen zu müssen. Und wer keine Schwächen zeigt, muss keine Angst haben, verletzt zu werden.

Aber wo führt uns das hin

Wer ein Leben lebt, das permanent darauf ausgelegt ist, sich nach außen zu präsentieren, ist unaufhörlich im Stress und verspürt beharrlich Angst, entdeckt zu werden. Nicht selten führt die Anspannung zu psychischen Problemen, und es ist kein Wunder, dass heutzutage so viel Menschen wie noch niemals zuvor an Depressionen, Ängsten, Burnout oder Essstörungen erkrankt sind. Aber in unserer heutigen Gesellschaft stellt dies kein Problem dar, denn wozu gibt es sonst so viele kleine bunte Pillen, die einem der Arzt lächelnd verschreibt. Ein Glücklichmacher am Morgen, ein Glücklichmacher am Abend, und schon funktioniert man wieder wunderbar, kann seiner Arbeit nachgehen und am Wochenende Konsumartikel kaufen. Aber ist die Chemie aus der Schachtel wirklich die Lösung?

Der Vorteil der Verletzlichkeit: Innere Freiheit

Am Ende muss sich vielleicht jeder von uns fragen, wie er sein Leben leben will. In permanenter Angst, auf Grund seiner ausgeprägten Sensibilität  von seinen Mitmenschen verurteilt und verletzt zu werden, oder offen und frei, voll Selbstbewusstsein und Selbstakzeptanz, mit allen Schwächen und Fehler, die man hat.

Es gehört Mut und Stärke dazu, zu sich selber zu stehen und glücklich kann sich schätzen, wer ein soziales Umfeld hat, das ihn bestärkt.

Wer lernt, sich trotz seiner menschlichen Fehler und Schwächen anzunehmen und zu lieben, wird viel leichter tiefe innere Zufriedenheit, Lebensfreude und stabilen Frieden empfinden.

Feinfühlige Menschen brauchen besondere Lebensstrategien

Hochsensible Menschen haben besondere Fähigkeiten, brauchen aber auch besondere Bedingungen, um wirklich kraftvoll diese Fähigkeiten und Gaben zu leben.
Um diese Bedingungen schaffen zu können, habe ich dir in meinem E-Book „Hochsensibilität – Dein Anti-Stress-Coaching“ zahlreiche Tipps und Übungen zusammengestellt.

 

 

Sig

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Es ist nie zu spät um so zu sein, wie man gemeint ist.

Haben wir nicht alle immer wieder einen intensiven Dialog mit unserem lieb gewonnenen inneren Schweinehund? Ich müsste... ich sollte... Gesünder essen, Sport treiben und noch vieles mehr.

Niemand muss, niemand müsste. Aber jeder könnte, wenn er will und bereit ist, seine Komfortzone zu verlassen.

Klar, dann wird der liebe Schweinehund meckern, denn er will alles zu behalten, wie es ist.

Aber wie wäre dein Leben, wenn du mehr auf dich selbst hörst, anstatt auf all das, was dich scheinbar einschränkt, Rücksicht zu nehmen? Wage doch mal dieses Gedankenspiel. Spielen macht Spaß.

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