Nicht alle Menschen sind gleich – das ist bei Kindern nicht anders als bei Erwachsenen. Hast du das Gefühl, dass dein Sprössling zu sensibel für diese Welt ist und manchmal zu empfindlich und emotional reagiert? Und bereitet dir dies Sorgen?

Hochsensibilität und Hochsensitivität sind auch für Kinder keinesfalls etwas Schlimmes. Es sind Persönlichkeitsmerkmale, es sind Besonderheiten, wie ihre feinen lockigen Haare oder die zarten Finger.

Hochsensible und hochsensitive Kinder reagieren stärker als andere auf Reize – sie nehmen Störungen in ihrer Umgebung feinfühlig wahr. Es kann sich dabei um Emotionales oder um Alltagsgeschehnisse handeln, um Probleme in der Kommunikation oder auch einfach nur um Geräusche, um Licht, um Wärme oder Kälte. Natürlich ist es nicht schön, wenn dein Kind im Alltag Probleme hat und sich unwohl fühlt: Zum Beispiel in der Schule, wo es von der Intelligenz her eigentlich ganz andere Leistungen zeigen müsste, als es tut, aber damit lässt sich umgehen.

Hochsensible Kinder sind vor allem auch für die Eltern eine Einladung, ihre eigene Wahrnehmung der Umgebung zu verändern. Auch die Gesellschaft kann von hochsensiblen Kindern sehr profitieren. Wenn eine Sensibilisierung entsteht, weil wir alle mehr auch die sensiblen Kinderseelen achten, kann das für alle Menschen nur positive Auswirkungen haben: Eine Verlangsamung des Lebens, mehr Ruhe und Geduld, weniger Stress und Überforderung, mehr Raum für Schönes.

Vielleicht ist das Kind auch sehr introvertiert

Wenn sich dein Kind gerne zurückzieht und nicht viele Freunde hat: Mach dir keine Sorgen. Vielleicht ist dein Kind introvertiert und benötigt seine Ruhe, so wie andere Kinder Gesellschaft brauchen. Wenn dein Kind in seiner Zurückgezogenheit glücklich ist, versuche nicht zwanghaft etwas zu ändern. Wenn es aber hingegen verzweifelt Freunde sucht, aber von anderen Kindern abgelehnt wird, dann solltet ihr natürlich nach den Gründen forschen.

Wie die Familie damit leben kann

Sollte zuhause wegen der Überreizung deines Kindes gelegentlich „dicke Luft“ sein, vielleicht mit deinem Partner, macht euch allen klar, dass Kinder nun mal so sind, wie sie sind. Mit einer Überempfindlichkeit im Bezug auf Gefühle ist es sicherlich schwerer klarzukommen, als mit einer Abneigung gegen beispielsweise zu laute Musik, aber man kann es lernen.

Ihr könnt gemeinsam üben, mit den Besonderheiten eures Kindes umzugehen, denn die Feinfühligkeit eines Kindes tangiert die ganze Familie. Ganz wichtig ist es, dem Kind zu vermitteln: Es ist nicht schlimm anders zu sein als andere Kinder. Die wichtigste und größte Anerkennung für das Sensibelsein kommt von den Eltern. Je mehr du deinem Kind vermitteln kannst, dass es ok so ist, wie es ist, desto leichter fällt es auch deinem Kind, sein Anderssein anzunehmen.

Mach deinem Kind klar, dass es dadurch etwas Besonderes ist. Auch für Kinder kann Hochsensibilität und Hochsensitivität als Gabe angenommen werden. Es ist wichtig, das Leben danach auszurichten und sich Wege zu überlegen, wie mit den vielen Reizen umgegangen werden kann. Das ist machbar.

Viele hochsensible Kinder sind sehr kreativ, oft sind sie auch künstlerisch oder musisch begabt. Sie können sich empathisch in ihre Mitmenschen hineinversetzen und das ist doch eine viel bessere Eigenschaft, als die totale Gleichgültigkeit und der Egoismus, die in unserer Gesellschaft leider ebenfalls existieren. Oder?

Solange dein Sohn oder deine Tochter im Grunde zufrieden und glücklich ist und sich zu einem selbstbewussten Menschen entwickelt, gibt es keinen Grund zur Sorge.

Außerdem können sich Kinder im Laufe ihrer Entwicklung natürlich noch verändern. Vielleicht gewöhnen sie sich an die Momente, in denen sie derzeit noch zu sensibel reagieren, denn sie sind ja noch enorm lernfähig. Auf allen Gebieten!

Die Schönheit entdecken

Der Neurobiologe Joachim Bauer sagt über die Wirkung von Schönheit im Leben: „Bilder werden als neuronale Muster im Gehirn abgebildet, was für Bilder der Gewalt gilt, gilt für das Schöne auch: Alles, was wir sehen, hinterlässt in uns seine Spuren. Wir sollten uns aktiver darum bemühen, mehr von dem zu sehen, was wir als schön empfinden.“

Der Benediktinerpater Anselm Grün sagt das Gleiche für die Seele: „Wenn wir ganz im Schauen aufgehen, werden wir eins mit dem Geschauten. Das Auge braucht Schönes, damit es sich in der Seele einbildet und so die Seele schön macht.“

In diesem Sinne sind hochsensible Kinder eine Einladung, dem Schönen und Stillen in der Welt mehr Raum zu geben, weil es für jeden Menschen heilsam ist.

Wie erkenne ich, ob mein Kind hochsensibel oder hochsensitiv ist?

Hier findest du unseren Test: https://open-mind-akademie.de/online-tests/.

Wenn du herausgefunden hast, dass dein Kind zu den Vielfühlern gehört, kannst du es darin unterstützen, sein Leben glücklich zu leben. Nun heißt es, mit diesen Persönlichkeitsmerkmalen deines Kindes harmonisch leben zu lernen, es in seiner Besonderheit anzunehmen und es zu fördern. Bedenke jedoch, dass ein Ergebnis von momentanen Situationen und von deinem eigenen Verhältnis zum Kind und dergleichen beeinflusst sein kann. Außerdem kann dieser allgemeine Test nicht das Alter des Kindes berücksichtigen.
Das Thema vertiefen kannst du in Büchern aus unseren Buchempfehlungen.

Lies dazu auch „Die hochsensible Mutter“.

Bist du als Mutter und/oder Vater auch hochsensibel? Dann ist mein E-Book „Hochsensibilität – Dein Anti-Stress-Coaching“ hilfreich für dich.

Hochsensible Menschen brauchen besondere Lebensstrategien

Feinfühlige Menschen haben besondere Fähigkeiten, brauchen aber auch besondere Bedingungen, um wirklich kraftvoll diese Fähigkeiten und Gaben zu leben.

Um diese Bedingungen schaffen zu können, habe ich dir in meinem E-Book „Hochsensibilität – Dein Anti-Stress-Coaching“ zahlreiche Tipps und Übungen zusammengestellt.

Hochsensibilität Stress Selbstzweifel

 

Sig

Bücher über UND für hochsensible Kinder findest du in unseren Buchtipps: https://bit.ly/3e55KmP

Schau dir hier zwei Webinaraufzeichnungen mit Anne zum Thema hochsensible Kinder an:

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