Introvertierte Menschen brauchen Rückzugsmöglichkeiten, ihr inneres Wesen bezieht seine Kraft aus der Stille.

Wer viel  zu verarbeiten hat, sucht sich instinktiv Tätigkeiten, die dafür Raum lassen, dass alles „auf seinen Platz fallen kann“ – vergleichbar mit der Ruhe nach einem heftigen Schneetreiben.

Die meisten Kopfarbeiter und Seelenmenschen tun dies in „Mutter Natur“. Dort können sie geistigen Leerlauf genießen, tief durchatmen und die Seele baumeln lassen. Weil in der Natur das Trommelfeuer aus Reizen ruhiger ist, kann der Körper sich entspannen.

Es tritt (endlich!) echte Ruhe und Wohlbefinden ein, wir fühlen uns sicher und geborgen – und nicht umsonst gibt es das Bild von „Mutter Natur“, die uns einfach immer wieder gut tut. Es gibt aber auch Menschen, die keine zehn Pferde dazu bewegen würden, sich beim Angeln die Beine in den Bauch zu stehen: Sie wollen „Äktschn“, je mehr, desto besser! All das ist eine Frage des Temperaments.

Introvertierte schöpfen Kraft aus sich – Extrovertierte aus ihrer Umgebung und Mitmenschen

Ob ein hochbegabter, hochsensibler oder hochsensitiver Mensch starke oder weniger deutliche introvertierte Züge hat, zeigt sich schon im Säuglingsalter: Stille Naturen reagieren klar mit Abwehr auf laute Geräusche, starke Gerüche und heftige Sinnesreize. Um sich wohlfühlen und sich gut konzentrieren zu können, brauchen introvertierte Menschen Ruhe, notfalls durch Rückzug.

Extrovertierte brauchen dagegen ein deutlich höheres Anregungsniveau. Sie drehen quasi erst richtig auf, wenn ein Introvertierter längst das Weite sucht, weil es ihm alles zu viel wird. Hochsensible und hochbegabte Menschen können sowohl introvertiert, als auch extrovertiert sein oder sogar beides je nach Umstand, Situation oder Gelegenheit.

Der Schluss liegt nahe, dass viele Introvertierte u.a. deshalb so agieren, weil sie noch nicht gelernt haben, ihre hochaktiven Sinne durch Filter gezielter abzuschotten. Sie verlieren daher viel Energie beim Großstadtbummel, während eine extrovertierte Persönlichkeit danach erst recht Lust hat, zum Open-Air-Festival zu gehen – je mehr Menschen, desto besser. Ein hochbegabter Mensch würde sich vielleicht auch körperlich auspowern, der Kreativität freien Lauf lassen oder in die Welt der Sinne abtauchen, um mental herunterzufahren.

Das ist aus meiner Sicht eine wirklich wichtige Lektion

Introvertierte brauchen dringend „soziale Pausen“, um ihren Akku wieder aufladen zu können. Wer sich diese Pausen nicht nimmt, betreibt energetischen Aderlass und hängt irgendwann wie ein Schluck Wasser in der Kurve – oder landet im Burnout. Der Haken ist: Wo ein Extrovertierter Energie schöpft, lässt ein Introvertierter Federn – für eine Partnerschaft oder ein Zweierbüro kann das eine echte Herausforderung sein. Jeder muss da lernen auf sein eigenes inneres Wesen zu hören.

Feine Antennen, kluger Kopf und introvertiert

Stille Wasser sind bekanntlich tief: Introvertierte sind hervorragende Beobachter, sie reflektieren viel, lernen schnell, können sich sehr gut einfühlen. Sie philosophieren lieber über Gott und die Welt als den Smalltalk zu suchen, schreiben häufig lieber als zu telefonieren, stehen ungern im Mittelpunkt und wirken oft ruhig oder sogar beruhigend, wenn ihnen gar nicht danach zu Mute ist.

Wer dazu hochsensibel oder hochsensitiv ist, bekommt außerdem „mehr mit“ als ein Normalsterblicher. Wer mehr mitbekommt, hat meist auch eine höhere Auffassungsgabe, stellt andere Zusammenhänge her und denkt weiter. Daher finden sich sehr oft – aber längst nicht immer – dank der feinen Antennen verschiedene Begabungen und ein kluger Kopf bei einem introvertierten Wesen ein.

Und um dieses Missverständnis auszuräumen:

Nicht alle Introvertierten scheuen das Rampenlicht! Viele begnadete Schauspieler sind mehr als introvertiert und dabei weder schüchtern noch zurückhaltend. Sie können vor Begeisterung überschäumen, so lange sie eine Rolle verkörpern – anders als ein „charismatischer“ Politiker, der als geübter Selbstdarsteller in den Medien oft besser punkten kann, wenn er extrovertierter ist. Es gibt keine Schubladen in die bunte Menschen dauerhaft hinein passen!!

Introvertiert und auf leise Weise

Und die Moral von der Geschicht’? Verleugne bloß dein Wesen nicht!

Ihr wisst es ja: Besondere Gaben sind auch besondere Aufgaben, die im Alltag zu lösen sind. Wer hochsensibel ist und immer mal wieder seine Ruhe braucht, sollte sein Zelt nicht dauerhaft in der größten Metropole aufschlagen. Wer als hochsensibler und hochsensitiver Mensch dazu neigt, sich zu viel zuzumuten, darf üben, rechtzeitig auf die innere Stimme zu hören, die leise mahnt, dass ihr das eigentlich zu viel ist. Genau dieser spannende innere Dialog ist es, zu dem ich euch einlade. Das ist umso wichtiger, wenn der Partner anders tickt und dann muss der äußere Dialog ebenso intensiv geübt werden.

Lies mehr über leise Menschen in meinem Buch für und über leise Menschen: „Auf die leise Weise – Wie Introvertierte ihre Stärken erkennen und nutzen.“

Kennst du schon unsere 1-Minuten-Coachings?

Wir können uns das Wissen und die Kraft unseres Unterbewusstseins zu Nutze machen, wenn wir zu verstehen lernen, was es uns sagen will und begreifen, wie das Unterbewusstsein arbeitet. Wir müssen dafür einerseits die Impulse unseres Unterbewusstseins wahrnehmen, um uns dann bewusst entscheiden zu können, diesem Impuls zu folgen oder nicht. Andererseits können wir selbst unserem Unterbewusstsein Botschaften vermitteln. Genau dies tun wir mit den 1-Minuten-Coachings. Unter diesem Link findest du weitere Informationen: 1-Minuten-Coachings.

Sig