Wenn du dich häufig als Außenseiter und von deiner Umwelt missverstanden fühlst, könnte es sein, dass bei dir das Phänomen High Sensation Seeker oder Scanner Persönlichkeit (= Vielbegabung) vorhanden ist und noch nicht erkannt wurde.

Ungefähr 10 Prozent der Mensch weltweit sind von diesen Veranlagungen betroffen: Sie werden vielbegabt und multitalentiert geboren. Sehr viele von ihnen sind zudem auch hochsensibel und/oder hochsensitiv. Das ist meine persönliche Schätzung, wissenschaftliche Untersuchungen oder statistische Erhebungen gibt es dazu bisher nicht.
Es handelt sich dabei keinesfalls um ein Defizit, eine Störung oder Erkrankung, sondern um die ganz besondere Gabe außergewöhnlicher Persönlichkeiten. Wichtig dabei ist jedoch, dass die oder der Betroffene diesem Talent gemäß lebt und das Umfeld darauf Rücksicht nimmt. Und diese Maßnahmen erfordern zuerst einmal das Erkennen des Phänomens und danach einen achtsamen Umgang damit, ebenso wie mit sich selbst sowie den Menschen, Dingen und Ereignissen um einen herum.
Auch wenn die beiden Phänomenen High Sensation Seeker oder Scanner Persönlichkeit sehr ähnlich aussehen, gibt es doch Unterschiede, die du kennen solltest.

Der High Sensation Seeker – immer auf der Suche nach Abenteuer

Bei High Sensation Seeker handelt es sich um Menschen, die stets auf der Suche nach Herausforderungen bzw. starken Emotionen sind. Sie suchen das Abenteuer und immer wieder neue Eindrücke, lieben die Abwechslung und hassen Routine. Außerdem warten sie nicht gerne, was sich hin und wieder in extremer Ungeduld äußert.
Als High Sensation Seeker fühlst du dich immer, als würdest du mit dem Auto Gas geben und bremsen zugleich – ein Gefühlschaos voller Widersprüche, das ganz schnell zur Belastung werden kann. Denn die Sehnsucht nach Neuem steht den Schwierigkeiten gegenüber, zu viele Reize zufriedenstellend und gleichzeitig gesund für die Psyche zu verarbeiten. Es ist daher dafür zu sorgen, die Balance zwischen aktiven Unternehmungen und passiven Ruhephasen zu finden. Entgegen früheren Annahmen muss diese Suche nach starken Emotionen nicht zwangsläufig mit erhöhter Risikobereitschaft in Verbindung stehen.
Tatsächlich kombiniert ist diese Persönlichkeit mit einem stärker ausgeprägten Verhaltens-Aktivierungs-System, das die Aufmerksamkeit in Gang setzt, sobald sich dem High Sensation Seeker die Gelegenheit bietet, eine interessante Erfahrung zu machen. Betroffene bevorzugen häufig Sportarten mit Nervenkitzel-Effekt und lieben es, fremde Städte und Länder zu erkunden. Ist eine Unternehmung zu Ende, wird bereits die nächste angesteuert.

Die Scanner Persönlichkeit – Unterschiede zum High Sensation Seeker

Bei der Analyse einer Scanner Persönlichkeit werden deutliche Parallelen zum High Sensation Seeker bemerkbar: die bunte Vielfalt an Aktivitäten, mangelnde Festlegung und die Schwierigkeit, sich auf eine Sache zu konzentrieren und diese zu Ende zu führen, sowie das Springen von einem interessanten Thema bzw. Erlebnis zum nächsten. Es handelt sich also in beiden Fällen, aufgrund der großen Überschneidung der Symptome, zwar nicht um dasselbe, wohl aber um das gleiche Phänomen.

Du kannst allerdings anhand einiger Merkmale unterscheiden, über welche Gabe genau du verfügst.

Für den High Sensation Seeker besteht der Nervenkitzel darin, immer wieder Neues zu entdecken, wobei beim Scanner aufgrund der Vielbegabung eher die noch nicht ausgelebten Teilbereiche seiner Talente im Vordergrund stehen, auf die er sich fokussiert.

Das Verhaltens-Aktivierungs-System

Sowohl beim High Sensation Seeker sowie auch bei Menschen mit einer Vielbegabung kann von einem dynamischen Verhaltens-Aktivierungs-System ausgegangen werden.  Es handelt es sich dabei um eine neuroanatomische Struktur, die zu aktivem Verhalten (zum Beispiel bei einem Reiz, der eine Belohnung ankündigt) führt.
Es stellt eine autonome Erregung dar, die der Mobilisierung deines Organismus für ein Annäherungsverhalten dient, der dann darauf entsprechend reagiert und „süchtig“ macht. Das Verhaltens-Aktivierungs-System stimuliert die Aufmerksamkeit, sobald dafür eine Gelegenheit erkannt wird, zum Beispiel, um etwas Gewünschtes zu erhalten oder eine spannende Erfahrung zu machen.

Der Umgang mit sich selbst, anderen und Missverständnisse

Solltest du Anteile beider Phänomene inklusive stark ausgeprägtem Verhaltens-Aktivierungs-System in dir entdecken, wird es wichtig sein, Möglichkeiten des harmonischen Umgangs mit den beiden Gaben in Kombination zu suchen. Der High Sensation Seeker in dir findet die neuen spannenden Themen und abenteuerlichen Situationen, auf die sich der Scanner in dir dann stürzen und in Details verlieren kann.

Und bei allen Erlebnissen wacht der hochsensible Teil deiner Persönlichkeit darüber, dass du zwischendurch genug Ruhe findest, um Kraft und Energie für neue Aktivitäten zu tanken. Die Betroffenen sind oft sowohl introvertiert als auch extrovertiert, sie können zwischen beiden Bedürfnissen hin und her pendeln. Manchmal sind sie eine Woche lang hochaktiv, um sich die Woche darauf intensiv auszuruhen. Nicht alle Familienmitglieder oder Freunde können mit dieser Berg- und Talfahrt umgehen, weshalb die High Sensation Seeker und Scanner zu den unverstandensten Personengruppen überhaupt zählen. Häufig wird sogar befürchtet, dass sie unter ADHS oder in den Ruhe-Phasen unter Depressionen leiden.

Vielleicht klappt nicht alles von Anfang an reibungslos, aber der Aufwand lohnt sich dafür, dass du ein spannendes, aufregendes und damit befriedigendes Leben führen kannst.

Endlich Klarheit!

Vielbegabte Menschen lebten ihr Leben bis zur „Entdeckung“ dieser Qualität oft in einem Gefühl großer Bedrückung. Sie fühlten sich unverstanden, irgendwie falsch, fremd – wie von einem anderen Stern. Manche sind in ihrer Familie krasse Außenseiter, manchmal ist aber auch die ganze Verwandtschaft vom Außenseitertum geprägt, denn Vielbegabung – oft gepaart mit Hochsensibilität – taucht in vielen Familien gehäuft auf.

Aber auch eine späte Erkenntnis führt zu sichtbarer Erleichterung und lässt ein Lachen in den Augen aufblitzen. Viele beginnen ihre Lebensgeschichte neu zu erzählen, so, als hätten die geänderten Vorzeichen alles in ein anderes Licht gerückt, als hätten sich ihre Perspektiven vollständig geändert. Der neue Blickwinkel ermöglicht eine Umdeutung all dessen, was war. Oft fällt die Vergangenheit zusammen wie ein Kartenhaus.

Entscheidungen können Scannern schwerfallen

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