Zum Themenmonat Liebe & Leichtigkeit haben uns spannende Fragen erreicht, die wir gerne entweder in dieser Form oder als Video beantworten möchten. In diesem Artikel beantworten wir die Fragen von Saul, denn sie stehen exemplarisch für die Fragen vieler Menschen, die eine Mehrfachbelastung im Alltag und somit schwierigen Lebensumständen leben müssen und dennoch die Leichtigkeit und die Liebe in ihrem Leben wahrnehmen wollen.

 


Wie können Menschen Leichtigkeit & Liebe erhalten/ verstärken als frisch gebackene Eltern? 
Gefühlt verstärkt ein Neugeborenes die Liebe in der Beziehung zum Partner/ Partnerin, und natürlich kommt neue Liebe zu dem kleinen Menschen in die Beziehung dazu. Mit der Leichtigkeit verhält sich dies anders, sobald Einkommens-/ Gehaltsausfälle, Bürokratie und ein neuer Fokus zu finanzieller Stabilität und die immense Verantwortung für einen neuen Menschen hinzukommen, können diese sich negativ auf Selbstverwirklichung und Leichtigkeit der bisherigen Risikofreude auswirken.

Anandas Antwort dazu ist

Wenn wir ein Baby ansehen vergessen wir für einen Augenblick zu denken. Wir vergessen es, weil das Baby im Zustand des reinen Seins ist, weil es in der Mutter aller Gefühle, der Liebe, ruht und uns damit „ansteckt“. Sein Zustand ist so rein und daher so kraftvoll, dass er sich auf uns überträgt. Liebe ist das einzige „Gefühl“ das nicht aufgrund unseres Denkens entsteht. Im Gegenteil, weil wir nicht denken sinken wir in die Liebe, der Mutter aller Gefühle.

Liebe ist für mich daher auch ein Zustand und kein Gefühl.

Wann immer wir unseren Focus vom Denken zum Sein verlagern, geraten wir in einen Zustand der Liebe. Wenn wir etwas tun, das unsere volle Aufmerksamkeit verlangt, können wir nicht gleichzeitig denken, beziehungsweise können wir nur das denken, was wir gerade tun. Es ist kein Raum für etwas anderes. Diese konzentrierte Form von Aufmerksamkeit „blendet“ unser Denken aus und wir geraten in einen Zustand, der jenseits von denken und verstehen liegt, in einen Zustand des Seins.

Manche nennen ihn Liebe, andere Dhyana (tiefste Meditation) oder Bewusstsein.

Dies Liebe ist nicht an Personen gebunden, dieser Zustand ist nicht an Situationen gebunden. Personen und Situationen können ihn auslösen, doch er kann auch vollkommen ohne Anlass bestehen. Dieser Liebe, diesem Zustand folgt die Leichtigkeit, da es Denken braucht, um Schwere zu erzeugen. In der Liebe aber denken wir nicht, wir sind. Der Alltag bedarf Auseinandersetzung und Handlungen auf praktischen Ebenen. Das bedeutet jedoch nicht, dass wir den Zustand der Liebe verlassen müssen, um zu funktionieren. Auch aus der Liebe heraus können wir handeln. Es ist ein anderes Handeln.

Es bedarf jedoch tiefen Vertrauens, weil dem Handeln in Liebe die Kontrolle des Denkens fehlt.

Ist dieses Vertrauen da, können wir alltägliches bewältigen ohne das „in Liebe sein“ zu verlassen. Dadurch sind wir in einem Zustand der Freude und Leichtigkeit, das Leben fließt und wir mit ihm. Ja, ein Kind zu haben bedeutet Verantwortung zu tragen. Doch auch ohne ein Kind zu haben tragen wir immer Verantwortung für uns und unser Wohlergehen.

Nur wenn wir Verantwortung für uns selber übernommen haben, können wir andere „mittragen“. Wenn wir unter „Selbstaufopferung“ leiden, weil wir unser Kind an erste Stelle stellen, wird sich unser Leiden auf das Kind übertragen. Klar können wir unsere Bedürfnisse zugunsten des Kindes zurückstellen. Leiden wir jedoch darunter, schadet das auch unserem Kind, was wiederum unverantwortlich ist.

Es ist ein Tanz auf Messers Schneide. Zuviel Verzicht führt ins Leiden, zu viel Eigensinn tut das auch. Elternschaft ist meist nicht mit der Qualität von Leichtigkeit verbunden. Doch es gibt eine Qualität, die ich über die von Leichtigkeit stelle, nämlich „Einverständnis“.

Wenn wir ein Kind großziehen, tun wir das in der Regel freiwillig und sagen ja, zu allem was dazugehört. Auch ein Verzicht auf Erfüllung eigener Bedürfnisse ist somit Teil unseres Ja. Wenn wir uns dessen bewusst sind, befinden wir uns im Einverständnis. Dadurch können wir trotz, Verzicht, Überforderung und Mangelerscheinungen in einem Zustand des Friedens und der Liebe sein.


Stehen Leichtigkeit & Liebe nicht in antiproportionalem Verhältnis zu Karriere-/ Zielfokussierung und Selbstverwirklichung?
Die Frage geht in Richtung Vereinbarkeit der genannten Aspekte. Ich arbeite mich gerade durch Euer E-Book zum Zeitmanagement für Scanner-Persönlichkeiten, nachdem ich die entsprechenden 2 Bücher gelesen habe (vielen Dank dafür übrigens) und ziele daher mit der Frage in eine ähnliche Richtung, Leichtigkeit & Liebe konkurriert um die selben 24 Stunden, wie alle anderen Aspekte, in denen wir Fortschritte machen wollen. Mit anderen Worten: „mit Leichtigkeit in den Tag hinein leben“ und Zeit mit seinen Lieben und der Partnerschaft zu verbringen macht nur bedingt Freude, wenn im Hinterkopf das Gefühl entsteht, dass die anderen Säulen für ein erfülltes Leben stillstehen.

Dazu sagt Ananda:

Leichtigkeit und Liebe konkurrieren nie mit etwas, im Gegenteil, sie bestehen gerade, weil nicht konkurriert wird.

Ob wir Leichtigkeit oder Schwere erleben, Freude oder Frust, liegt nur an unserer Sichtweise.

Wir selbst bestimmen, wie wir uns fühlen während wir Karriere machen. Wir können es mit einem Gefühl von Leichtigkeit tun, auch wenn die Umstände beschwerliche sind. Wie wir uns fühlen mag zwar nichts an den Umständen ändern, jedoch bleiben wir die Gewinner, dass wir uns ja die ganze Zeit (und trotz aller Umstände) leicht fühlen. Wenn unser Fühlen von Umständen, Menschen und Situationen abhängig ist, sind wir ein Blatt im Wind, das nirgendwo Halt findet. Genauso braucht Selbstverwirklichung keine verbissene Angelegenheit zu sein.

Wir können alles im Leben mit jedem Gefühl tun, das wir wählen.

Sei es Leichtigkeit oder Frust, IM Gram oder in Freude, als Opfer oder Freiwilliger. Zu hoffen, die Umstände werden irgendwann so sein, dass wir uns leicht fühlen ist ein verhängnisvoller Irrtum. Wir brauchen nicht darauf zu warten, denn wir können trotz aller Umstände so sein, wie wir wollen.

 


Anne spricht im Video über die Fragen