Loslassen ist nicht unbedingt einfach, gerade dann, wenn es darum geht, einen geliebten Menschen loszulassen.

Der Verlust des Lebens- oder Ehepartners, Kinder, Vater und Mutter ist immer schmerzhaft. Nach einer bestimmten Zeit der Trauer sollte die Trauerphase jedoch überwunden und losgelassen werden. Bei Verlust einer Arbeitsstelle, der Auszug der Kinder, das Ende einer großen Liebe oder schmerzhafte Seelenverletzungen hört man oft: „Du musst Einfach loslassen“. Aber was meint das eigentlich? Wie geht das, was sich so einfach anhört?

„Loslassen“ wird häufig nur als leere Worthülse gebraucht. Er meint einen Zustand, der eine Veränderung einleitet. Loslassen geht aber auch in der Praxis und kann mit bestimmten Methoden umgesetzt werden.

Loslassen einfach gemacht

Das größte Problem beim Loslassen besteht häufig darin, dass sich der Verstand darauf eingestellt hat, dass Loslassen immer schwierig sein muss und die Gefühle sind noch nicht soweit Abschied zu nehmen.

Das ständige Erinnern und Ermahnen ans Loslassen raubt dabei viel Energie. Grundvoraussetzung zum einfachen Loslassen ist immer, dass die Sache (was immer es ist) ohne jegliche Vorurteile angegangen wird, hier gilt es mit dem Herzen zu fühlen und nicht mit dem Kopf zu denken.

Während der ganzen Phase gilt es auf das berühmte Bauchgefühl zu achten und nicht auf den Kopf. Der Grund dafür ist ganz einfach: Der Kopf ist die Ursache für die Probleme, je weniger der Kopf eingesetzt wird, desto besser also in dieser Phase des Loslassens. Das Grübeln über einen Verlust und die Veränderung ist sehr oft die Wurzel des Übels.

Vielleicht versuchst du es mit einer Übung …

Zum aktiven Loslassen nimm eine aufrechte, bequeme Sitzhaltung ein. Die gerade Körperhaltung ist ebenso wichtig, wie das tiefe Ein- und Ausatmen mit dem Bauch. Gesichtsmuskeln und die Nackengegend sollen entspannt sein, Gleiches gilt auch für den Rückenbereich. Der Körper sollte während der Übung komplett entspannt sein, die Augen können offen gelassen oder geschlossen gehalten werden. Wenn die Entspannung des Körpers  eingetreten ist, holst du das Gefühl zur Situation oder Person bzw. das Problem, um das es geht in dich hinein und versuchst es mit dem Körper zu spüren.

Die Schritte zum Loslassen

Der erste Schritt ist immer das Gefühl anzunehmen. Die entsprechenden Gedanken, die mit der Person oder dem Ereignis verbunden sind, werden wieder aufgerufen und verinnerlicht, am besten sogar so richtig doll verstärkt.
……  Mitten im Auge eines Tornados wird es ganz still und ruhig …..
Jetzt stell dir die Frage und beantworte sie, ob du das Gefühl wirklich annehmen kannst. Die Antwort kann sowohl mit ja, nein oder vielleicht ausfallen. Wichtig ist, dass eine Antwort gefunden wird. Nutze dein Bauchgefühl und beantworte die Frage intuitiv (der Kopf sollte die Frage nicht beantworten).

Im zweiten Schritt gilt es nun festzustellen, ob du alles annehmen kannst, was mit dem Gefühl in Verbindung steht. Hier gilt es auf Impulse und innere Zwänge zu achten, die versuchen das Gefühl zu verfälschen oder zum eigenen Schutz wegzudrücken. Nein, tue das nicht. Sie sollten nicht weggedrückt sondern willkommen geheißen werden, auch wenn’s schwer fällt. Beobachte deine Reaktionen und bewerte sie nicht!

Im dritten Schritt gilt es festzustellen, ob Gefühle und der Reaktionen losgelassen werden können. Bei einer Beantwortung mit „Ja“ sollte auch der Zeitpunkt für das Loslassen der Sache festgelegt werden, es muss ja nicht immer alles sofort sein, das macht es viel leichter und zu merkst, dass du einen bewussten Einfluss darauf hast. Bei einer „Nein“-Antwort (am besten mit der Ergänzung „NOCH nicht“)  sollte die Frage einfach wiederholt werden. Schritt 1 und Schritt 2 werden dann erneut durchgeführt.

Welche Hindernisse können auftauchen?

Häufig fürchten sich Menschen davor, mit ihren negativen Gefühlen auch die positiven Erinnerungen loszulassen, gerade dann, wenn es um den Verlust eines Menschen oder eine Beziehung geht. Die Angst diesbezüglich ist vollkommen unbegründet, denn dass die positiven Gefühle losgelassen werden ist schlichtweg falsch. Im Gegenteil, – die positiven Gefühle können sogar verstärkt werden, wenn die Energie die eine Ablehnung kostet, frei wird. Je mehr negative Gefühle losgelassen werden, desto mehr Platz finden die positiven Gefühle und somit auch tiefer innerer Frieden und am Ende das Gefühl von Glück.

Loslassen macht also glücklich

Hört sich einfach an und ist es auch. Mit einiger Übung gelingt es immer leichter, diese inneren Gefühlswelten zu steuern und ihnen nicht mehr hilflos ausgeliefert zu sein. Ich selbst habe große Lebenskrisen, Verluste und jede Menge Trauerarbeit damit bewältigen können. Es ist keine Theorie, es kann wirklich gelingen. Aber man muss am Ball bleiben. Dann klappt das Loslassen irgendwann wie von selbst.

Herzlichst
Anne

 


 

Aufzeichnung eines Live Talks mit Anne und Harald zum Thema Loslassen und Vertrauen:

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