Meditieren dient der körperlichen, geistigen und seelischen Entspannung, zur Regeneration und zur inneren geistigen Ruhe. Mit Meditationen finden hochsensitive und hochsensible Menschen einen wichtigen Ausgleich zur häufig stressigen und hektischen Außenwelt.

Die Lächel-Meditation

In unserem Gesicht gibt es mehr als dreihundert Muskeln. Wenn wir wütend oder ängstlich sind, spannen sich diese Muskeln an. Diese Gesichtsmuskel-Anspannung führt zu Verspannungen im ganzen Körper. Wenn wir lächeln, lösen sich augenblicklich die Anspannungen der Muskeln im Gesicht. Der Atem wird ruhig und gleichmäßig, wir fühlen uns wesentlich besser. So ein Lächeln kann spontan ein Gefühl der Freude hervorrufen.

Lächle ganz entspannt, nur für dich!

Setze dich ganz entspannt auf einen Stuhl oder Hocker. Die Füße stehen dabei auf dem Boden. Der Rücken ist aufrecht und gerade, der oberste Punkt deines Körpers ist der Scheitel, das Kinn ist leicht gesenkt und das Kiefergelenk ist entspannt. Die Schultern, Arme sind locker und die Hände liegen ebenso entspannt auf den Beinen.
Schließe die Augen, atme ein paarmal tief durch die Nase ein und mit einem inbrünstigen Seufzer hörbar durch den Mund wieder aus. Mit jedem Atemzug lösen sich Spannungen, mit jedem Ausatmen gibt man diese vertrauensvoll wieder ab und lässt sie fließen.
Beginne nun zu lächeln. Das Lächeln entspringt deinen Augen, kommt von ganz tief innen und breitet sich nach und nach über dein ganzes Gesicht aus. Lächle intensiv, mit nach oben gezogenen Mundwinkeln. Auch wenn du jetzt gerade nicht an etwas Schönes denken kannst: Lächle weiter! Lächle den Organen, Drüsen und den Knochen zu und spüren, wie dein ganzer Körper lächelt.
Genieße einige Minuten die Stimmung und Zufriedenheit. Beende die Lächel-Meditation, indem du nach und nach mit deiner Aufmerksamkeit wieder nach außen kommst, atme ein paarmal tief ein und aus, öffne dann die Augen und werde ganz wach. Spürst du den wohlwollenden Kontakt mit der Freude und Zufriedenheit in dir und fühlst du die positive Stimmung, die sich in dir eingenistet hat.

MeditationDie Sitz-Meditation

Die Körperhaltung ist der Ausdruck der inneren Haltung und Befindlichkeit. Ein aufrechter Oberkörper strahlt Aufrichtigkeit, Offenheit und Würde aus. Diese Haltung zeigt als klarer Spiegel den Gemütszustand im Inneren und spiegelt es nach außen, wie „ein Fels in der Brandung“.

Die Sitzhaltung

Zur Sitzmeditation kannst du unterschiedliche Sitzhaltungen einnehmen. Auf einem Stuhl, einem Meditationshocker, einem Meditationskissen oder auf dem Boden im Lotussitz. Die Hände können als geöffnete Schale zusammengefaltet werden.

Eine Sitz-Meditation-Übung

Eine Sitzmeditation kann man in Stille oder mit leiser Entspannungsmusik machen. Bei der Musikauswahl achte darauf, dass die Musik dich inspiriert, zur Entspannung führt, motiviert und positiv stimmt. Nachdem du nun deine individuelle Sitzposition eingenommen hast, atme erst einmal tief ein und hörbar wieder aus. Schließe die Augen oder fixiere mit leicht geöffneten Augen einen Punkt, etwa einen halben Meter vor dir am Boden.
Lasse deine Gedanken so ziehen, wie die Wolken am Himmel. Gehe nun auf eine Reise durch den Körper und stelle dir bildlich vor, wie sich deine Muskeln, Sehnen und Knochen entspannen. Sehe mit deinem inneren Auge die vielen zarten Sehnen, die feinen Härchen auf der Haut und gehe gedanklich durch deinen Körper. Lächle leicht und versuche dieses Lächeln auch in deinem Inneren zu spüren. Am Ende einer Sitzmeditation öffne deine Augen und komme in deinem Tempo langsam wieder im Raum an. Dehne und strecke dich und atme kräftig ein und aus. Verweile noch einen kleinen Moment im Inneren und in der wohltuenden Meditationsreise, bevor du aufstehen und dich achtsam den weiteren Aufgaben widmen kannst.
Eine Sitzmeditation kannst du je nach deinen Vorlieben und der Zeit täglich üben. Durch regelmäßiges Meditieren wirst du ruhiger und reagierst gelassener auf Stress.

Die Geh-Meditation

Bei der Geh-Meditation liegt die Aufmerksamkeit im gegenwärtigen Moment – beim Gehen und Atmen. Dabei ist nichts an weitere Rahmenbedingungen gebunden, da wir auf jeden Schritt unsere Aufmerksamkeit lenken. Nimm den Weg als dein Ziel, Schritt für Schritt. Hochsensible Menschen empfinden das langsame Gehen und Atmen als Wohltat und Entschleunigung im Alltag.

Die Übung

Nimm jeden einzelnen Schritt wahr. Gehe morgens statt im schnellen Lauftempo auf achtsame und langsame Weise zur Arbeit. Plane dafür etwas mehr Zeit ein. Mit einer Gehmeditation kann man auch im Hause beginnen, um sich geistig an die Wahrnehmung und das Bewusstsein zu gewöhnen.
Spüre bei jedem Schritt, wie dein Fuß den Boden berührt, sich mit der Ferse beginnend langsam abrollt und wie mit etwas Schwung der Zehen der Fuß abhebt. Dabei atme ein und entspannt wieder aus. Stelle dir den Boden angenehm weich oder wie eine bunte Blumenwiese vor. Richte deinen Blick geradeaus und lächle dabei. Dein ganzer Körper ist entspannt und der Geist konzentriert sich nur auf jeden einzelnen Schritt. Im Inneren kannst du jede einzelne Bewegung der Beine, der Arme, des Oberkörpers und Kopfes wahrnehmen.
Bevorzuge bei warmen Temperaturen das Barfußgehen. Die Erdung und Verbundenheit mit dem Boden wird deutlich spürbar.

Auf bald!

Euer Team der OpenMind Akademie