Alle Sinne gehören dazu

Sexualität ist eine der schönsten Sinneserfahrungen der Welt. Sie kann auf sehr unterschiedliche Arten ausgelebt werden: Zur reinen körperlichen Befriedigung oder zur körperlichen, seelischen, emotionalen und geistigen Zufriedenheit. In letzterem Fall spielt die Sinnlichkeit eine wesentliche Rolle. Um Sex mit allen Sinnen zu genießen, braucht es nicht viel, und im Ergebnis wird aus einem sexuellem Sport eine erotische Aktivität, die durch einen stimulierten Geist, feine Emotionalität sowie einen angeregten Körper eine andere Art der Leidenschaft erleben lässt.

Wenn das Gefühl von Liebe und Verbundenheit in einer sexuellen Beziehung auf der Strecke bleibt, fühlen sich vor allem hochsensible Menschen oft unwohl beim Sex und ihr Selbstbewusstsein sinkt. Leidenschaft und Lust entstehen überwiegend durch sinnliche Erfahrungen. Aber auch die Fantasie, das eigene Kopfkino, spielt eine wichtige Rolle. Wenn durch sinnlichen Genuss und Fantasie eine körperliche Aktivität entsteht, werden Sexualhormone ausgeschüttet und bestenfalls kommt es zu einer seelischen und körperlichen Befriedigung. In der Regel führt ein gelungener Orgasmus zu einer Zufriedenheit, die nicht zuletzt auf der Ausschüttung des Glückshormons Endorphin basiert.

Sinnlicher Genuss braucht mehr als Hormone

Sinnlicher Genuss entsteht aber durch viel mehr als einen gut gemixten Hormoncocktail. Dieser Genuss hat mit deinem Bewusstsein zu tun und er erlaubt dir, beim Sex weit mehr zu erleben als körperliche Befriedigung. Du brauchst dazu einen geistigen und emotionalen Freiraum, der dir ermöglicht, dich fallen zu lassen, optische Reize und zarte Berührungen intensiver wahrzunehmen und dein Bewusstsein zu sensibilisieren.

Geistiger Freiraum entsteht nur, wenn du das Denken zugunsten des Fühlens abschalten kannst. Im geistigen Freiraum denkst du nicht über das nach, was zuletzt geschehen ist, oder über das, was demnächst kommen könnte, sondern du bist vollkommen im gegenwärtigen Moment.

Emotionaler Freiraum entsteht dann, wenn du wirklich frei deine Gefühle zulassen und frei wahrnehmen kannst, was von deinem Partner ausgeht. Frei sein bedeutet, jenseits von Bedürftigkeit zu sein und keinen Anspruch, keine Erwartungshaltung an die Begegnung mit dem Partner zu haben.

Wenn das möglich ist, wird dein Körper bereits vor der intimen Begegnung Endorphine ausschütten. Dieser Freiraum verleiht dir ein besonderes Glücksgefühl, das bis zum körperlichen, geistigen und emotionalen Höhepunkt anhalten kann. Dieses Glücksgefühl aus der inneren Freiheit trägt dazu bei, dein Bewusstsein und das körperliche Verlangen in einen ausbalancierten Zustand zu bringen. Wenn du mit Genuss deine Sinnlichkeit und Feinfühligkeit lebst, wird ein Orgasmus keine Erfahrung sein, der du mit heraushängender Zunge hinterher jagst, denn es geht beim Nutzen der erotischen Intelligenz um weit mehr als um reine körperliche Befriedigung.

Der Zustand des Glücks

Ist es möglich, einen lang anhaltenden Zustand des Glücks zu erleben, als dessen Höhepunkt möglicherweise ein Orgasmus die Begegnung abrundet? Vielleicht ist nicht einmal ein Orgasmus das, was dich am Ende rundherum zufrieden sein lässt, sondern all das, was davor geschehen ist und was dich auch nachher noch nährt. Wenn das Liebesspiel so sinnlich, genussvoll und feinfühlig ist, ist es immer ein Erlebnis, ganz egal ob am Ende das große Dingdong entsteht. Ein Mensch mit ausgeprägter erotischer Intelligenz verfolgt nicht das Ziel, einen Orgasmus zu haben. Er liebt das Liebesspiel und er feiert es wie ein Fest.

Genuss kann zu einer schönen Sexualität führen, wenn beide Partner sich darauf einlassen. Ist das nicht der Fall, ist ein genüssliches Erleben der Sexualität kaum zu erreichen. Fakt ist, dass Sexualität ohne Sinnlichkeit und Genuss eine Art Sport darstellt, dessen Ziel die rein körperliche Befriedigung ist. Die Sinne bleiben auf der Strecke und es kommt maximal zu einem kurzen Glücksgefühl nach dem Orgasmus.

Tipps für mehr Genuss beim Sex

Du wirst in späteren Kapiteln meines Buches tief gehende, sinnliche Übungen kennenlernen, die dein Verhältnis zur Sexualität sicher verändern werden. Beginne zuerst einmal damit, dich dem Genuss deiner Sexualität zu widmen.

  • Beim Sex sind unerledigte Dinge des Alltags der Hauptfaktor für zu wenig mentalen und emotionalen Freiraum. Unzufriedenheit zum Beispiel über die nicht erledigte Bügelwäsche blockiert das Bewusstsein für Hingabe und Genuss. Dann kommt es in der Regel maximal zu einem Quickie, der rein der körperlichen Befriedigung dient. Um eine erotische Begegnung genießen zu können, musst du dich frei machen von Verpflichtungen oder einen speziellen Moment wählen, der Genuss erlaubt. Du kannst für Umgebungsreize sorgen wie romantisches Kerzenlicht, eine verführerische Dekoration oder erotisierende Düfte. Dies schafft eine sinnliche Atmosphäre, die dein Bewusstsein und das deines Partners positiv beeinflusst.
  • Zärtliche Berührungen oder eine sinnliche Massage signalisiert dem Partner deine Lust und löst in beiden Körpern ein Prickeln aus. So werden die Sinnesorgane sensibilisiert und die Ausschüttung der Glückshormone setzt ein.
  • Beim Sex führt Offenheit zu mehr Genuss. Sag deinem Partner, was du möchtest, frag ihn, was er mag. Erfüllte Wünsche fördern den Genuss zusätzlich und erhöhen auf diese Weise das Glücksgefühl.
  • Langfristig kann sinnlicher und genussvoller Sex die beste Basis vor allem in festen Beziehungen sein, auch wenn ein Quickie zwischendurch prickelnd sein kann und spontane Lust durchaus befriedigt. Probier es aus und du wirst bemerken, wie zufrieden ihr durch genussvollen Sex werdet.

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Sig