Metakognition ist unsere natürliche und häufig ungenutzte Fähigkeit, über das eigene Denken nachzudenken. Wir wissen etwas, aber was ist das eigentlich? Wir wissen vieles nicht – doch um was genau handelt es sich? Du wirst erfolgreicher beim in Beruf und Studium, wenn du deine metakognitiven Fähigkeiten verbesserst.

Erfolge sind garantiert: Nachdenken über das Denken

Voreilige Entscheidungen rächen sich. Fast jeder hat bereits diese Erfahrung gemacht. Metakognitive Fähigkeiten machen uns nicht nur überlegter, sondern auch zielstrebiger. Wissenschaftliche Studien belegen, wie uns Metakognition im Alltag, im Beruf und im Studium voranbringt.

In der Praxis werden die Strategien der Metakognition in lösbare Aufgaben umgesetzt. So fragen wir uns vor der Aufgabe: „Was genau kann ich tun, um Schwieriges besser zu verstehen?“ Die Lösungsmöglichkeiten, die unsere metakognitiven Fähigkeiten hervorbringen sind individuell – und sie sind trainierbar.

Die folgenden Strategien der Metakognition gelten hingegen für alle:

  • über das eigene Wissen nachdenken
  • das eigene Wissen und Unwissen kennenlernen
  • Denkprozesse verstehen und verbessern
  • das eigene Denken einem Kontrollprozess unterziehen
  • Lernprozesse kontrollieren
  • Denken und Gefühle in Einklang bringen
  • Auch intuitive Impulse hinterfragen und klären

Metakognition im Job – die Fähigkeit sich selbst zu kontrollieren

Nie wieder auf den letzten Drücker für die Klausur lernen? Gut vorbereitet in das Vorstellungsgespräch oder ins nächste Abteilungsmeeting? Kein Problem, wenn du dich mit Metakognition darauf vorbereitest.

Ja, wir sollten unsere Ernährungsgewohnheiten besser kontrollieren. Letztlich ist auch das ein Aspekt der Metakognition, doch in erster Instanz geht es um die Gedanken über die Gedanken.

Moment, wer möchte schon ins Grübeln verfallen? Denn das scheint sogar eine Eigenschaft zu sein, die gerade den Erfolgsmenschen vollkommen unbekannt ist. Bei den metakognitiven Fähigkeiten geht es um das Reflektieren und die Bewertung der eigenen Entscheidungen, Wahrnehmungen und Erinnerungen.

Kluge Entscheidungen treffen

Jeder möchte das und meistens glauben wir, es ist uns gelungen. Ach, wirklich – flüstert die Metakognition aus dem Hintergrund. Lass‘ uns nochmal nachdenken, ob das wirklich eine gute Entscheidung war. Warum glaubst du das? Fehlten dir etwa Informationen? Wenn ja, dann klären wir gemeinsam, wie du diese beschaffst und auswertest. Das Ziel ist, mit deinen Erfahrungen und Selbstkontrollen in Zukunft besser, ausgewogener oder informierter zu entscheiden.

So oder ähnlich läuft ein metakognitiver Prozess ab, mit dem du beruflichen Entscheidungen oder die Prüfungsvorbereitung verbesserst. Setze die Metakognition zu deinem eigenen Vorteil ein und auch für den der Firma oder deiner Kollegen. Und natürlich gilt das alles ebenso für das private Leben und die dort erforderlichen Entscheidungen.

To-do-Listen fallen ebenfalls sehr individuell aus – mal detaillierter, mal komprimierter. Auch sie sind eine Form der Metakognition, denn wir sammeln Wissen, verarbeiten und sortieren es vor. Wir ordnen in den Listen unsere Gedanken, legen Prioritäten und eine Reihenfolge fest.

Gute Vorbereitung mit der Metakognition

Gehen wir in ein Vorstellungsgespräch, bereiten wir uns alle vor – mehr oder weniger. Die besser vorbereiteten unter uns haben höhere Erfolgschancen auf den Job. Beispiele für eine metakognitive Strategie ist das Ausarbeiten eines speziellen Fragenkatalogs vor dem großen Ereignis:

  • Warum will ich den Job?
  • Wie kann ich das begründen?
  • Was wird der Interviewer fragen?
  • Wie hinterlasse ich einen guten Eindruck?
  • Wie werde ich die Fehler aus früheren Interviews vermeiden?

Gleiches gilt für ein Meeting im Job. Lässt man die Ereignisse auf sich zukommen oder geht man gut vorbereitet in die Besprechung? Wir wünschen uns letzteres, doch wie stellen wir dies am besten an? Die Metakognition hilft uns bei der Vorbereitung, indem wir unser Wissen hinterfragen, Defizite aufdecken und Lösungsstrategien für einen Ausgleich entwickeln.

Wie das Nachdenken über das Denken uns weiterhilft

Wer sich bewusst realistische Ziele setzt und genau über die realistischen Ressourcen zur Zielerreichung nachdenkt, hat deutlich bessere Chancen, sie auch zu erreichen. Nutzen wir unsere metakognitiven Fähigkeiten, haben wir mehr Erfolg.

Studien haben die Wirksamkeit von Metakognition bewiesen

Hier ein Beispiel: In einer Studie füllten Probanden einige Tage vor der Klausur einen Fragebogen aus. Der Fragenkatalog forderte sie zum Nachdenken über die bevorstehende Arbeit auf. Ist es wichtig eine gute Note zu bekommen? Wie wichtig ist dir das? Wie wahrscheinlich ist es, dieses Ziel zu erreichen?

Die Studenten konnten aus mehreren Antwortmöglichkeiten wählen. Sie sollten sich für diejenigen Hilfsmittel und Techniken entscheiden, die sie am besten beim Lernen und der Vorbereitung auf die Prüfung unterstützen sollten. Waren es etwa Bücher, Gruppendiskussionen oder Nachhilfestunden oder etwas anderes? Eine Kontrollgruppe bekam lediglich eine Information zum Termin der bevorstehenden Klausur. Die bessere Klausur schrieben die Studienteilnehmer, die zuvor mit metakognitiven Strategien reflektiert; ihr Notendurchschnitt war im Schnitt um ein Drittel besser.

Selbstkritik – nicht grübeln

Wer denkt schon gerne über seine Schwächen nach? Es hilft, wenn wir das tun – das zeigen die Studien zur Metakognition. Es geht nicht um das Verfallen in Trübsal, sondern um das sachliche Aufdecken der eigenen Defizite – im Wissen oder beispielsweise in praktischen Fertigkeiten. Wenn wir uns selbst kontrollieren und Selbstkritik üben, verbessern wir uns. Haben wir etwas falsch gemacht, fragen wir: „Wie wird es richtig gemacht?“ Wir üben, kontrollieren uns dabei, und verbessern so mit metakognitiven Strategien unsere Leistungen und Fähigkeiten.

Checkliste für die Prüfungsvorbereitung

Bereits vor der eigentlichen Lernphase für eine Prüfung nutzt du deine metakognitiven Fähigkeiten, um über die Klausur und den Lernprozess nachzudenken. In diesem Schritt geht es nicht um das Erlernen von Fachwissen. Lediglich das wann, wo, wie und mit was kann ich in der Klausur die gewünschte Note erreichen. Stelle mit der Metakognition deine individuelle Klausur-Checkliste zusammen:

  1. Identifikation: Welcher Lernstoff ist wichtig, welcher weniger relevant?
  2. Zeitplanung: Wie viel Zeit plane ich für welchen Lernstoff ein? Was genau kann ich in der geplanten Zeit erledigen?
  3. Prioritäten: In welcher Reihenfolge gehe ich den Stoff durch? Zuerst das Wichtigste oder zuerst das Einfachste?
  4. Lernerfolg: Wie kann ich kontrollieren, ob ich alles verstanden habe? Was kann ich tun, wenn nicht?
  5. Lernkontrolle: Wie kann ich meinen Lernfortschritt messen? Welche Testfragen prüfen mein Wissen?
  6. Nachbearbeitung: Wie lief meine Prüfungsvorbereitung tatsächlich ab? Was kann ich künftig verbessern und mit welchen Maßnahmen ist dies möglich?

Wenn du schon lange kein Schüler oder Student mehr bist, wandle diese Lernstrategien für dein Berufs- oder Privatleben passend ab.

Fördere deine eigenen metakognitiven Fähigkeiten

Unsere metakognitiven Fähigkeiten sind eine höchst individuelle Fähigkeit, die durch psychische Erkrankungen beeinträchtigt sein kann. Im Zweifelsfall – so die Psychologen – lässt sich die Selbstreflexion durch elektrische Gehirnstimulation, Medikamente, Meditation oder psychologische Tricks verbessern. Doch meist reichen unsere natürlichen metakognitiven Fähigkeiten aus, um Leistungen im privaten und beruflichen Umfeld zu verbessern.

Metakognition kann jeder anwenden.

Ohne chemische Stimulation und ohne Literaturstudium gelangen Schüler, Studenten, Teamleiter, Angestellte und Arbeiter, Chefs und Professoren zu mehr Effizienz – und zum gewünschten Ziel. Weniger Fehlentscheidungen, bessere Vorbereitung und die gesetzten Ziele wirklich erreichen – mit der Metakognition wird dies möglich.

Das kontinuierliche Hinterfragen der eigenen Denkmuster, ihre Weiterentwicklung und das Setzen von klaren Zielen sowie deren realistische Umsetzung können unsere Kompetenzen enorm verbessern – und letztlich wird auch das Leben mit einer besseren Organisation leichter.

Das metakognitive Coaching…

ist dein Weg, um deine metakognitiven Kompetenzen zu erhöhen. Die zentralen Aspekte im Metakognitiven Coaching: Wir stellen uns im metakognitiven Coaching die Fragen: Was muss getan werden? Und: Wie muss etwas getan werden? Wir kümmern uns nicht nur darum die richtigen Dinge zu tun, sondern auch die Dinge richtig zu tun.

Herzlichst
Anne