Coaching: Definition und Differenzierung

Coaching ist ein 1885 entstandener Begriff, der für die Betreuung, die Beratung und das Training eines Sportlers steht. Der Trainer vermittelt ihm Wissen, Fähigkeiten und Fertigkeiten, um ihn dabei zu unterstützen, ein bestimmtes Ziel zu erreichen. Ursprünglich kommt das Wort „Coach“ aus dem Englischen und bedeutet Kutsche, später wurde es mit dem Kutscher in Verbindung gebracht, der die Pferde zu leiten, zu bewegen, zu betreuen und ihnen den Weg zu weisen hat.

Und so verhält es sich auch mit dem Life Coaching, dem Lebenstraining, nur, dass es nicht um den Erfolg auf dem Platz sondern im echten Leben geht, nicht um sportliche Ziele, sondern persönliche Ziele und Träume, in denen wir unsere Erfüllung und Lebenssinn finden.

Life Coaching ist eine personenzentrierte Gesprächsführung, in dem der Coach seinen Klienten dabei unterstützt, sein Potential zu entfalten und positive Veränderungen in einem oder mehreren Lebensbereichen zu erzielen.

  • Coaching ist ein interaktiver und personenzentrierter Begleitungsprozess, der berufliche und private Inhalte umfassen kann.
  • Coaching ist individuelle Unterstützung auf der Prozessebene, d.h., der Coach liefert keine direkten Lösungsvorschläge, sondern begleitet den Klienten und regt dabei an, Ziele zu hinterfragen bzw. zu setzen und eigene Lösungswege zu entwickeln.
  • Coaching ist lösungsorientiert und zielfokussiert und auf eine bewusste Selbstentwicklung ausgerichtet.
  • Coaching findet auf der Basis einer tragfähigen und durch gegenseitige Akzeptanz und Vertrauen gekennzeichneten, freiwillig gewünschten Beziehung statt, d.h., der Klient geht das Coaching freiwillig ein und der Coach sichert ihm Diskretion zu.
  • Coaching zielt immer auf eine (auch präventive) Förderung von Selbstreflexion und -wahrnehmung, Bewusstsein und Verantwortung, um so Hilfe zur Selbsthilfe zu geben.
  • Coaching findet in mehreren Sitzungen statt und ist zeitlich begrenzt.
  • Ziel ist die Verbesserung der Selbstreflexions- und Selbstmanagementfähigkeiten des Klienten, d.h., der Coach soll sein Gegenüber derart fördern, dass der Coach letztendlich nicht mehr benötigt wird
  • Der Coach nimmt stets eine unabhängige Position ein.

Ziel einer Psychotherapie ist die Heilung einer professionell diagnostizierten psychischen Erkrankung, zumindest aber deren Linderung. Der Psychotherapeut verfügt über die für diese Aufgabe erforderliche diagnostische und therapeutische Expertise sowie die erforderliche Approbation. Weder stellt das Coaching eine psychotherapeutische Behandlung dar, noch ersetzt es diese. Dies ist auch dann nicht der Fall, wenn Personen, die Coaching anbieten, über eine entsprechende Qualifikation als Psychotherapeut verfügen.

Ein Mensch geht dann in eine Therapie, wenn er alleine mit etwas nicht mehr fertig wird, wenn er traumatische Erlebnisse hatte, wenn er unter einer akuten Depressionen oder einem Burnout leidet, wenn etwas anderes gravierend nicht mehr funktioniert. Er ist im Ungleichgewicht und braucht die Hilfe eines anderen, weil er alleine nicht mehr klar kommt. Daher werden die Kosten für eine Therapie von den Krankenkassen und privaten Krankenversicherungen auch übernommen. Die Psychotherapie ist ein längerer Prozess mit mehreren zu Beginn vereinbaren Sitzungen in engerem Zeitabstand.

Ziel einer Beratung ist die Unterstützung bei der Lösung eines Problems durch die Bereitstellung besonderen Wissens und Informationen. Die Bereitstellung und Vermittlung von vertieftem Expertenwissen ist in aller Regel nicht Gegenstand im Coaching. Ein Coaching mit Anne oder Ananda ist jedoch meist eine Kombination von Coaching und Beratung.

Beim Training (von irgendetwas, ganz egal…) wird eine Fertigkeit, ein Verhalten oder eine Leistung durch Wiederholung so lange eingeübt, bis die körperliche, kognitive und emotionale Konstitution so verbessert ist, dass eine erhöhte Leistungsfähigkeit in dem jeweiligen Bereich resultiert.

Training dient dem gezielten Auf- und Ausbau bestimmter Verhaltensweisen, d.h. es steht meist das Erlernen eines für entsprechende Situationen „idealen“ Ablaufmusters im Vordergrund. Die individuellen Bedürfnisse des zu Trainierenden sind dabei zwar maßgeblich, aber der Schwerpunkt ist weniger das Individuum als eben das individuelle Verhalten bzw. die Trainingsinhalte. Typische Beispiele für solche Trainings sind Verkaufstrainings, Moderationstrainings, Rhetoriktrainings uvm. Besonders charakteristisch für Trainings ist der Aspekt der Übung, die im Beisein des anleitenden, Feedback gebenden und korrigierenden Trainers und unter Selbstanleitung praktiziert wird.
Allgemein ist bei allen Formen des Trainierens wichtig, sowohl Unter- als auch Überforderung zu vermeiden, da andernfalls die Wirkung des Trainings weder effizient noch optimal ist.
 
Umgangssprachlich spricht man bereits bei einer einmalig durchgeführten Übungseinheit von Training. Im wissenschaftlichen Diskurs wird zwischen Übung und Training unterschieden. Denn eine Übung kann eine kurzfristige Anpassung bedingen. Systematisches Training zielt darauf, möglichst langfristig stabile Anpassungserscheinungen, d. h. Trainingseffekte zu erzielen.