Ein wichtiges Element des Metakognitive Kurzzeit-Coachings ist die Positive Psychologie. Dabei geht die Positive Psychologie von den Stärken der Menschen aus, die jeden Menschen selbstbewusst machen und die gefördert werden können und sollen. Anders ausgedrückt: Optimismus, Hoffnung, Wohlgefühl und damit Glück kann man lernen.

Positive Psychologie: Was ist das genau?

In diesem Zweig der Psychologie geht es um die wissenschaftliche Erforschung derjeniger Parameter, die das Leben lebenswert machen. Man befasst sich mit den Stärken der Menschen, über die die besten Dinge im Leben gefördert werden sollen. Diese Strömung innerhalb der Psychologie folgt also grob zusammengefasst der ressourcenorientierten Psychologie. Es geht immer darum, was Menschen als Individuen sowie als Organisationen und Gesellschaften in ihrer bestmöglichen Entwicklung fördert.

Erforscht werden die für ein gelingendes Leben und Arbeiten bedeutungstragenden Aspekte und das, was das Leben lebenswert macht.

Die Positive Psychologie befasst sich mit den Auswirkungen der positiven Emotionen auf Seele wie auch Körper und wie diese vermehrt werden können. Wir untersuchen daher in unserem MKKC früher erlebte Flow-Erfahrungen und unterstützende soziale Beziehungen. Weitere wichtige Elemente sind Motivation, Sinn-Erleben und Achtsamkeit.

Wir gehen im Coaching in die praktische Umsetzung!

Es geht nicht darum, durch positives Denken alle Bereiche des Lebens einfach schön zu reden. Vielmehr werden mit der Positiven Psychologie persönliche Denk- und Verhaltensgewohnheiten so beeinflusst, dass sich langfristig Zufriedenheit und Wohlbefinden einstellen.

Die alten Griechen…

Die Philosophie der Antike befasste sich bereits mit Fragen zum guten Leben, zu Tugenden und zur Erfüllung im Leben. Von Aristoteles ist die Nikomachische Ethik bekannt – hier philosophiert der weise Mann über die Themen Glück und Wohlbefinden.

Als Basis für das Erleben von Glück identifizierte Aristoteles die persönliche Entwicklung von Charakterstärken und Tugenden, die für sich wie auch für andere Menschen eingesetzt werden müssten. Aristoteles merkte an, dass niemandem diese Tugenden und Charakterstärken angeboren seien, sondern dass sie gefördert und eingeübt werden müssten.

Er sah den Menschen bereits zum größten Teil selbst dafür verantwortlich, sein Potential zu entfalten. Ähnliche Gedanken finden sich bei vielen Religionsgründern und -gründerinnen sowie bei den Vertretern der humanistischen Psychologie.

Das PERMA-Modell der Positiven Psychologie

Als Basis des sogenannten PERMA-Modells sind die Charakterstärken und Tugenden des Menschen zu sehen. Die werden häufig als 24 an der Zahl angegeben und können über Fragen zur Selbstwahrnehmung bestimmt werden. PERMA steht für:

  • P: Positive Emotions (übersetzt als gute Gefühle oder Spaß)
  • E: Engagement (als Beschäftigung oder Motivation beschrieben)
  • R: Realtionships (Beziehungen zu anderen Menschen)
  • M: Meaning (hier übersetzt als Sinn oder Sinnhaftigkeit)
  • A: Accomplishment (das Erreichen selbstgesteckter Ziele)

Im Modell stehen diese 5 Elemente für das Fundament eines glücklichen Lebens und stützen das sogenannte Flourish, also das Aufblühen jedes einzelnen Menschen. Flourish oder Aufblühen wird als eine grundsätzliche Lebenszufriedenheit gesehen, die im Gegensatz zum reinen Funktionieren des Menschen steht. Die 5 Pfeiler sind unabhängig voneinander und können auch unabhängig voneinander erlernt werden.

Das PERMA - Modell im MKKC

 

 

Was genau bedeuten die 5 Elemente der Positiven Psychologie?

  1. Positive Emotionen

Positive Emotionen werden als absolut grundlegend für das Wohlbefinden des Menschen empfunden. Denn glückliche Menschen schauen gerne auf vergangene Ereignisse und sind für die Zukunft hoffnungsfroh, weil sie die Gegenwart genießen können.Genuss und Dankbarkeit gehören zu den positiven Emotionen. Du trainierst sie über ein Dankbarkeitstagebuch und andere Übungen. Im Zentrum steht, den Blick weg von der Negativität und hin zu den positiven Momenten des Alltags zu lenken.

  1. Engagement

Beim Engagement geht es darum, dass du dich auf die Dinge fokussierst, die du voll und ganz genießt und die dir wichtig sind. Du gehst also im Moment auf – und das bringt dich in einen Zustand, der als Flow bezeichnet wird. Einen Flow erlebst du immer dann, wenn du in dem, was du tust, so sehr aufgehst, dass du alles andere um dich herum vergisst. Das kann auch als Hingabe, Leidenschaft oder hochkonzentriertes Arbeiten beschrieben werden. Viele Menschen kennen diesen Flow-Zustand von ihren Hobbys, erleben ihn beim Sport oder beim Malen. Kennst du die eigenen Stärken und Talente, kannst du sie gezielt nutzen, um so einen Zustand zu kommen.

  1. Positive Beziehungen

Beziehungen sind insofern wichtig, als dass sie unser Wohlbefinden erhöhen. Der Mensch ist ein soziales Wesen und nimmt sich selbst überwiegend in der Interaktion mit anderen Menschen wahr. Familie, Freunde und Freundinnen, kollegiale Beziehungen am Arbeitsplatz, Nachbarn und Nachbarinnen sind dabei genauso wichtig wie die Bekanntschaften aus Vereinen, dem Hobbybereich und andere. Beziehungen können tief und glücklich sein, um zu erfüllen, sie können aber auch einfach in der vertrauten Nähe mit positiv empfundenen Menschen bestehen. Die Pflege positiver Beziehungen steigert das Wohlbefinden. Wichtig für das positive Empfinden ist, dass wir uns in unseren Beziehungen gegenseitig Wertschätzung zeigen.

  1. Sinnhaftigkeit

Die Suche nach dem Sinn und der Sinnhaftigkeit des eigenen Tuns ist essentiell: Was du als größer als dich selbst wahrnimmst, das lässt dich in der Beschäftigung damit über dich hinauswachsen. Das kann ein religiöser Sinn sein, aber auch Gemeinschaftsarbeit oder Politik. Manche Menschen finden den Sinn in ihrem beruflichen Tun, in der Familie oder anderen Aspekten des Lebens. Es geht also nicht einmal um den großen Sinn, der hinter allem Sein steht, sondern um den Sinn im Kleinen. Jede noch so alltägliche Handlung kann bedeutungsvoll sein, wenn du den Sinn dahinter für dich selbst bestimmst und kennst. Diese Sinnhaftigkeit des eigenen Seins und Handelns kannst du aber nur erkennen, wenn du dich selbst kennst und deine Stärken wie auch Schwächen annimmst. So findest du deine eigene Berufung und kannst danach leben.

  1. Zielerreichung

Erreichst du deine selbstgesteckten Ziele, ist das ein Erfolg. Erfolge sind wichtig, um Glück und Wohlbefinden zu erreichen. Deshalb musst du in der Lage sein, dir die bereits erreichten Ziele im Leben bewusst zu machen und sie als Erfolge zu erleben. Dabei geht es nicht einmal um die großen Ziele im Leben: Wer es schafft, einen Marathon zu laufen (oder gar zu gewinnen), eine Masterarbeit abzugeben oder sich endlich den Traum von der eigenen Immobilie erfüllt, der spürt den Erfolg natürlich. Aber auch kleine Ziele erreichst du immer wieder. Wer schon einmal eine im Herbst aufgelesene Kastanie in die Erde gesetzt hat und im nächsten Frühjahr erleben konnte, wie ein kleiner grüner Sproß herauskam und sich im Laufe des Jahres zu einem winzigen Bäumchen mit einem oder zwei Blättern entwickelte, kennt das Gefühl: Erfolge müssen weder groß sein, noch muss man viel dafür tun. Manchmal reichen Geduld und genug Regen.

Methoden der Positiven Psychologie

Die Grundhaltung in der Positive Psychologie ist immer optimistisch, heilsam, nährend und förderlich. Wir nutzen primär positive Interventionen. Dabei ist kein großer Aufwand nötig: Schon einzelne Anwendungsvorschläge können schnell eine positive Entwicklung hervorrufen.

In ihrem Wesen sind positive Interventionen lösungsorientiert und auf die Zukunft gerichtet. Konkret aktivieren und verstärken sie die Belohnungskreisläufe, die sich im PERMA-Modell finden. Sie dienen als Katalysator für positive Denkmuster und Verhaltensweisen.

Positive Psychologie: Drei praktische Übungen

Die Positive Psychologie kennt viele Übungen, die, regelmäßig durchgeführt, das eigene Denken und Handeln dauerhaft beeinflussen. Anhand von drei einfachen Übungen wird klar, was damit gemeint ist: Das Dankbarkeitstagebuch kannst du mit wenig Aufwand und ohne Vorbildung führen. Der Dankbarkeitsbesuch kostet etwas Zeit und Überwindung, ist aber ebenfalls alltagstauglich. Als dritte Übung stellen wir den Freundlichkeitstag vor, der sich ebenfalls ohne großen Aufwand regelmäßig umsetzen lässt.

Das Dankbarkeits-Tagebuch

Nimm dir jeden Abend ein paar Minuten Zeit und denke über deinen Tag nach. Notiere dir in einem schönen Notizbuch, per Computer oder in einem Dokument auf dem Smartphone drei Dinge, die an diesem einen Tag besonders positiv oder schön waren. Schreibe dazu, inwiefern du dazu beigetragen hast, dass diese Dinge passieren konnten. Das muss keine großartige Tat gewesen sein: Zum Erleben eines wunderschönen Sonnenuntergangs trägst du bei, indem du innehältst, dir Zeit nimmst und den Anblick genießt. Kleinigkeiten haben das Potential, dir den Tag zu versüßen – also schreibe gerne kleine Erlebnisse auf.

Der Hintergrund: Negative Erlebnisse werden viel intensiver wahrgenommen als positive Erlebnisse. Und sie graben sich auch tiefer ins Gedächtnis ein. Nimmst du dir für wenigstens eine Woche lang jeden Abend die Zeit, dich auf die positiven Erlebnisse im Tagesablauf zu konzentrieren, schärfst du deine Wahrnehmung für die Glücksmomente des Alltags. Du wirst schnell merken, dass du ein gutes Leben führst, mehr Glück und Zufriedenheit entwickeln.

Du erlebst dich selbst als wirksam, so dass du aktiv zu kleinen und großen Glücksmomenten beitragen kannst.

Der Dankbarkeits-Besuch

Immer wieder erfahren wir Gutes von unseren Mitmenschen. Der Nachbar hat ein Paket für uns angenommen, die Fleischerei-Fachangestellte hat uns ein Stück Wurst zum Probieren geschenkt. Vielleicht hat auch einfach nur die Babysitterin abends noch schnell abgespült, statt einfach nur auf die Kinder aufzupassen. Gibt es eine Person, die dein Leben positiv beeinflusst hat? Hast du dich dafür schon bedankt? Oft vergessen wir im Alltag, uns für die großen und kleinen Nettigkeiten zu bedanken. Setz dich hin und schreibe dieser Person einen Brief. Drücke in dem Brief deine Dankbarkeit aus. Wie detailliert du dabei wirst, bleibt dir überlassen. Dann melde dich bei dieser Person und verabrede dich mit ihr. Bei dem Treffen übergibst du den Brief, von dem du vorher nichts erzählt hast.

Der Hintergrund: Du wirst dir bei dieser Übung bewusst, dass andere Menschen dein Leben durch ihr Handeln positiv beeinflussen. Du bemerkst die positiven Wendungen und lernst, dass Kleinigkeiten oft viel ausmachen.

Du kommst mit deinen Mitmenschen ins Gespräch und baust positive Beziehungen auf.

Freundlichkeitstage

Erkläre einen Tag zum Freundlichkeitstag. An diesem Tag tust du einfach anderen Menschen etwas Gutes. Es ist egal, ob du jemandem das Wechselgeld als Trinkgeld überlässt, ernstgemeinte Komplimente an deine Mitmenschen verteilst, jemandem einen Kaffee ausgibst oder einfach mal wieder eine nette Nachricht an jemanden schreibst. Vielleicht backst du auch einfach ein paar Muffins mehr und bringst den Nachbarn welche vorbei. Du kannst den Freundlichkeitstag vorher planen und deine Ideen zum Nett-sein aufschreiben. Post-Its erinnern dich daran, was du alles tun wolltest. Oder du hast einfach spontan Ideen, die du im Alltag umsetzt. Wichtig ist, dass du den Tag bewusst erlebst und die Reaktionen der Menschen um dich herum wahrnimmst. Bist du auf den Geschmack gekommen, erklärst du einfach immer wieder einzelne Tage zu Freundlichkeitstagen.

Der Hintergrund: Geteilte Freude ist doppelte Freude – am Freundlichkeitstag wirst du zum Glücksbringer und zur positiven Energie für andere Menschen. Und die behalten ihre Freude selten für sich, sondern geben ihr Ausdruck.

Du erlebst dadurch selbst großes Glück.

Positive Psychologie für einen positiven Alltag

Unsere Grundhaltung im MKKC bei dem Einsatz der Positiven Psychologie ist, dass ein grundsätzlich auf das Positive in jedem Menschen konzentriertes Coaching den Umgang miteinander nachhaltig so prägen kann, dass destruktive Zustände wie beispielsweise Burnout vermieden werden.

Positive Psychologie ist also auf jeden Fall auch Prävention für Gesundheit, Lebensfreude und Glück.

Herzlichst
Anne und Harald