Den Weg zu dir selbst und zu mehr Selbstbewusstsein finden

Höchstwahrscheinlich wurde dir an verschiedenen Punkten deines Lebens auch wiederholt der Ratschlag gegeben, ganz du selbst zu sein.

Als wäre es die einfachste Aufgabe der Welt, dieses „Selbst“ überhaupt zu finden. Tatsächlich ist es nicht selten eine Lebensaufgabe, zu sich selbst zu finden und mit sich selbst „ins Reine“ zu kommen. Und dann bleibt ja immer noch die Frage, ob du dich mit deinem Selbst wohlfühlst.

Schritt 1: Finde heraus, wer du bist

„Sei du selbst“ klingt eigentlich nach einer unnötigen Aufforderung, denn wer solltest du auch sonst schon sein, wenn nicht du selbst? Ganz so leicht ist es dann bei näherer Betrachtung meistens doch nicht, insbesondere dann nicht, wenn du dich wirklich einmal intensiv mit dir selbst auseinandersetzt: Wofür du stehst, welche Werte dir wichtig sind, was deine Persönlichkeit ausmacht, kurz – was dich definiert. Dabei solltest du nach deinen eigenen Regeln vorgehen.

Natürlich wirst du Zeit deines Lebens auch von anderen Menschen beeinflusst, angefangen bei deinen Eltern, deiner Familie, Freunden, Lehrern und vielen mehr. Aber es gehört unbedingt zum Prozess der Selbstfindung dazu, dir diesen Einfluss bewusst zu machen und dich mit ihm auseinanderzusetzen – etwa durch die Suche nach Anknüpfungspunkten, Gemeinsamkeiten oder eben Unterschieden. Neue Begegnungen und neue Erfahrungen sollten nicht dazu führen, dass du dich zu sehr an andere anpasst.

Veränderungen sind okay und du solltest dir immer darüber im Klaren sein, dass dein Selbst, mit allem, was dazu gehört, nicht in Stein gemeißelt ist. Glücklicherweise, ansonsten hättest du gar nicht die Möglichkeit, dich weiterzuentwickeln.

Schritt 2: Akzeptiere dich selbst

Tatsächlich solltest du diese Veränderungen annehmen, auch wenn sich dadurch vielleicht Widersprüche in deinen Werten und Überzeugungen, ja wahrscheinlich sogar in deiner Persönlichkeit ergeben. Das ist unvermeidlich und wäre nur dann schlimm, wenn du dich nicht damit auseinandersetzen würdest. Abgesehen davon verleiht dir das genau die Ecken und Kanten, die dich interessant machen und von den anderen unterscheiden. Wer will denn schon „normal“ sein?

Schritt 3: Wechsel die Perspektive

Andererseits sind solche inneren Widersprüche vielleicht auch ein willkommener Anlass für einen Perspektivwechsel und ihrerseits ein Anstoß für weitere Veränderungen. Wenn du zum Beispiel feststellst, dass dir ein Teil deiner Persönlichkeit immer wieder in deinem alltäglichen Leben im Weg steht, solltest du darüber nachdenken, hieran etwas zu ändern. So kannst du etwa einerseits ein eher zurückhaltender Mensch sein, aber andererseits den Mut aufbringen, auf andere zuzugehen.

Du darfst in solchen Situationen nur nicht glauben, dir selbst untreu zu werden, weil ein Aspekt deiner Persönlichkeit plötzlich mehr Gewicht für dich hat, als andere, die dir aber bisher wichtig waren. Ohne diese Dynamik würdest du dir ansonsten nur jede Möglichkeit nehmen, dich weiterzuentwickeln und etwas Neues kennenzulernen.

Schritt 4: Sei JETZT du selbst

Vermutlich kennst du die Erwartungen, die viele Menschen mit einem bestimmten Alter oder einer bestimmten Lebensphase verbinden. Bis zu deinem 18. Lebensjahr wirst du ohnehin als Kind abgestempelt, danach gilt es, erwachsen zu werden und mit 30 hast du eine magische Grenze erreicht, ab der du seriös und solide sein solltest. Aber ganz ehrlich, muss das wirklich so sein? Solltest du nicht selbst bestimmen können, wie du dich, egal in welchem Alter, fühlst, wie du denkst, welche Entscheidungen du triffst?

Das Gute daran, wenn du dich in diesem Moment so akzeptierst, wie du bist: Es erleichtert dir den Umgang mit Fehlern, die du auf dem Weg zu diesem Moment gemacht hast. Und die wirst du mit großer Wahrscheinlichkeit machen, so wie wir alle. Aber du solltest nicht zulassen, sie deinen weiteren Weg vollkommen bestimmen. In der Rückschau würdest du möglicherweise manches anders machen. Sei’s drum, das kannst du jetzt nicht mehr ändern, nur daraus für die Zukunft lernen. Es gehört nun einmal zu deiner Entwicklung dazu, Fehler der Vergangenheit überhaupt als solche erkennen zu können – selbst, wenn sie dir damals als genau richtig erschienen sind.

Betrachte diese Reflexionen als Grundlage dafür, über deine Vergangenheit hinauszuwachsen, neue Ideen zu entwickeln und umzusetzen oder dich auf neue Leute mit neuen Ansichten einzulassen.

Schritt 5: Besinne dich auf deine Stärken

Niemand ist perfekt, am allerwenigsten die Leute, die es ständig von sich behaupten. Das heißt im Umkehrschluss, dass du nicht nur Stärken vorweisen kannst, sondern auch die eine oder andere Schwäche hast. Was vollkommen in Ordnung ist, solange du damit umzugehen weißt. Eine Möglichkeit ist es, dich auf deine Stärken zu konzentrieren und die Schwächen damit auszugleichen. Das hilft dir nicht nur dabei, selbstbewusster aufzutreten, es ist auch im Umgang mit anderen Menschen unglaublich wertvoll.

Wenn du mit dir selbst zufrieden bist, sowohl deine Stärken als auch deine Schwächen akzeptieren kannst, wirst du nämlich nicht Gefahr laufen, dich ständig mit anderen zu vergleichen. Was ja auch Quatsch ist, weil du niemand anders als du selbst sein sollst (und sein kannst). Fehlendes Selbstbewusstsein führt hingegen dazu, von den eigenen Schwächen ablenken zu wollen, indem man bei anderen Menschen danach sucht. Keine besonders charmante Eigenschaft, denn so wirst du weder dich selbst noch andere so akzeptieren können, wie ihr nun einmal seid.

Schritt 6: Zeige, wie du bist

Das Selbst ist allerdings nicht nur nach innen gerichtet, es zeigt sich vielmehr in vielerlei Hinsicht auch nach außen. Etwa in der Art und Weise, wie du sprichst, wie du gehst und ganz allgemein, wie du aussiehst. Alle diese Facetten sind Teil deiner Persönlichkeit und deshalb solltest du jederzeit zeigen, dass du sie als solche annimmst. Selbstbewusst wirkt nämlich nur, wer sich selbstbewusst fühlt. Umgekehrt funktioniert diese Rechnung allerdings genauso, denn wenn du dich in deiner Haut richtig wohlfühlst, fällt es dir ganz sicher leichter, du selbst zu sein.

Dabei solltest du nie vergessen, dass du selbst den größten Einfluss darauf hast, wie du auf deine Umgebung wirkst. Achte aus diesem Grund beispielsweise auf deine Körperhaltung: Behalte den Kopf oben und bleibe aufrecht, lass die Schultern nicht hängen und strecke die Brust raus. Du bist schließlich du und das ist kein Grund, sich zu verstecken oder im wahrsten Sinne kleiner zu machen, als du bist.

Ansonsten hast du bei deinem Erscheinungsbild jegliche Freiheiten. Wenn du der Meinung bist, dich in einem anderen Stil wohler zu fühlen, wird es vielleicht Zeit sich nach einem neuen Look umzuschauen, die besser zu deinem neuen Selbstbild passen. Wenn du glaubst, deine Haare oder irgendetwas anderes an dir verändern zu müssen, dann tu das – aber nicht, weil es von dir erwartet wird oder weil dein derzeitiges Selbst vielleicht von anderen nicht akzeptiert wird. Verändere dich nur, wenn es deine eigene Entscheidung ist. Und sage dir in jedem Fall: Du bist toll und du bist individuell. Das dürfen andere Menschen ruhig auf den ersten Blick erkennen.

Nebenbei bemerkt: Hierzu gehört auch, dich selbst als schönen Menschen zu betrachten. Also darfst du dir ruhig selbst Komplimente machen. Die beziehen sich zwar auf dein Äußeres, helfen dir aber auch dabei, dich in deinem Inneren selbstbewusster zu machen – du solltest schon selber daran glauben, schön zu sein, so wie du bist. Außerdem weiß doch jeder, dass wahre Schönheit immer von innen kommt.

Schritt 7: Deine Meinung zählt

Zu sich selbst zu finden, das bedeutet eben auch, eigene Standpunkte zu finden und diese zu vertreten. Gut möglich, dass deine Werte und Vorstellungen nicht immer konform mit der Meinung anderer Menschen sind – das ist sogar ziemlich unwahrscheinlich, selbst unter Freunden. Wichtig ist dabei in erster Linie, dass du für dich und deine Meinung einstehst und nicht die von anderen übernimmst, ohne sie zu hinterfragen.

Sei also kein Ja-Sager und äußere deine Meinung. Aber sei gleichzeitig offen genug, die anderer Menschen in gleicher Weise gelten zu lassen, selbst wenn es keine Übereinstimmung zwischen euch gibt. Betrachte den Meinungsaustausch einfach als Denkanstoß und Anregung, um deine Weiterentwicklung zu unterstützen und dir auf dem Weg zu deinem wahren Selbst wieder ein Stück weit näher zu kommen.