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Was für ein hoher Anspruch: Du musst dich selbst lieben und annehmen!

Selbstannahme: Wie entsteht sie, was fördert sie?

Für ein gesundes und ausgeglichenes Lebensgefühl ist die Selbstannahme unabdingbar. Das hört sich so selbstverständlich an, fast unbedeutend. Aber durch sie ist es Menschen möglich, die Widrigkeiten des Lebens zu meistern, ohne dabei ständig und immer wieder  in den Konflikt mit Selbstzweifeln zu geraten.

Gerade hochbegabte, hochsensible und hochsensitive Menschen haben es oftmals schwer, eine stabile Selbstannahme für sich selbst zu entwickeln, oft sind sie richtige Experten im Selbstzweifel. Für feinfühlige und begabte Menschen ist so wichtig eine innere Stärke zu entwickeln, die sie dabei unterstützt die Anfechtungen des Alltags zu bewältigen.

Selbstannahme scheint im Grunde genommen die Gratwanderung zwischen Selbstverliebtheit und Arroganz zu sein. Es bedarf einiges an Lebenserfahrung, um zur richtigen Selbstannahme, also zur Selbstakzeptanz zu finden und damit zu einem selbst.

Wir alle können uns sicher noch an unsere Pubertät erinnern: ich selbst war ein Bündel aus Unsicherheit, Schüchternheit und Selbstkritik. Aber je älter ich wurde, umso besser gelang es mir mich selbst mit allen Makeln auch anzunehmen: Es entstand Erfahrungsvertrauen.

Alles beginnt mit der Geburt

Der Prozess der Selbstannahme beginnt schon mit dem Tag der Geburt. Die erste schmerzhafte Trennung gilt es zu verarbeiten. Ein Neugeborenes muss binnen weniger Minuten lernen und verstehen, dass es nun neue Wege finden muss, um bei sich selbst Geborgenheit und Sicherheit zu erfahren. In der Regel gelingt dies selbstverständlich dadurch, dass die Mutter das Baby unmittelbar nach der Geburt in den Arm nimmt, ihm die Brust anbietet und somit eine Bindung schafft.

Für ein Neugeborenes ist das eine wichtige Basis, um im Verlauf des späteren Lebens in der Lage sein zu können, auf eigenen Beinen zu stehen. Doch bevor sich bewusst eine Selbstakzeptanz und Selbstannahme entwickeln kann, ist es Aufgabe der Mutter, dem Kind die Nähe und die Fürsorge zukommen zu lassen, die es nun benötigt.

In diesem Zusammenhang ist auch oft die Rede vom Urvertrauen

Wer Urvertrauen nicht in jüngsten Kindertagen erfährt, wird es im Leben oftmals sehr schwer haben mit einer natürlichen Selbstannahme. Eine Mutter kann das Urvertrauen stärken, in dem sie für das Kind da ist, ihm Nahrung gibt, ihm Nähe und Liebe zu spüren gibt und es auch vor Gefahren schützt. Das Baby spürt instinktiv, dass es geliebt und akzeptiert wird. Eine wichtige Basis, die unwiderruflich geschaffen werden muss.

Selbstannahme ist in den ersten Jahren stark von anderen abhängig

Ein Kind erfährt die Selbstakzeptanz in den ersten Jahren auf andere Art und Weise, als das ein Erwachsener tut. Besonders in der frühen Kindheit ist die Akzeptanz stark durch andere Menschen geprägt. Meist durch die Familie und das familiäre Umfeld. Aber auch Kindergarten, Schule und Freunde tragen einen wesentlichen Teil dazu bei. Kinder lernen zunächst, dass sie Anerkennung über Leistung und Verhalten bekommen. Das stärkt in gewisser Weise das Selbstvertrauen. Dennoch gilt es nach und nach zu lernen, sich von der Anerkennung anderer zu lösen und das Selbstvertrauen aufzubauen, ohne dabei abhängig zu sein, was Außenstehende von einem halten.

Gerade hochsensible und hochbegabte Menschen haben es nicht leicht, Selbstannahme zu entwickeln, da sie doch oft schon in sehr jungen Jahren Ablehnung und Ausgrenzung erfahren haben. Im schlimmsten Fall in der eigenen Familie von den Eltern, Geschwistern oder anderen. Aber auch die Ausstoßung in Kindergarten und Schule hinterlassen oft seelische Narben, die ebenso schmerzhaft sind, wie Mobbing bei erwachsenen Menschen.

Grundsätzlich wird die Selbstannahme durch das Umfeld vorgeprägt

Wer in einer Familie aufwächst, die stark von der Anerkennung Anderer abhängig ist, der wird es sehr schwer haben, eine Selbstannahme zu entwickeln, die ein gesundes Selbstbewusstsein in sich trägt. Bist du dir selbst bewusst?

Sich selbst akzeptieren, mit allen Schwächen und Stärken

Durch Fehler lernen wir und durch Missgeschicke gelingt es uns, zukünftig ein anderes Handeln in Betracht zu ziehen. Der Mensch ist nicht vollkommen und erst recht nicht frei von Fehlern. Nur wer in der Lage ist, sich selbst mit all seinen Schwächen und Fehlern zu akzeptieren, wird eine gesunde Selbstakzeptanz leben können.

Die von der Natur gegebenen Merkmale, wie beispielsweise eine Sehschwäche, Unsportlichkeit oder auch zu kleine Brüste, müssen angenommen werden und anerkannt werden. Meine behaarten Beine konnte ich erst nicht ausstehen, ebensowenig, wie die großen Brüste, den Leberfleck auf meiner linken Hand oder den fehlenden Pupillenreflex. Heute macht mir all das (und mehr) garnichts mehr aus. Ich denke nicht mal mehr drüber nach. Das ist lernbar!

Wer in der Lage ist, sich selbst zu lieben und zu akzeptieren, wird auch lernen, dass diese Dinge nicht entscheidend sind, ob man ein erfülltes Leben führen wird oder nicht.

Die Kunst, auch das weniger Gute anzunehmen und es als gegeben zu akzeptieren, kann von jedem erlernt werden. Hier hilft es schon, sich vor den Spiegel zu stellen und mit klarer Stimme zu sagen:

  • „Ich bin, wie ich bin!“
  • „Auch mit Brille bin ich schön!“
  • „Ich nehme mich an, wie ich bin!“

Diese Form der Selbstannahme stärkt das Selbstbewusstsein und verändert die Sichtweise auf die Dinge positiv.

So stärkst du dein Selbstwertgefühl, erhältst mehr Selbstbewusstsein und ein stabiles Selbstvertrauen

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Selbstwert Selbstvertrauen Selbstbewusstsein

LOVE,
Anne

 

 

 

 

2 Kommentare

  1. Anton Nym Februar 17, 2014 um 22:25 Uhr - Antworten

    Was mir an diesem Post gefällt: Du schreibst „Selbstannahme“, nicht „Selbstliebe“. Ich vermute fast, dass es sich bei dieser Liebe um eine Übersetzung aus dem amerikanischen handelt, wo ziemlich viel mit „love“ bedacht wird. Sich selbst so zu anzunehmen, wie man ist. Was ist für mich schon irgendwie was anderes als Liebe. Und oft eine ziemliche Herausforderung, denn wenn man in früheren Zeiten wenig so angenommen wurde, wie man war, dann schlüpft das irgendwann in einen rein. Und bis man das merkt, hat es sich schon ziemlich gut eingenistet.

    Sich viel zu hinterfragen hat aber auch manchmal was Positives: Ich habe z.B. mein Spiel an zwei Instrumenten auf ein durchaus anständiges Level gebracht, und das als Autodidakt. Das geht aber nur, wenn man sich selbst auch öfter mal kritisch beobachten kann. Wichtig ist aber, gnädig mit sich zu sein und sich nicht zu verkrampfen dabei, sonst geht es nicht voran. Das Lernen eines Instruments läuft viel irgendwo in den Tiefen des Gehirns ab, wenn man locker ist und sich Zeit lässt. Ich hab lange gebraucht, das zu lernen. Seit ich mir Zeit lasse, geht es schneller vorwärts.

    Hätte ich aber eine Wahl und eine Ahnung gehabt, ich hätte mich für die (einfachere) Selbstannahme entschieden. Wäre in der Wohlfühl-Bilanz sicher besser gewesen. Somit habe ich neben der Musik eben noch ein anderes lebenslanges Projekt: Selbstannahme.

    • Nym Anton August 18, 2018 um 15:46 Uhr - Antworten

      Super erkannt und beschrieben. Es ist nie zu spät ein Instrument zu erlernen, jeden Tag gilt es zu spielen um es zu meistern, und seien es nur 5 Minuten… Dankbarkeit ist ein Schlüssel..

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Es ist nie zu spät um so zu sein, wie man gemeint ist.

Haben wir nicht alle immer wieder einen intensiven Dialog mit unserem lieb gewonnenen inneren Schweinehund? Ich müsste... ich sollte... Gesünder essen, Sport treiben und noch vieles mehr.

Niemand muss, niemand müsste. Aber jeder könnte, wenn er will und bereit ist, seine Komfortzone zu verlassen.

Klar, dann wird der liebe Schweinehund meckern, denn er will alles zu behalten, wie es ist.

Aber wie wäre dein Leben, wenn du mehr auf dich selbst hörst, anstatt auf all das, was dich scheinbar einschränkt, Rücksicht zu nehmen? Wage doch mal dieses Gedankenspiel. Spielen macht Spaß.