Der Mensch neigt dazu, Dinge zu behalten und zu bewahren. Vor allem Hochsensible möchten gerne das sichern, was ist, da Veränderungen zunächst Unsicherheit hervorrufen können. Dabei merkst du schnell, dass das Festhalten an etwas, was sich längst überlebt hat, viel Anstrengung kostet. Richtigerweise raten liebevolle Menschen aus deinem Umfeld, die deine Anstrengung bemerken, dir dann vielleicht zum Loslassen. Aber das ist bei Weitem nicht so einfach ist, wie es sich anhört.

Der Mensch klammert und hält gerne fest an dem, was er hat.

Dabei spielt es kaum eine Rolle, ob es sich um einen Menschen handelt, um gewohnte Situationen und Abläufe oder um Gegenstände, an denen dein Herz hängt. Angesammelte Dinge, eingefahrene Gewohnheiten und zwanghaftes Klammern kann wie Ballast auf der Seele liegen. Loslassen lernen ist dann ein wichtiger Prozess. Das geht nicht von heute auf morgen, aber mit der Zeit und den richtigen Strategien wird es dir immer besser gelingen.

Was versteht man eigentlich unter Loslassen?

Jeder Mensch geht anders mit Veränderungen um, wobei gerade sehr sensible Menschen Veränderungen oftmals nicht mögen. Veränderungen bedeuten in der Regel auch, dass wir unsere Komfortzone verlassen und uns für neue Dinge öffnen müssen. Routine und Gewohnheiten vermitteln ein Gefühl von Geborgenheit und geben Sicherheit. Dabei zeigt die Realität, dass Veränderungen beinahe jeden Tag geschehen, auch wenn du sie nicht immer unmittelbar spürst.

Beim Loslassen kommt es aber zwangsmäßig zu einer Reaktion, denn auf irgendeine Art und Weise reagierst du auf das, was gerade geschehen ist. Wenn du loslässt, dann akzeptierst du in diesem Moment das, was geschieht, auch wenn es deinen eigenen Vorstellungen widerspricht. In dir wächst Einverständnis mit dem, was ist und das ist der Beweis für eine reife und kraftvolle Persönlichkeit.

Loszulassen testet gewissermaßen deine Widerstandskraft.

Bist du in der Lage dich auf das Neue einzulassen? Loslassen geht mit Vertrauen einher, denn der Mensch muss darauf vertrauen, dass das Leben weitergeht und die Zukunft „trotzdem“ positiv verläuft.

Wenn du lernen willst, wie man loslässt, dann benötigst du realistischen Optimismus und Zuversicht. Auch wenn loslassen sich in der ersten Phase selten gut anfühlt, denn man gibt ja schließlich etwas frei oder her, was man gerne behalten hätte, kann daraus etwas Großes entstehen.

Festgehalten wird von hochsensiblen Menschen meist alles das, was ihnen ans Herz gewachsen ist.

Die Liste „Das-will-ich-auf-jeden-Fall-behalten“ ist vielfältig und natürlich individuell sehr verschieden, jedoch gibt es einige Klassiker, bei denen die meisten Menschen klammern. An erster Stelle steht auf dieser Liste natürlich der Mensch, der liebgewonnene, der Herzmensch. Familienmitglieder, Beziehungen und Freundschaften stellen die engsten Verbindungen von Mensch zu Mensch dar. Kommt es zu einer unfreiwilligen Trennung oder einem Todesfall, steht das Thema Loslassen auf einmal ganz oben und kann zu einer der größten Herausforderungen in deinem Leben werden.

Schwer loslassen kannst du vielleicht auch von deinen Träumen und Wünschen.

Träume und Wünsche sind etwas Großes und oftmals jagen wir ihnen ein ganzes Leben lang hinterher. Natürlich ist es wichtig, dass man seine Wünsche und Träume zielstrebig verfolgt und auch effektiv versucht, diese in die Realität umzusetzen, allerdings kann man sich auch schnell verbeißen und verrennen. Manchmal ist loslassen einfach die bessere Wahl. Den alten Ballast von sich werfen und einen neuen Plan oder ein neues Ziel verfolgen, kann der Schlüssel zum lang ersehnten Erfolg werden.

Wie du besser loslassen kannst

  1. Halte dir deine Zukunft vor Augen

Mit dem Blick auf deine Zukunft kommst du nicht in die Versuchung, ständig in deine Vergangenheit zu blicken um dich dort möglicherweise an bestimmte Erfahrungen oder Erinnerungen zu klammern. Die Gegenwart und die Zukunft bestimmen dein Sein. Alles andere darfst du als Erinnerung bewahren. Die Fokussierung auf deine Gegenwart und damit die Gestaltung deiner Zukunft werden deiner Karriere als Hochsensibler mehr nützen, als der Blick zurück.

  1. Lerne dir selbst zu vergeben und zu verzeihen

Natürlich gibt es auch Erfahrungen in der Vergangenheit, bei denen du das Gefühl hast, versagt zu haben. Wir alle kennen das: Da war vielleicht eine Fehlentscheidung, eine Entscheidungsschwäche, ein Zögern oder ein unbedachtes Handeln, was zu einer negativen Erfahrung geführt hat. Irgendwann ist es auch an der Zeit die Schuldgefühle loszulassen und sich selber zu vergeben, um dann ballastfrei nach vorne schauen zu können.

  1. Lerne dankbar zu Akzeptieren

Nimm Veränderungen dankbar an und lerne sie als Teil deines Lebens zu akzeptieren. Es gibt Dinge im Leben, auf die du so gut wie keinen Einfluss nehmen kannst. Akzeptanz und Dankbarkeit werden dir entscheidend beim Loslassen helfen können.

  1. Gib dir die Zeit, die du brauchst

Loslassen ist ein Prozess, der nicht von heute auf morgen passiert. Es benötigt Zeit und Geduld. Je mehr Erfahrung du damit machen kannst, dass das Leben auch richtig gut und positiv weitergeht, wenn du losgelassen hast, umso leichter wird es dir zukünftig gelingen.

  1. Besinne dich auf deine Chancen

Mach dich frei von der Fokussierung auf Dinge und Umstände, die du sowieso nicht ändern kannst und richte deinen Blick auf die vielen Chancen und Möglichkeiten, die das Leben noch für dich bereithält. Verwende deine Energie nicht. Setze sie ein für das, was dich nährt und schützt.

  1. Achte auf deinen Austausch mit anderen Menschen

Das Loslassen gelingt dir einfacher, wenn du deine Gedanken und Gefühle mit anderen Menschen teilst. Aber achte unbedingt darauf, welche Geisteshaltung diese Menschen haben. Sind sie Bedenkenträger? Negativisten? Pessimisten? Jammerer? Dann behalte deine Gedanken lieber für dich. Sind die Menschen, mit denen du sprechen möchtest, hingegen Optimisten, Unterstützer und Lösungsdenker, dann sind sie die passenden Gesprächspartner für dich.

Mit diesen Tipps wird es dir viel leichter gelingen loszulassen, was nicht zu dir gehört.

Herzlichst
Anne