• Die Hütte Gottes

Spirituelle Suche oder „Die Hütte Gottes“

Die spirituelle Suche kann eine Falle sein. Mit ihr ist es ein bisschen wie mit der Veränderung: Viele wollen sie, jedoch kaum jemand ist bereit, sich zu verändern.

Was ist das Ende vom Lied?

Der spirituell Suchende will suchen, jedoch nicht finden.

Das mag paradox klingen, ist aber nach 20 Jahren spirituelle Wegbegleitung meine Erfahrung. Dazu eine kleine Geschichte, die dir aufzeigen wird, wie es vielen Menschen ergeht.

Die Hütte Gottes

„Ein Mann war auf der Suche nach Gott. Er tat dies innerlich, indem er Seminare besuchte, sich in Selbsterfahrungsprozesse begab, an Satsangs teilnahm und meditierte.

Auch im Außen suchte er Gott. Er reiste dafür nach Indien, um in Ashrams eine Verkörperung des Göttlichen auf Erden zu finden, suchte in den Anden unter den Schamanen nach ihm und natürlich auch bei den Sadhus im Himalaya.

Doch was immer er auch unternahm, er schien sich dem Göttlichen nicht wirklich zu nähern. Eines Tages jedoch traf er einen Jivamukti, so nennt man in der Yogaphilosophie einen zu Lebzeiten vollkommen erwachten Menschen.

Dieser verriet ihn nach eingehender Prüfung, wo Gott zu finden sei.

Der Jivamukti war so überzeugend, dass unser Mann ihm bedingungslos glaubte und ihm zutiefst dankbar war. Der Jivamukti gab ihm eine genaue Wegbeschreibung zu Gottes Hütte, die sich in einem abgelegenen Tal des Himalayagebirges befinden sollte.

Umgehend machte sich unser Mann auf den Weg. Endlich wollte er das finden, wonach er sein ganzes Leben lang gesucht hatte. Die Aussicht darauf gab ihm Energie und voller Freude ging er den beschwerlichen Weg.

Nach mehreren Tagen näherte er sich einer Passhöhe hinter der, laut Beschreibung, nur mehr ein einziges Tal lag, das zu durchqueren war. Er konnte es kaum erwarten die Hütte endlich zu sehen.

Und tatsächlich, kaum hatte er die Passhöhe überschritten, sah er am Hang hinter dem Tal, auf zwei Drittel Höhe des Berges eine kleine Hütte stehen. Sie war mit freiem Auge kaum zu erkennen und hätte er nicht die genaue Beschreibung gehabt, er hätte sie sicher übersehen.

Er konnte es kaum glauben, dass zwischen ihm und der ersehnten Hütte, in der er Gott finden würde, nur mehr so ein kleines Stück Weg lag. Als er den Hang hinunterstieg, hätte er fast ein Liedchen geträllert, so froh war ihm zumute.

Er hörte kaum das liebliche Zwitschern der Vögel, nahm das Plätschern des Gebirgsbaches nicht wahr und bemerkte auch nicht das Pfeifen der Murmeltiere die sich gegenseitig wegen des Auftauchens eines Menschen warnten.

Er durchquerte langen Schrittes das Tal und begab sich auf den letzten Aufstieg. Da die Hütte auf einem Platteau lag verschwand sie vorübergehend aus seinem Sichtfeld. Als er nur mehr einhundert Meter von dem Plateau entfernt war begann seine Fröhlichkeit etwas zu weichen.

So legte er diesen Abschnitt bedächtig zurück und als er das Plateau erreicht hatte sah er Gottes Hütte ein paar hundert Meter vor ihm stehen.

Er ging weiter auf sie zu, aber seine Schritte wurden langsamer, so als würde er durch Wasser waten.

Als die Hütte noch fünfzig Meter entfernt war blieb er stehen.

Er stand eine Weile und starrte die Hütte sehnsuchtsvoll an, dann drehte er sich um und ging weg.“

Wie wirkt diese Geschichte in dir?

Bist du vielleicht etwas betroffen? Fühlst du dich angesprochen? Ist die spirituelle Suche ein Selbstzweck für dich? Oder willst du ankommen und die Hütte Gottes betreten?

Wie dem Mann in der Geschichte geht es vielen spirituellen Suchenden.

Sie sind fest davon überzeugt an das letztendliche Ziel gelangen zu wollen, doch wenn es in Reichweite kommt, kehren sie um, weil sie erkennen, dass sie noch nicht wirklich bereit dafür sind.

Für manche ist das eine ernüchternde Einsicht, für andere mag es eine Erleichterung sein, sich einzugestehen, dass sie noch viel zu sehr an der Weltlichkeit interessiert sind, um sie gegen die Göttlichkeit einzutauschen.

Wieder andere kehren zwar um, kommen aber immer wieder, weil ihre Sehnsucht sehr groß ist.

Gott oder Brahman oder das Selbst zu finden bedeutet schließlich das Ende jeglicher Suche, doch wir Menschen kennen nichts anders als zu suchen.

Zu finden war bisher nicht vorgesehen.

Seit Anbeginn aller Zeit ist die Seele, unser Wesen, unterwegs um die scheinbare Trennung von dem Einen wieder aufzulösen. Seit jeher suchen wir und zu suchen ist zu unserer vordergründigen Natur geworden.

Alles und alle streben nach Entwicklung.

Nicht jeder macht das bewusst (manche wehren sich sogar bewusst dagegen), jedoch langfristig gesehen – und Mensch- und Gottwerdung ist nur langfristig zu sehen – strebt alles zum Licht, zur Vollkommenheit zum reinen Bewusstsein, zum Ende vom Lied.

So laden wir dich ein hinzuschauen, zu erkennen wo du dich befindest auf diesem langen Weg zur Freiheit.

Unsere Angebote sind darauf ausgerichtet und wir freuen uns darauf, dich am Weg zur Hütte begleiten zu dürfen und wenn du bereit bist, auch bis in die Hütte hinein.

Namasté
Ananda

 

 

 

 

 

 

 

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Es ist nie zu spät um so zu sein, wie man gemeint ist.

Haben wir nicht alle immer wieder einen intensiven Dialog mit unserem lieb gewonnenen inneren Schweinehund? Ich müsste... ich sollte... Gesünder essen, Sport treiben und noch vieles mehr.

Niemand muss, niemand müsste. Aber jeder könnte, wenn er will und bereit ist, seine Komfortzone zu verlassen.

Klar, dann wird der liebe Schweinehund meckern, denn er will alles zu behalten, wie es ist.

Aber wie wäre dein Leben, wenn du mehr auf dich selbst hörst, anstatt auf all das, was dich scheinbar einschränkt, Rücksicht zu nehmen? Wage doch mal dieses Gedankenspiel. Spielen macht Spaß.

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