Körperliche Behinderung, Schizophrenie, Alkoholismus: Erkrankungen und gesundheitliche Probleme wie diese beeinflussen das Leben der Betroffenen sehr stark. Solche Schicksalsschläge haben aber auch große Auswirkungen auf die Personen im direkten Umfeld: Partner, Eltern, Freunde und die Familie müssen lernen, damit umzugehen und sich dabei nicht selbst zu vergessen.

Körperliche Erkrankungen

Schwere körperliche Erkrankungen können sich aus unterschiedlichen Ursachen heraus im Laufe der Jahre entwickeln und das Leben sowie die Lebensqualität des Betroffenen stark beeinträchtigen.

Multiple Sklerose

Die Multiple Sklerose ist eine Nervenerkrankung, bei der das Immunsystem gegen den gesunden Körper wendet und die Isolierschicht an den Nervenzellen zerstört. Dadurch kann ein Reiz durch diesen Nerv nur noch verlangsamt weitergeleitet werden. Je nachdem, welcher Nerv betroffen ist, treten Lähmungserscheinungen, Sehschwächen oder feinmotorische Schwierigkeiten auf. Bei fortschreitender Zerstörung können die Nerven die Reize irgendwann gar nicht mehr weiterleiten.

Parkinson

Morbus Parkinson ist ebenfalls eine Nervenerkrankung. Sie verläuft in drei Stadien, in denen unterschiedliche Symptome auftreten. Zu den klassischen Symptomen dieser Krankheit gehören das Zittern (Tremor), die Bewegungsverlangsamung sowie die Versteifung der Muskeln, die bis zur Erstarrung fortschreiten kann. Die Frühsymptome sind an sich unspezifisch, aber in Kombination miteinander weisen sie schnell auf Parkinson schließen.

Der Umgang mit einem körperlich Kranken

Menschen mit einer körperlichen Erkrankung empfinden Angst vor der neuen Situation sowie Wut über sich und die Einschränkungen, die sie tagtäglich durch ihre Erkrankung erleben. Dazu kommt, dass sich ihr Zustand bei manchen Erkrankungen immer weiter verschlechtert. Die Betroffenen reagieren darauf oft mit Aggressionen ihren Partnern und Angehörigen gegenüber. Wichtig ist es aber, dass du einen körperlich Kranken so normal wie möglich behandelst und ihm mit Verständnis und Einfühlungsvermögen begegnest. Gib ihm nicht das Gefühl, ihn nur noch als Kranken zu sehen. Das macht es dem Betroffenen leichter, Hilfe anzunehmen und mit der Situation klarzukommen.

Psychische Erkrankungen

Anders als bei körperlich Kranken ist bei psychisch Kranken die Wahrnehmung und Interpretation ihrer Welt verändert, was in ganz unterschiedlichen Ausprägungen zum Ausdruck kommt. Das macht es für Partner, Angehörige und Freunde schwerer, mit einer solchen Erkrankung umzugehen und sie zu begreifen. Zudem lässt sich eine Psychose oft erst erkennen, wenn sie bereits ausgebrochen ist.

Schizophrenie

Schizophrenie beginnt Monate oder Jahre vor dem eigentlichen Ausbruch mit ersten unspezifischen Warnzeichen, die nicht direkt mit einer Psychose in Verbindung gebracht werden. Danach kommt es häufig zu Stimmenhören und Verfolgungswahn, die bei dem Betroffenen Verhaltensweisen hervorrufen, welche für die Außenstehenden unsinnig und unverständlich erscheinen. Es können aber noch weitere Symptome auftreten, die die Wahrnehmung und das Verhalten des Betroffenen stark beeinflussen.

Angststörungen

Eine Angststörung tritt in den unterschiedlichsten Varianten auf und kann das Leben des Betroffenen so sehr beeinträchtigen, dass er nicht mehr arbeiten oder das Haus verlassen kann. Er zeigt Angstreaktionen in Situationen, in denen es für Außenstehende keinen Grund dazu gibt, und ist nicht oder kaum in der Lage, die Angst zu kontrollieren. Es gibt unterschiedliche Formen und Symptome von Angststörungen. Man unterscheidet in Phobien, Panikstörung und generalisierte Angststörung.

Der Umgang mit einem psychisch Kranken

Wenn jemand in deinem direkten sozialen Umfeld an einer psychischen Erkrankung leidet, solltest du dich dem Betroffenen gegenüber so normal wie möglich verhalten und ihm die gewohnte Wertschätzung entgegenbringen. Normalität und Respekt tun einem Menschen mit psychischer Erkrankung gut.

Kommt der Betroffene nach einer Therapie zurück in sein gewohntes Umfeld, ist es wichtig, ihm nach und nach wieder Aufgaben zu übertragen und ihn so wieder Verantwortung übernehmen zu lassen. Ziel ist es, die Selbstständigkeit des Betroffenen wiederaufzubauen.

Achte darauf, dass der Betroffene seine Medikamente wie verordnet einnimmt, um erneute Krankheitsschübe zu vermeiden. Übe aber keinesfalls Druck aus, auch wenn einiges sehr viel langsamer vorangeht als gewohnt. Viel wichtiger ist es, dem Betroffenen Verständnis und Geduld entgegenzubringen, auch wenn das nicht immer leichtfällt.

Suchterkrankungen

Ob Alkohol, Drogen, Medikamente, Computerspiele und dergleichen, eine Sucht kann in vielen Bereichen auftreten und stellt eine große Belastung für alle Betroffenen dar.

Zum einen für die Suchtkranken, die den Weg aus der Sucht nicht aus eigener Kraft schaffen und zum anderen ihre Partner, Freunde und Angehörigen, die mit dem veränderten Verhalten des Kranken zurechtkommen müssen.

Eine Suchterkrankung erkennen

Eine Sucht ist eine Abhängigkeit von einem bestimmten Mittel oder einer Tätigkeit und das Verlangen danach ist so groß, dass es dem Verstand untergeordnet wird.

Ob dein Partner, Freund oder Verwandte an einer Sucht leidet, lässt sich anhand einiger typischer Symptome ausmachen. Es gibt dabei deutliche und weniger deutliche Anzeichen.

Eines der deutlichen Anzeichen ist, dass derjenige es nicht mehr schafft, von sich aus mit dem Konsum aufzuhören und keine Kontrolle mehr darüber hat. Bei dem Versuch, dem Suchtmittel zu widerstehen, stellen sich Entzugserscheinungen ein. Außerdem wird das Suchtmittel oder das abhängige Verhalten verharmlost und beschönigt, der Konsum wird verheimlicht.

Es gibt aber auch weniger deutliche Anzeichen, die dir einen Hinweis auf eine mögliche Suchterkrankung geben können. Betroffene ziehen sich nach und nach aus dem sozialen Leben zurück. Sie verlieren oft das Interesse an ihrem Umfeld oder an ihren Hobbys, sie verhalten sich gleichgültig und haben Stimmungsschwankungen. Dazu können auch körperliche Veränderungen kommen wie Schlafstörungen, Konzentrationsstörungen oder Herzrasen.

Die Symptome, die Ursachen und der Verlauf der Suchterkrankung fallen allerdings sehr unterschiedlich aus und die Grenze zwischen einem normalen und einem abhängigen Verhalten können fließend sein.

Alkoholismus

Wer täglich Alkohol konsumiert, ist noch lange nicht süchtig danach. Es gibt jedoch Anzeichen, ab wann der Alkoholgenuss riskant ist. Gefährlich wird es, wenn der Betroffene seinen Konsum nicht mehr unter Kontrolle hat, heimlich trinkt und nicht mehr auf Alkohol verzichten kann. Das geht mit einer steten Steigerung der Dosis einher.

Spielsucht

Eine Spielsucht liegt dann vor, wenn der Betroffene sich intensive Gedanken um das Spiel macht (Strategien, Gewinnchancen etc.) und seine sozialen Kontakte vernachlässigt, um stattdessen spielen zu können. Der Suchtkranke hat finanzielle Schwierigkeiten bis hin zur hohen Verschuldung und versucht sich daher, auf verschiedenen Wegen Geld zu beschaffen.

Der Suchtverlauf gliedert sich in drei Phasen: Die Gewinnphase, die Verlustphase und die Verzweiflungsphase. Nach den ersten Gewinnen steigt die Risikobereitschaft, es wird immer mehr Geld gesetzt, bis der Betroffene keine Kontrolle mehr über sein Spielverhalten hat.

Der Weg aus der (Co-)Sucht

Es ist wichtig, dass du den Suchtkranken in dieser schwierigen Zeit unterstützt und dich verständnisvoll verhältst, auch bei einem Rückfall. Erkundige dich nach dem Befinden des Betroffenen und ermutige ihn dazu, seine Gedanken und Gefühle auszudrücken. Das kann dir dabei helfen, die Suchtursache zu verstehen und mit der Erkrankung umzugehen.

Partner und Angehörige leiden oft mehr unter der Suchterkrankung als die Betroffenen selbst und das über Jahre. Sie sind sozusagen co-abhängig, weil ihr Leben sehr stark durch die Sucht und das Verhalten des anderen beeinflusst wird.

Du kannst der Co-Abhängigkeit entgehen, indem du dich an die folgenden Verhaltensweisen hältst:

  1. Suche die Schuld nicht bei dir. Allein der Suchtkranke ist für seine Situation verantwortlich.
  2. Klammere dich nicht an die Versprechungen eines Suchtkranken, so gern du glauben magst, dass er sich ändern wird, der Betroffene wird nicht anders können, als seiner Sucht weiter nachzugehen.
  3. Setze klare Grenzen. Mache dem Betroffenen klar, welches Verhalten du duldest und welches nicht und welche Konsequenzen du ziehst, wenn er an seiner Situation nichts ändert.

Was du für dich tun kannst

Der Umgang mit einem körperlich oder psychisch Kranken oder einem Suchtkranken ist nicht einfach und kann sehr zermürbend sein. Die Betroffenen sind durch die Krankheit in ihrem Wesen verändert und reagieren geliebten Menschen gegenüber mit Aggression oder äußern Selbstmordgedanken.

Daher kommt es oft vor, dass Beziehungen und Freundschaften in die Brüche gehen, weil die Partner und Freunde die Belastung nicht länger aushalten und sich nicht mehr zu helfen wissen.

Damit du die Kraft hast, um diese schwierige Zeit durchzustehen, ist es wichtig, dass du dich und deine Bedürfnisse nicht vergisst und die Krankheit nicht zum Mittelpunkt deines Lebens werden lässt. Gehe weiter deinen Hobbys nach und tu, was dir Spaß macht. Der Besuch einer Selbsthilfegruppe oder das Gespräch mit Freunden kann dir dabei helfen, mit der Belastung klarzukommen.

Verfalle nicht in eine übermäßige Vorsorge. Sie mag dir das gute Gefühl geben, dich ausreichend um den Betroffenen zu kümmern, letztendlich kann sie aber schädlich sein für alle Beteiligten: Du selbst bürdest dir damit noch mehr Verantwortung auf und läufst Gefahr, dein Leben hintenanzustellen. Der Betroffene fühlt sich dadurch noch hilfloser und unselbstständiger als sowieso schon.

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