• Verletzlichkeit macht stark

Verletzlichkeit macht auch hochsensible und hochsensitive Menschen stark

Warum versuchen hochsensible und hochsensitive Menschen weniger verletzlich zu sein?

Das ist nicht nur nicht nötig, sondern wahrscheinlich sogar hinderlich für ein glückliches und erfülltes Leben.

In einer Welt, die von leistungsorientierten Maßstäben beherrscht wird, erscheint Verletzlichkeit jedoch oft als Schwäche. Doch das Gegenteil ist der Fall: Die eigene Verletzlichkeit zuzulassen macht stark und bietet die Chance, Lebensprozesse mit Authentizität durchzustehen.

Die Sozialwissenschaftlerin Brené Brown von der University of Houston berichtet in ihrem Buch Verletzlichkeit macht stark: Wie wir unsere Schutzmechanismen aufgeben und innerlich reich werden“ von ihren Ergebnissen aus 12 Jahren Forschung zu den Themen Scham und Verletzlichkeit. Sie hat tausende von Menschen interviewt und dabei zwei Gruppen von Menschen gefunden.

  • Menschen die sich wertvoll und geliebt fühlen. Die ein starkes Verbundenheitsgefühl zu anderen Menschen haben. Die ein erfülltes Leben führen.
  • Menschen, die ständig um Liebe und Verbundenheit kämpfen müssen. Die sich immerzu fragen, ob sie gut genug sind.

Das, was die erste Gruppe von der zweiten unterscheidet, ist ihre Verletzlichkeit. Die Menschen, die ein sehr erfülltes Leben führen, sind interessanterweise auch diejenigen, die eher bereit sind, sich der Verletzlichkeit auszusetzen. Und so ist auch hier eine vermeintliche Schwäche in Wahrheit eine Stärke und eine besondere Gabe.

Brené Brown hat wirklich sehenswerte Vorträge über Scham und Verletzlichkeit bei TED gehalten. Ich lege sie allen Menschen ans Herz, für die Hochsensibilität, Hochsensitivität und Hochbegabung zum Alltag gehören und habe sie daher hier eingefügt. Die beiden Vorträge dauern jeweils ca. 20 Min, von denen sich jede einzelne lohnt.

Der erste Vortrag stammt aus dem Dezember 2010: „Die Macht der Verletzlichkeit“

Der zweite Vortrag aus dem März 2012 behandelt das Thema: „Auf die Scham hören“

Was kannst du nun selbst tun, um das Thema Verletzlichkeit in deinem Leben zu verstehen?

Wenn du an das Wort Verletzlichkeit denkst, kann es sein, dass dir sofort ein paar Situationen aus deinem Leben einfallen, in denen du von einem geliebten oder dir nahen Menschen verletzt, verraten oder enttäuscht wurdest. Doch Verletzlichkeit ist nicht nur mit schlechten Erfahrungen und dem damit verbundenem Leid in Verbindung zu bringen, sondern auch mit positiven Dingen.

Gehst du das große Risiko ein, dich einem anderen Menschen zu öffnen, bist du auch ein ganzes Stück verletzlich. In diesem Moment ist deineVerletzlichkeit jedoch etwas Gutes, da sie das Entstehen einer neuen und intimen Bindung ermöglicht.

Verletzlichkeit hat also immer zwei Seiten

So gesehen lässt sich Verletzlichkeit wohl als ein Zustand beschreiben, in dem man sich öffnet und einen anderen Menschen tief in seine Seele blicken lässt, und dabei von anderen Menschen entweder verletzt oder angenommen und positiv überrascht werden kann. Hochsensible und hochsensitive Menschen  können ihre Verletzlichkeit auch als positives Persönlichkeitsmerkmal erkennen.

Schutz vor Verletzungen

Wurde jemand in seinem Leben bisher sehr oft verletzt, ist dessen Bereitschaft, sich auf andere Menschen einlassen und eine gewisse Verletzlichkeit zulassen, natürlich eher gering, denn auch gegen emotionale Schmerzen möchte man sich schützen, und nicht wenige Menschen haben das Gefühl, dass das nur gelingen kann, in dem sie eine ganz hohe Mauer um sich und ihre Gefühle errichten. So verständlich das auch ist, wirklich empfehlenswert ist es nicht. Denn nicht nur, dass man so nur wenige Menschen an sich heran lässt, man nimmt sich selbst auch ein ganzes Stück an Unbefangenheit und Lebensqualität.

Immer aufpassen zu müssen, was man wem erzählt, und wem man sich anvertraut, ist doch schließlich auch nicht das Wahre, oder? Sehnt sich nicht jeder Mensch danach, jemanden zu begegnen, der voller Verständnis, Fürsorge und Unterstützung ist? Nun, solchen Menschen kann man nur begegnen und solche Menschen kann man nur als solche erkennen, wenn man ihnen auch die Gelegenheit gibt und sich wirklich offen und ohne Masken zeigt. Nur so ist es möglich, einander wirklich kennenzulernen. Und dafür muss man schon ein gewisses Maß an Verletzlichkeit zulassen.

Verletzungen riskieren und Glück erfahren

Einen hundertprozentigen Schutz vor Verletzungen gibt es nicht. Auch wenn man sich noch so sehr in sich selbst zurückzieht und den Kontakt mit anderen Menschen auf das Nötigste reduziert, besteht immer die Gefahr, von anderen Menschen verletzt zu werden.

Besser wäre es, wenn man lernen würde, mit Verletzungen zu leben. 

Das geht. Verletzungen gehören zum menschlichen Leben einfach dazu, und letztendlich ist es ja erst der Vergleich zwischen positiven und negativen Erfahrungen, der die positiven Erfahrungen so positiv macht. Wenn du also schon oft verletzt wurdest und Angst hast, wieder verletzt zu werden, wäre es gut, wenn du trotz deiner Angst in kleinen Schritten versuchen würdest, das Risiko, verletzt zu werden, wieder einzugehen.

Je mehr du dich einer möglichen Verletzung aussetzt, umso mehr wird deine Angst davor verschwinden und du wirst dich wieder anderen Menschen gegenüber öffnen können. Mit der Zeit wirst du dabei so selbstbewusst werden, dass selbst wenn jemand dich verletzen sollte, du damit umgehen und diese Person in ihre Schranken weisen kannst.

Du möchtest wissen, ob du zu den Hochsensiblen gehörst? Kein Problem, mach hier einen Test (Klick auf den Link).

Feinfühlige Menschen brauchen besondere Lebensstrategien

Hochsensible Menschen haben besondere Fähigkeiten, brauchen aber auch besondere Bedingungen, um wirklich kraftvoll diese Fähigkeiten und Gaben zu leben.
Um diese Bedingungen schaffen zu können, habe ich dir in meinem E-Book „Hochsensibilität – Dein Anti-Stress-Coaching“ zahlreiche Tipps und Übungen zusammengestellt.

Sig

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Haben wir nicht alle immer wieder einen intensiven Dialog mit unserem lieb gewonnenen inneren Schweinehund? Ich müsste... ich sollte... Gesünder essen, Sport treiben und noch vieles mehr.

Niemand muss, niemand müsste. Aber jeder könnte, wenn er will und bereit ist, seine Komfortzone zu verlassen.

Klar, dann wird der liebe Schweinehund meckern, denn er will alles zu behalten, wie es ist.

Aber wie wäre dein Leben, wenn du mehr auf dich selbst hörst, anstatt auf all das, was dich scheinbar einschränkt, Rücksicht zu nehmen? Wage doch mal dieses Gedankenspiel. Spielen macht Spaß.

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