Es gibt Menschen, die haben einfach das Vertrauen, dass sie alles schaffen können. Sie wissen, dass auch die stärkste Anstrengung und die unangenehmsten Erfahrungen bis hin zu körperlichem Schmerz, psychischen Ausnahmesituationen und mehr am Ende in einer positiven Erfahrung münden werden. Egal, was man tut: Diese Menschen strahlen ein unglaubliches Selbstbewusstsein und eine sehr positive Lebenseinstellung aus.

Dieses Lebensgefühl ist auf ein sehr starkes Urvertrauen zurückzuführen.

Andere Menschen dagegen haben immer das Gefühl, gegen andere nicht bestehen zu können. Ganz egal, wie positiv eine Situation sich darstellt, wie viel Können und Wissen sie an den Tag legen: Sie vertrauen weder sich selbst noch ihrem Gegenüber. Sie wirken auch dann, wenn sie sehr erfolgreich sind, unsicher und unzufrieden. Sie haben ein hohes Sicherheitsbedürfnis und streben immer nach mehr Kontrolle. Sie sind mit wenig Urvertrauen gesegnet.

Aber das muss nicht so bleiben

Ihnen tut es gut, wenn sie ihr Urvertrauen durch Erfahrungsvertrauen stärken und dadurch anderen Menschen und sich selbst wieder Vertrauen entgegenbringen können.

Besonders die ersten Lebensjahre spielen eine wichtige Rolle hinsichtlich des Aufbaus von Vertrauen. Denn in dieser Zeit etabliert sich sowohl nach Meinung der Tiefenpsychologie als auch nach den Forschungen der Biosoziologie das Urvertrauen oder Urmisstrauen eines Menschen. In dieser frühen Phase brauchen kleine Menschen daher eine stabile und liebevolle Umgebung. Sie müssen das Gefühl haben, dass sie niemals in eine gefährliche Situation geraten, dass sich immer jemand kümmert. In dieser Zeit wirken alle Formen der Vernachlässigung, aggressives Verhalten, Traumatisierungen und instabile Lebensumstände vertrauensmindernd. Auch ein Wechsel der Bezugspersonen wird als negativ angesehen.

Vertrauen und Gelassenheit sind Geschwister

Wer Urvertrauen hat, strahlt im Alltag eine Ruhe und Gelassenheit aus, die sich positiv auf das gesamte Umfeld auswirkt. Die kleinen Unterbrechungen des Alltags wie ein kurzer Stau in der Stadt, rote Ampeln, ausverkaufte Lieblingslebensmittel oder ein verschüttetes Glas Wasser bringen einen vertrauensvollen Menschen nicht aus der Ruhe. Trotzdem erleben wir tagtäglich, wie Menschen wegen Kleinigkeiten ausflippen und respektlos, ungehalten und sogar unfreundlich miteinander umgehen.

Wer ausreichend Urvertrauen hat, pflegt viel leichter einen gelassenen, respektvollen Umgang. Dahinter steckt der tiefe Glaube an das Gute in der Welt, an das Gute im Mitmenschen und die absolute Liebenswürdigkeit eines jeden und einer jeden. Liebenswürdigkeit ist hier wörtlich zu verstehen: Der Mensch ist würdig, geliebt zu werden. Urvertrauen macht also einen spürbaren Unterschied im Alltag – dass sich eine solche tiefgreifende Gelassenheit auch im beruflichen Umfeld auswirkt, versteht sich von selbst.

Urvertrauen zeigt sich in der Haltung

Eine selbstbewusste, offene Haltung und ein lächelndes Gesicht sagen viel darüber aus, wie vertrauensvoll ein Mensch durch das Leben geht. Wer sich geborgen, warm und umsorgt, behütet und sicher fühlt, muss die Schultern und die Mundwinkel nicht hängen lassen. Im Gegenteil. Spannkraft, Dynamik und Aufrichtigkeit drücken sich in der Haltung wie in der Mimik aus. Das bedeutet nun aber nicht, dass du immer unter Spannung stehen musst:

Wer Vertrauen hat, kann sich vertrauensvoll fallen lassen. Sei es ins Bett, in den Lieblingssessel oder in die Arme eines Mitmenschen – ein entspanntes Dahinsinken wird aufgefangen und gehalten.

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Alles Liebe
Anne