Gegensätze bewirken ein ausgewogenes Leben

Hotei, ein Zenmeister, kam eines Tages durch ein Dorf. Er war einer der schönsten Menschen, die jemals auf der Erde gewesen sind. Er war bei den Leuten als der „lachende Buddha“ bekannt, denn er lachte immer und überall. Manchmal jedoch saß er einfach unter einem Baum. So auch in diesem Dorf. Er saß ohne zu lachen, mit geschlossenen Augen, unter einem Baum. Er hatte nicht einmal ein kleines Lächeln auf dem Gesicht und war völlig ruhig und gesammelt.

Jemand fragte ihn:
„Hotei, du lachst ja gar nicht?“
Er öffnete seine Augen und sagte:
„Ich bereite mich darauf vor.“
Der Fragende verstand ihn nicht.
Er sagte: „Was meinst du damit, du bereitest dich vor?“
Hotei antwortete:
„Ich muss mich aufs Lachen vorbereiten. Ich muss mich vorher ausruhen und nach innen gehen. Ich muss vorher die ganze Welt vergessen, damit ich wieder erfrischt lachen kann.“

Weinen und Lachen

Wenn du wirklich lachen möchtest, musst du das Weinen lernen. Wenn du nicht weinen kannst und keine Tränen fließen, dann wird dir lachen auch nicht möglich sein. Ein Mensch der lachen kann ist auch ein Mensch mit Tränen – dann ist er im Gleichgewicht.

Gegensätze erschaffen innere Harmonie

Ein Mensch, der voller Glückseligkeit ist, ist auch ein Mensch mit Stille. Ein ekstatischer Mensch ist gleichzeitig auch ein zentrierter Mensch. Beides gehört zusammen. Aus diesem Miteinander von Gegensätzen entsteht in dir ein ausgewogenes Wesen – das ist die ganze Absicht von Meditation.

Quelle: Osho – Zitat-Auszug aus A Sudden Clash of Thunder #2

Kindern erzählt man Geschichten zum Einschlafen, Erwachsenen erzählt man Geschichten zum Aufwachen.

Sig

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