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Warum hochsensitive Menschen leicht Gedanken lesen können

Gedanken lesen zu können ist kein Hokuspokus

Die Körpersprache eines Menschen verrät viel mehr, als allgemein angenommen wird. Was sich im Gehirn einer Person abspielt, lässt sich zu einem gewichtigen Prozentsatz anhand von Gestik und Mimik erkennen. Die Kommunikation besteht deshalb nicht nur aus dem gesprochenen Wort. Der oft aussagekräftigere Teil versteckt sich hinter bestimmten Körperhaltungen und anderen nonverbalen Signalen. Die Fähigkeit, diese richtig zu interpretieren ist der Spezies „Mensch“ quasi mit in die Wiege gelegt.

Seit Jahrtausenden gehört es für uns zur Überlebensstrategie, die Stimmung unseres Gegenübers auch im Gesicht ablesen zu können. So ist das Gedankenlesenlernen für sensitive Menschen nur eine Erweiterung eines ohnehin bereits vorhandenen, angeborenen Könnens.

Erkenntnisse aus der Selbst- und Außenbeobachtung

Um die eigentlichen Absichten eines Gesprächspartners zu verstehen, solltest du einmal genau darüber reflektieren, wie du dich selbst in manchen Situationen verhältst. Könntest du deinem Chef bei einer Notlüge à la „Ich stand im Stau“ in die Augen sehen? Schaffst du es bei einem zufälligen Zusammentreffen mit der unhöflichen Nachbarin ein ehrliches Lächeln auf dein Gesicht zu zaubern? Wenn du beide Fragen mit Nein beantwortet hast, weißt du exakt über die von deinem Körper angewandten Tricks Bescheid.

Nutze also dein Know how, um in den Gedanken Anderer gleichsam wie in einem Buch zu lesen. Ein notorischer und geübter Lügner wird sich natürlich nicht leicht aufs Glatteis führen lassen, aber sei gewiss: Auch sein Körper kann, ganz im Gegensatz zum Mund niemals die Unwahrheit „erzählen“.

Allerdings geht es beim Gedankenlesen nicht darum, den Gesprächspartner des Lügens zu bezichtigen. Oft ist er auch nur gerade dabei, sich selbst zu täuschen oder versucht, unangenehme Erlebnisse im Geiste nicht wachzurütteln. Wer hinter die Fassade blicken möchte, sollte bitte keine Verhörsituation heraufbeschwören. Vielmehr ist es erstrebenswert, das Gegenüber aufmerksam und in seiner Ganzheit zu betrachten. Das Agieren der Hände und Beine, die Muskelbewegungen im Gesicht und das Wandern der Augäpfel bilden ein perfektes Zusammenspiel.

Situationen absoluten Glücks oder tiefer Trauer machen es uns unmöglich, bewusste Täuschungen zuzulassen. Jeder Mensch verhält sich dann „echt“, zeigt das sprichwörtliche „wahre Gesicht“ und lässt den Emotionen freien Lauf.

Beobachte, wie dein Partner bei einem Auswärtssieg seiner Lieblingsfußballmannschaft jubelt. Aus derartigen Impressionen formt dein Verstand nach und nach komplexe Rückschlüsse. Wer die Gedanken eines Menschen lesen können will, muss also sehr aufmerksam und achtsam schauen und sich auf ihn einlassen.

Das kleine Einmaleins des Gedankenlesens

Selbstverständlich verfügt jeder Mensch über eine ganz eigene Körpersprache. Auch können Verhaltensmuster, die in der westlichen Welt als höflich gelten, anderswo als Fauxpas interpretiert werden. Doch einige Mechanismen greifen bei allen Personen gleichermaßen. Bei einer bewusst ausgesprochenen Lüge, blinzeln Menschen häufiger als in Situationen, in denen sie die Wahrheit sagen.

Rufe dir beispielsweise den Gesichtsausdruck Bill Clintons vor Augen, als er über sein Verhältnis zu Monica Lewinsky sprach. Seine Augenlider senkten sich binnen kürzester Zeit völlig unwillkürlich und übertrieben häufig. Auch der unterwürfige Blick auf den Boden suggeriert, „Ich kann deiner Beobachtung nicht standhalten!“

Überkreuzte Beine und verschränkte Arme bedeuten eine ablehnende Haltung, ein häufiger Griff an die Nase zeugt von Nervosität. All jene äußeren Begleiterscheinungen der inneren Gedankenwelt beweisen dem aufmerksamen Beobachter, dass ein anderer versucht zu flunkern. Was diese Person aber tatsächlich denkt, erzählen solche Gesten nicht. Die Interpretation ist situationsbedingt und hängt auch damit zusammen, wie gut du diesen Menschen kennst und wie wichtig die entdeckte Unstimmigkeit für dich persönlich ist.

Du kannst von der erkannten Lüge auf den eigentlichen Gedanken dann umso leichter schließen, desto mehr Zeit du mit dem jeweiligen Gesprächspartner bereits verbracht hast. Das Ammenmärchen eines Verwandten oder langjährigen Kollegen wirst du bestimmt ohne Probleme aufdecken können. Versuche deshalb, so rasch und so viel als möglich über andere Personen zu erfahren. Nutze das, was du erfährst dafür, auch völlig fremde Menschen schneller einschätzen zu können. So wirst du bald feststellen, dass du zu einem wahren Profi in puncto Gedankenlesen avancierst, was dir deine hochsensitive Gabe sicher erleichtert.

Die Vorteile der Kunst des „Menschenverstehens“

Jeder strebt danach, Aufmerksamkeit zu erlangen. Schenkst du den Personen in deiner Umgebung deine Zuwendung, werden sie sich dir öffnen. Wer ehrliches Interesse an anderen zeigt, erfährt viel über deren Innenleben. Dieses Wissen öffnet dir Tür und Tor zur Gedankenwelt. Da viele Charakteristika der Körpersprache bei allen Menschen gleich sind, vergrößert sich dein Fundus der gelesenen Gedanken immens. Mit ein wenig Übung stellt auch das Kennenlernen neuer Bekannter kein Problem mehr da. Du trittst dann bei einem Vorstellungsgespräch oder im Zuge einer wichtigen Geschäftsbesprechung automatisch selbstbewusster auf.

Dein persönliches Wissen, dass es nicht so leicht ist, dir etwas vorzumachen, erzeugt Selbstvertrauen und das überträgt sich auch auf dein Gegenüber. Die als sensibel geltende Fähigkeit, Gedanken lesen zu können, macht dich in jeder Situation zu einem ebenbürtigen, respektierten Gesprächspartner. Dies gilt nicht nur im beruflichen Bereich.

Beobachte deine Lieben zu Hause genau. Die 26 Gesichtsmuskeln deines Partners oder Kindes reagieren in vergleichbaren Situation stets in ähnlicher Weise. Bald wirst du nicht nur schon am Blick erkennen, ob derjenige beispielsweise Hunger hat. Ärger in der Schule, ein neuer Schwarm oder ein Streit mit Klassenkameraden verleiht dem Gesicht immer wieder einen ganz bestimmten Ausdruck. Emotionen und Ereignisse liest du deinen Mitmenschen so tatsächlich von den Augen ab. Und jede noch unbekannte Mimik führt dazu, dass du deine Fähigkeiten erweiterst.

Ein weiterer Vorteil des Gedankenlesens ist, dass damit Konflikten und Missverständnissen vorgebeugt werden kann. Die schlechte Laune des Chefs verunsichert dich nicht mehr, aus seiner Körperhaltung konntest du schließen, dass ein privates Problem ihn verstimmt hat. Ärger, Selbstzweifel oder gar Existenzängste können so erst überhaupt nicht aufkommen.

Verständnis und Intimität stärken

Seit Jahrmillionen versuchen die Menschen, die Gedanken des anderen zu interpretieren. Hing in steinzeitlichen Situationen das Leben von dieser Gabe ab, fördert sie heutzutage hauptsächlich die emotionale Bindung zweier Personen. Unser Streben danach, in den Geist anderer zu blicken ist ein uraltes und niemals aus der Mode kommendes Bedürfnis. Es schützt unser eigenes Sein und eröffnet uns neue Freundschaften und innige Partnerschaften zu pflegen.

Wie schön, wenn du Menschen in deinem Umfeld hast, die deine Gedankenwelt ebenfalls erkennen. Lass es geschehen, denn es stärkt das Verständnis und die Intimität zwischen euch.

Sig

 

 

 

 

 

 

 

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Haben wir nicht alle immer wieder einen intensiven Dialog mit unserem lieb gewonnenen inneren Schweinehund? Ich müsste... ich sollte... Gesünder essen, Sport treiben und noch vieles mehr.

Niemand muss, niemand müsste. Aber jeder könnte, wenn er will und bereit ist, seine Komfortzone zu verlassen.

Klar, dann wird der liebe Schweinehund meckern, denn er will alles zu behalten, wie es ist.

Aber wie wäre dein Leben, wenn du mehr auf dich selbst hörst, anstatt auf all das, was dich scheinbar einschränkt, Rücksicht zu nehmen? Wage doch mal dieses Gedankenspiel. Spielen macht Spaß.

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