Wenn von ausblenden gesprochen wird, ist damit immer etwas Verwerfliches verbunden. Es ist in der Regel etwas Unangenehmes, das war ausblenden, etwas Negatives, etwas, das wir nicht wahrhaben wollen, darum blenden wir es ja aus.

Für den bewussten Menschen, für den wir uns gerne halten, ist ausblenden pfui, denn er will ja nichts ausschließen, aus seiner Bewusstheit.

Tausende Therapeuten leben davon, dass wir verdrängen, verleugnen, beschwichtigen und traumatisches ausblenden.

Wir tun dies natürlich aus gutem Grund, als Selbstschutz, und in der Situation des Entstehens ist dies ein wertvoller Mechanismus.
Im Laufe des Lebens, wird dieser Mechanismus jedoch irgendwann zum Hindernis und wer nach Wachstum strebt, wendet sich dem Ausgeblendeten zu, idealerweise mit professioneller therapeutischer Hilfe.

So weit so gut.

Spirituell betrachtet sieht es jedoch ganz anders aus.

Denn hier gilt eines der Paramaprinzipien, dass wir nämlich mit unserer Aufmerksamkeit Wirklichkeit erst erzeugen.

Sich dem Negativen zuzuwenden, bedeutet hier nichts anderes als ihm Leben einzuhauchen.

Auch die positive Absicht uns davon zu befreien ändert nichts daran, dass wir das Negativen gerade aufgrund unserer Zuwendung, zu unserer Wirklichkeit erheben.
Was sie ja auch einmal war, mit Betonung auf WAR. Jetzt ist nur das wirksam und wirklich, dem wir in diesem Moment unsere Aufmerksamkeit geben.

Für die Spiritualität ist die therapeutische Haltung daher kontraproduktiv.

Ausblenden hat uns als Werkzeug gedient, wir können dieses Werkzeug auch in der Spiritualität verwenden.

Ich höre schon das Klatschen eurer Hände, die ihr über dem Kopf zusammenschlägt, als Reaktion aus der kollektiven Prägung heraus, dass das Ausblenden ein „No Go“ ist.

Doch wir blenden sowieso aus, jeder, ständig.

Die Frage ist nur WAS blenden wir aus.

Der Erwachte wählt weise und blendet alles aus was hinderlich ist. Er belässt seine Aufmerksamkeit beim Nährenden, Erhabenen, er verweilt in der Stille, bei Ananda, der grenzenlosen Wonne.

Warum sollte er sich mit deinen Geschichten beschäftigen, deine Sorgen verstehen, dein Leid teilen?!

Er würde dadurch in deine Wirklichkeit herabsteigen und aus dem Erwachten würde im Handumdrehen ein guter Zuhörer, ein Freund, ein empathischer Mensch.

Das mag vordergründig als wünschenswert erscheinen, doch die Welt hätte einen Erwachten weniger.

Der Erwachte dient als Leuchtturm, sein Platz ist genau dort wo er ist.
Er verlässt ihn nicht und gibt dir dadurch die Chance, dich selber aus der Wirklichkeit zu erheben, hinein ins wahre Sein.

Namasté
Ananda

Ananda