Nur der Unwissende unterscheidet zwischen dem, was wir heute so gerne Berufung nennen und Karma. Wir sind kein leeres Blatt, wenn wir das Licht dieser Welt erblicken. Einiges bringen wir mit, was in den Genen gespeichert ist, anderes ist im Karma Speicher gelagert.

Obwohl es auch hier nicht wirklich zu unterscheiden gibt, denn Gene sind ja bloß der physische Speicherort für Karma.

Über Karma an sich kannst du hier mehr erfahren, in diesem Artikel heute geht es nur die Überschneidung von Karma und Berufung. Was haben sie gemeinsam, was unterscheidet diese beiden Begriffe?

Woran liegt es, was wir als unsere Berufung erachten?

Ideen sind der Treibstoff unseres Lebens. Du glaubst oder hast solche Gedanken, wie

  • etwas Bestimmtes zu erreichen,
  • etwas Besonders zu erlangen,
  • etwas Wichtiges zu erledigen oder zu erfüllen zu haben
  • etwas beenden oder vollenden zu müssen

Dabei ist uns nur die Spitze des Eisberges bewusst, den Großteil dieser antreibenden Vorstellungen ist uns unbewusst, sie wirken vollautomatisch in uns.

Um diese Vorstellungen verwirklichen zu können, eignen wir uns Fähigkeiten und Fertigkeiten an. Wir erlernen ein Musikinstrument, mehrere Sprachen, werden Spitzensportler, Mutter oder Politiker. Einzig und alleine aus dem Grund, weil mir glauben, so unsere vielfältigen Vorhaben erfolgreich abschließen zu können.

Es spielt dabei keine Rolle, ob das Vorhaben lautet,

  • ich muss meinen Kindern ein Haus hinterlassen,
  • ich möchte einen Weltrekord aufstellen oder
  • gleich die ganze Welt retten.

Alles, was wir tun, ist darauf ausgelegt unsere selbsterkorenen Ziele zu erreichen.

Das gelingt oft, aber nicht immer. Gelingt es nicht, weil uns „der Tod dazwischenkommt“, setzen wir unser Bestreben im nächsten Körper fort. Diesen Körper und somit seine Gene und sein Umfeld, wählen wir natürlich so, dass er unserem Vorhaben möglichst dienlich ist.

Wir werden kaum einen Körper wählen, der für Übergewicht prädestiniert ist, wenn wir einen sportlichen Weltrekord als Vorhaben wählen.

Auch werden wir keinen Körper mit unterentwickelten Sprachgenen annehmen, wenn wir als Politiker unser Vorhaben zu Ende bringen wollen.

Gelingt es unser Vorhaben abzuschließen, können wir es loslassen und haben keinen Grund mehr etwas dafür zu tun,  weder in diesem, noch in einem anderen Körper / Leben.

Jedoch sind wir Menschen ruhelos und so kommt es, dass wir immer irgend etwas Unerledigtes haben. Wenn eine Sache abgeschlossen ist, beginnen wir schon an der Nächsten zu arbeiten.

Dieses „arbeiten“ kann sehr subtile Formen annehmen.

Schon ein Gedanke wie: „Ach, Amerika hätte ich schon gerne mal gesehen“ oder „Ich möchte so gerne eine Katze haben“ reicht und unser Sehnen richtet sich danach aus. Wir werden so lange nicht ruhen, bis sich diese neue Sehnsucht erfüllt hat. Ist der Wunsch tief genug, lässt er sich selbst vom Tod nicht davon abbringen, nach Erfüllung zu streben.

So kann man sagen, dass alles was wir tun, unsere Berufung ist, weil wir es eben zu unserer Berufung gemacht haben. Und gleichzeitig ist es auch unser Karma, unser Schicksal, weil wir dazu verdammt sind es auch zu erfüllen. Zumindest so lange bis wir das Rad der Wiedergeburt durchschaut haben.

Namasté
Ananda