Intimität ist ein Begriff, der oft mit Sexualität in Verbindung gebracht wird

Doch was bedeutet der Begriff wirklich? Wahre Intimität umfasst mehr als nur Körperlichkeit.

Wenn davon gesprochen wird, dass zwei Menschen eine „intime Beziehung“ haben, so wird damit das Vorhandensein eines sehr nahen körperlichen Kontaktes zum Ausdruck gebracht. Doch dies ist nur eine Ausprägung, denn jeder Mensch verfügt über fünf Ebenen der Selbstwahrnehmung: Eine körperliche, mentale, emotionale, soziale und spirituelle Ebene.

Wahre Intimität bedeutet somit nicht nur körperliche Nähe, sondern Gleichklang und Übereinstimmung in allen Lebensbereichen. Sie führt zu totaler Offenheit und bedingungslosem Vertrauen, zwei Hälften eines Ganzen, die sich gefunden haben. Menschen, die diese intensivste Form intimer Begegnung erfahren, verspüren oft das Bedürfnis, im Partner vollends aufzugehen und regelrecht mit ihm verschmelzen zu wollen.

Konsequent gelebt führt dies durch das entstandene Gefühl der Verbundenheit zu einem hohen Maß an Vertrautheit im – auch körperlichen – Umgang miteinander. Diese Vertrautheit umfasst aber auch den geistig-mentalen Bereich des Menschen, so kann es ebenfalls Ausdruck intimer Verbundenheit sein, keine Geheimnisse voreinander zu haben und trotzdem mit Achtsamkeit den Gefühlen des anderen zu begegnen.

Diese Situation kann auch zu einer weitgehenden Synchronisation im mentalen Bereich führen, was sich darin äußern kann, dass man etwa spürt, wenn dem Partner Gefahr droht.

Erwartungen

Viele Menschen neigen dazu, Intimität lediglich mit körperlicher Nähe gleichzusetzen und meinen dann, dieses Bedürfnis durch einen Akt der Körperlichkeit schnell und leicht befriedigen zu können. Dann ist die Enttäuschung groß, wenn sie erkennen, dass sie dadurch zwar das Bedürfnis nach körperlichem Kontakt, nicht aber das nach wahrer Intimität gesättigt haben. Denn die rein körperliche Vereinigung bedeutet nicht zwangsläufig das Aufgeben jener Ichbezogenheit, welche das Entstehen intimer Vertrautheit verhindert.

Die Reduktion auf das rein Körperliche kann auch dazu führen, dass die Sehnsucht nach dem, was für Intimität gehalten wird, möglichst schnell stillen wollen, weil wir ein entsprechend dringendes Verlangen verspüren. So führt der körperliche Akt lediglich zur Befriedigung eines oberflächlichen Begehrens, dahinterliegende Bedürfnisse bleiben ungestillt.

Ausprägungen

Intimität bedeutet Nähe, man ist also einem anderen Menschen körperlich bzw. geistig sehr nahe. Diese Nähe hat unterschiedliche Erscheinungsformen und muss, wie bereits erwähnt, nicht zwangsläufig etwas mit Sexualität zu tun haben.

Die wohl reinste Form von Nähe ist wohl jene, die zwischen einem Baby und seiner Mutter herrscht. Je mehr das Kind heranwächst, desto eher kann sich diese Situation jedoch verändern. In jedem Fall umfasst wahre Intimität aber auch den geistig-spirituellen Bereich, nicht nur die körperliche Ebene.

Wahre Intimität umfasst mehr, als die Ebene rein körperlichen Verlangens.

Sie wird auf emotionaler sowie geistig-spiritueller Weise auch mental erlebt und führt zu tiefer Verbundenheit und Vertrautheit. Konsequent gelebt bedeutet diese Sinneserfahrung eine Bereicherung des eigenen Seins und führt zu einem erfüllten und mit Freude gelebten Leben.

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