Was glücklich sein anbelangt, bewegen wir uns in die falsche Richtung. Eine Wendung ist nötig!

Wir sehnen uns nach tiefen dauerhaften Frieden, doch es herrscht Krieg.
Wir kämpfen nämlich gegen die Wirklichkeit, legen uns mit der Realität an auch wenn sie nicht veränderbar ist.

Wir haben das Kriegsbeil ausgegraben um unsere Werte und Ansichten zu verteidigen. Wir alleine wissen, wie die Dinge sein sollen und erklären unseren Partnern wie sie zu sein haben. „Die Kleider gehören aufgeräumt, die Schuhe am richtigen Platz abgestellt, die Zahnpasta Tube zugeschraubt, das übrige Essen in den Kühlschrank, …

Wir erklären den Autofahrern, dass sie blinken müssen, wenn sie abbiegen, dass sie nicht die linke Spur blockieren dürfen und selbstverständlich mehr Abstand halten zu haben. Wir erklären Politikern, wie sie zu regieren haben und den Lehrern unserer Kinder erzählen wir was sie falsch machen.

Wir wissen alles besser!

Nur erzählen wir es nicht tatsächlich den Lehrern, sondern unseren Partnern, wir sprechen auch nicht mit den Autofahrern, die am Stand den Motor laufen lassen und so laut unserem Weltbild gerade das Klima zum Selbstmord zwingen nein, wir sprechen mit unseren Nächsten darüber.

Wenn wir keine haben (weil wir so mies drauf sind bei all dem was die Menschen verkehrt machen), dann denken wir uns das alles. Wenn wir dann am Abend frustriert von der Arbeit nach Hause fahren, weil die Kollegen ja wieder mal nicht kapieren wie sie zu sein hätten, dann fahren wir eben einfach links an dem Idioten vorbei, der nicht weiß, dass er die rechte Spur freizugeben hat.

„Wenn möglich, bitte wenden!“

Aber nicht der andere Autofahrer oder die Kollegen, auch nicht die Politiker, die Kassiererin, der Lehrer und schon gar nicht die Partnerin.

Es ist dein Vehikel, dass du in die falsche Richtung steuerst.

Im Festhalten an deinen Vorstellungen bewegst du dich mit hohem Tempo einem Abgrund zu und ziehst in deinem Windschatten jeden mit, der nicht tief genug in sich selber ruht.

Dein Festhalten an deinen Werten, lässt keinen Spielraum für das Leben.

Dabei sind es nicht einmal DEINE Werte. Sie wurden dir eingeimpft von deinen Bezugspersonen als du nicht zu klein warst eigene Ansichten zu haben. Bestenfalls wurden sie dir „ans Herz gelegt“, wobei derjenige dabei eher an sein Herz dachte als an deines.

Deine Eltern haben dich manipuliert, ob sie das wollten oder nicht. Sei es klar und direkt, mit Schlägen und Bestrafung oder stille und leise in dem sie dir ein schlechtes Gewissen gemacht haben: „Weißt du wie das Mama wehtut, wenn du diene Hausaufgaben nicht machst?!“ Nö, ihm tat es weh, da du nicht seinen Vorstellungen entsprochen hast.

So werden wir also geformt, in Richtungen gelenkt, werden Bildern angepasst, gebogen und zurechtgerückt um in die Schablonen unserer Herren zu passen.

Die Werte, die wir dabei gezwungen sind anzunehmen sind jedoch nicht unserer!

Auch wenn wir rebellisch waren und uns nicht angepasst haben, entwickelten wir Werte als Reaktion gegen unsere Herren – auch das sind nicht wirklich UNSERE Werte.

Wenn möglich, bitte wenden!

Bleib stehen und sei erst einmal still.

Seit deiner Kindheit fährst du in eine bestimmte Richtung. Sie wurde von deinem Umfeld bestimmt, es stellte die Weichen und legte die Schienen, auf denen du bisher brav oder auch rebellisch dein Leben abspulst.

Du bist kein Zug!

Du bist vielleicht ein Kaninchen, dass im Zick Zack Kurs unterwegs sein will, oder ein Krebs, der sich im Seitgang  fortbewegt, ein Adler der stundenlang ohne Flügelschlag kreist, ein Wal, der tief abtaucht, eine Biene die emsig von Blüte zu Blüte fliegt, ein Bär der seinen Winterschlaf braucht, ein Wolf der durch die Wälder zieht, eine streunende Katze, ein tanzender Delphin, oder du beschleunigst in 5 Sekunden von Null auf Hunderte.

Du kannst alles sein und vielleicht bist du auch kein Zug mehr, dessen Destination klar vorherbestimmt ist, doch bist du das, was du in Wahrheit bist?

Bist du, du selber, oder ist der Wal, das Kaninchen, der Rennwagen auch vorherbestimmt?

Bist du Gefangener der „Wal-schienen“, der Kaninchen-schienen“ oder der „Carrera Rennbahn“?

Kannst du die Geleise verlassen, auf denen du unterwegs bist und wenn ja, was ist dann?

Dann befindest du dich am Nullpunkt. Hier endet der Einfluss deiner Vergangenheit, hier ist nichts.

Ab hier bestimmst du wie es weitergeht.

An diesen Nullpunkt musst du kommen. Selbst wenn du dann entscheidest weiter als ein Kaninchen durchs Leben zu flitzen, weißt du jetzt, dass es DEINE Entscheidung ist.

Auch wenn du entscheidest weiterhin die eingefahrenen Wege zu beschreiten, so hat du gewendet. Du hast die Unbewusstheit in die Bewusstheit gewendet, hast die Unfreiheit in Freiheit gewendet.

Im Nichts des Nullpunktes übernimmst du das erste Mal Verantwortung und egal was du hier entscheidest, niemand hat dich dazu gebracht, du bist jetzt der Schöpfer, der Gestalter deiner Wirklichkeit und du weißt jetzt mit Bestimmtheit, wer du bist.

Namasté
Ananda

Ananda