Besonders die ersten anderthalb Lebensjahre spielen eine bedeu­tende Rolle bei der Entstehung von Urvertrauen. In dieser Zeit eta­bliert sich nach Erkenntnissen der Tiefenpsychologie – die von Forschungen der Biosoziologie (der Wissenschaft von den Wech­selwirkungen zwischen biologischen und soziologischen Gege­benheiten) bestätigt werden – das Urver

trauen oder eben auch das Urmisstrauen eines Menschen.

In dieser frühen Phase brau­chen kleine Menschen daher eine stabile und liebevolle Umge­bung. Sie müssen das Gefühl haben, dass sie niemals in eine gefährliche Situation geraten, dass sich immer jemand um sie kümmert. In dieser Zeit wirken alle Formen der Vernachlässi­gung, aggressives Verhalten, Traumatisierungen und instabile Lebensumstände vertrauensmindernd. Auch ein Wechsel der Bezugspersonen wird in diesem Zusammenhang als negativ be­wertet.

Urvertrauen entsteht so….

Wenn die grundlegenden Bedürfnisse des Kindes zufrieden­ gestellt werden, etwa nach Nahrung, nach Körperkontakt und nach liebevoller Zuwendung, dann kann das Kind ein Gefühl der Verlässlichkeit und auf dieser Grundlage auch Urvertrauen entwickeln.

In den Jahren danach festigt sich diese positive Zwischen­menschlichkeit im besten Falle, sodass für das Kind der Grund­stein gelegt ist, gegenwärtig und auch in der Zukunft sich selbst und auch anderen, fremden Personen offen und vertrauensvoll zu begegnen.

Positive Erfahrungen reaktivieren das Urvertrauen

Aber wie kann ein Mensch mit frühkindlich negativen Erleb­nissen Vertrauen erlernen? Oder jemand, der später im Leben tiefgreifend traumatisiert wurde und das eigentlich vorhandene Urvertrauen verloren hat? Geht das überhaupt?

Ja, ich gehe da­ von aus, dass dies möglich ist, und viele meiner Klienten haben mir das bestätigt. Das funktioniert durch eine Art „Überschrei­ben“ von negativen Erlebnissen, wenn die betroffene Person ­immer wieder positive Erfahrungen macht. Deren Einfluss lässt sich übrigens­ neurologisch messen; es bilden sich neue Nerven­verbindungen, die wiederum das Verhalten und die Vertrauens­fähigkeit verändern.

Immer wieder kommt es also auf positive Erfahrungen an.

Sie erzeugen wahrhaftes Vertrauen, das sich vom reinen Glauben an jemanden oder etwas grundlegend unterscheidet. Erfahrungs­vertrauen ist entstanden. Je mehr Erfahrungsvertrauen du ent­wickelst, desto mehr Vertrauen hast du in dich selbst. Du hast es nicht nötig, dich oder andere Menschen infrage zu stellen. Und du wirst auch in schwierigen Situationen nicht in Selbst­zweifel versinken, sondern immer aus der schicksalhaften Situa­tion lernen.

 

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Alles Liebe
Anne