Gefühle bestimmen unser aller Leben und trotzdem schenken wir ihnen wenig Aufmerksamkeit, es sei denn, es sind unangenehme Gefühle, wie Ärger, Wut, Trauer oder Angst. Positive Gefühle und gute Laune nehmen die meisten Menschen dagegen viel weniger wahr und betrachten sie eher als selbstverständlich. Wut oder Ärger bleiben ihnen dagegen länger in Erinnerung und werden auch sofort bemerkt und beobachtet. Aber wie entstehen diese intensiven Gefühle oder wie wirken sie sich aus? Es ist wichtig für dich als Empathen zu verstehen, was zu dieser intensiven Wahrnehmung führt und wie dein Gehirn reagiert.

Dein Denken bestimmt deine Gefühle

Viele Menschen achten sehr genau auf ihre Körpertemperatur, denn ist sie erhöht, fühlt sich der Mensch krank. Leider beachten sie ihre allgemeine Stimmung kaum und antworten auf eine Frage danach eher mit „muss ja“ oder „ich will ja nicht klagen“. Aber warum das so ist, können sie nichts sagen. In Ermangelung einer Eigendiagnose schieben die Menschen die Gründe für ihre angenommene Missstimmung auf die Partnerschaft, den Chef oder auf die Politik. Doch die Psychologie kann inzwischen recht deutlich sagen, wie diese Gefühle in Wirklichkeit entstehen.

Sie entstehen im Kopf und zwar durch das eigene Denken. Dabei scheint es auf drei Grundstimmungen bei den Menschen als Dauerzustand hinauszulaufen, die aber immer vom jeweiligen Denken des Menschen bestimmt sind. Wer meist positiv denkt, sieht die Welt aus einem wohlwollenden Blickwinkel und bemerkt dadurch öfter Glück und Freude. Dementsprechend sind die Gefühle dieses Menschen meist Freude und Zufriedenheit. Eine andere Gruppe sieht Positives und Negatives gleichzeitig und ihre Gefühlslage bleibt meist in einer emotionalen Zwischenphase.

Wer negativ denkt, fokussiert sich auf das Negative im Leben, wodurch sich dieser Mensch eher enttäuscht, frustriert, gestresst und verärgert fühlt. Wer einmal genau über sein persönliches Umfeld nachdenkt, wird schnell erkennen, dass es im Grunde seine normale Gefühlslage widerspiegelt. Es ist klar, diese Überlegung ist nicht angenehm. Einerseits. Andererseits steckt darin auch eine große Chance, denn wir können wählen, welchen Wahrnehmungen wir uns widmen

Glück entsteht im Gehirn

In der Regel nimmt der Mensch an, dass sich seine persönliche Gefühlslage ändert, wenn gewisse Ereignisse in seinem Leben eintreten. Manche Menschen glauben, dass sie glücklicher sein werden, sobald sie Kinder haben. Andere hoffen, dass ein Lottogewinn sie nicht nur reich, sondern auch glücklich machen wird. Doch zeigen immer mehr Forschungen, dass die äußeren Umstände keinerlei Einfluss auf die eigene Gefühlslage haben. Sie können zwar einen kurzfristigen Effekt bewirken, aber die Grundstimmung lässt sich nur durch das eigene Denken neu definieren.

Wer also die meiste Zeit über glücklich lebt, kann auch mal wütend werden. Aber sobald die Situation vergangen ist, stellt sich die vorherige Zufriedenheit wieder ein. Auch ein Mensch, der sich immer unglücklich fühlt, kann zwar kurze Freude empfinden. Doch kurz darauf wird er wieder den Haken in seinem Glück suchen und einen Grund finden, verärgert oder frustriert zu sein. Schon im Altertum lehrten die Stoiker, dass Menschen nicht durch Umstände oder Dinge beunruhigt werden, sondern allein durch ihr Denken darüber. Die eigene Gefühlslage ist also selbstgemacht und nur der Mensch selbst, kann seine eigene Gefühlslage nachhaltig ändern.

Kann ein Mensch seine Gefühle kontrollieren?

Das geht durchaus und wird auch seit Jahrtausenden von Menschen verschiedener Religionen praktiziert wie beispielsweise von den Eremiten. Aber heutzutage kommen die Psychologen und Verhaltensforscher zunehmend zur der Überzeugung, dass sich das Glücklichsein trainieren lässt. Physiologisch sind die chemischen Vorgänge im Gehirn, die die Gefühle erzeugen, recht gut erforscht. Als Antrieb, eine gewisse Stimmung zu erzeugen, erweist sich das Gehirn beziehungsweise das Denken als der Motor für diese Vorgänge. Durch eine konsequente Gedankenkontrolle lässt sich zudem die eigene Gefühlslage steuern und verändern.

Es kann ein nörgelnder Mensch durchaus zu einem fröhlichen Zeitgenossen werden, wenn er sein Denken kontrollieren lernt und sich auf Positives in seinem Leben fokussiert. Natürlich wird sich dieser Person auch ab und zu wieder einmal ärgern oder ungeduldig reagieren, aber eine einmal gefundene positive Grundstimmung wird trotzdem immer wieder angestrebt. Jedoch dauert es eine gewisse Zeit, um diese Veränderung in der Einstellung auch nachhaltig zu vollziehen.

Wie Angst im Gehirn entsteht

Wer einmal in Gefahr gerät, wird gleich auf zwei unterschiedliche Arten verängstigt. In kritischen Situationen greifen sogar zwei unterschiedliche Mechanismen im menschlichen Körper. Diese Mechanismen gab es schon bei den menschlichen Vorfahren und halfen ihnen beim Überleben in der Wildnis. Sobald Gefahr droht, analysiert ein Bereich im Gehirn blitzartig die Situation.

Das geht nur, weil die Informationen direkt durch den Thalamus in die Amygdala geleitet werden. In diesem Bereich des limbischen Systems können die relevanten Umstände in Millisekunden verarbeitet werden und der Mensch weiß sofort, wie er reagieren soll. Wenn die Situation zu gefährlich ist, sorgen der Hirnstamm und der Hypothalamus für ein körperliches Notfallprogramm. Während das Herz schneller schlägt, steigert sich der Blutdruck und die Schweißdrüsen in der Haut werden aktiv.

So bereitet sich der Körper umgehend auf die Flucht oder einen Kampf vor. Gleichzeitig läuft aber im Gehirn noch ein anderer Prozess ab, der jedoch langsamer funktioniert. Dabei arbeiten der Thalamus und die Hirnrinde zusammen, um die wichtigen Details in der Situation besser erfassen zu können.

Zusätzlich ist die Sehrinde wie auch der Hippocampus beteiligt, der die relevanten Erinnerungen aufruft, um die Situation genauer einschätzen zu können. Im präfrontalen Cortex wird die Situation beurteilt und mit den passenden Erinnerungen und Emotionen verglichen, um die beste Reaktion auf das Ereignis zu generieren. Hier werden die entsprechenden Gefühle und Reaktionen für ein Ereignis erzeugt.

Der Sitz der Gefühle im Gehirn

Im Gegensatz zu den Tieren dient die Hirnrinde bei den Menschen vermehrt dazu, dass die eigenen Emotionen auch bewusst erfasst werden. Mit ihrer Hilfe können Menschen ihre eigenen Gefühle verstehen, beurteilen und Schlussfolgerungen bezüglich ihres Verhaltens schließen. Fest steht auch, dass die eigenen Gedanken die Aktivitäten in diesem Bereich beeinflussen.

Forscher der University of Southern California sind sich inzwischen sicher, dass die eigenen Gedanken das emotionale Erleben prägen. Zudem konnten die Forscher die einzelnen Bereiche in der Hirnrinde lokalisieren, die bei bestimmten Gefühlen wie Trauer, Freude oder Ärger besonders aktiv sind.

Bei glücklichen Menschen ist der rechte Gyruscinguli aktiver wie auch der rechte somatosensorische Cortex und die linke Insel. Der linke Gyrus cinguli ist in diesem Fall besonders inaktiv. Allerdings sind in der Hirnrinde nicht einfach gewisse Bereiche für die Wut oder die Freude zuständig, sondern es ist in der Regel ein aktives Netzwerk mit speziellen Mustern bei der Aktivierung.

Interessanterweise gibt es bei diesen Hirnaktivitäten keinerlei geschlechtsspezifische Unterschiede, weshalb Männer wie Frauen die gleichen Gehirnaktivitäten bei Freude oder Traurigkeit zeigen. Es ist egal, ob es um positive oder negative Gefühle geht. Die Muster der Gehirnaktivitäten bei den Emotionen gleichen sich bei Männern und Frauen so stark, dass sie nicht zu unterscheiden sind. Es gibt auch keine Unterschiede bei Männern oder Frauen bei der Gedankenkontrolle der Gefühle. Bei Männern und Frauen entscheidet das eigene Denken gleichermaßen, was empfunden wird.

Wohin führt uns das Wissen um diese neuste Gehirnforschung?

Empathie ist Vielfühlen, Mitfühlen und Wahrnehmen. Wir haben es zu einem großen Teil wirklich selbst in der Hand, was wir damit machen: Lassen wir zu, dass uns unsere Wahrnehmung überflutet oder lernen wir sehr konstruktiv und harmonisch damit umzugehen? Das ist eine wichtige Entscheidung. Ja: Eine Entscheidung! Ich lade dich dazu ein, die Entscheidung zu treffen, Herr über deine Empathie zu werden, indem du auch deine Gedanken in den Prozess der Verarbeitung deines Mitfühlens mit einbeziehst. Dass das möglich ist, habe ich in der jahrzehntelangen Arbeit mit vielen hochempathischen, hochsensitiven Menschen erfahren dürfen.

Bist du bereit, deine Entscheidung jetzt zu treffen?

Empathie – Was ist das eigentlich genau? Lies hier mehr darüber (klick auf den Link).

Wenn du mehr über Empathie erfahren möchtest: Anne Heintze und Ananda Hummer: Die Gabe der Empathen: Wie Sie Ihr Mitgefühl steuern und sich und andere stärken.

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Wir können uns das Wissen und die Kraft unseres Unterbewusstseins zu Nutze machen, wenn wir zu verstehen lernen, was es uns sagen will und begreifen, wie das Unterbewusstsein arbeitet. Wir müssen dafür einerseits die Impulse unseres Unterbewusstseins wahrnehmen, um uns dann bewusst entscheiden zu können, diesem Impuls zu folgen oder nicht. Andererseits können wir selbst unserem Unterbewusstsein Botschaften vermitteln. Genau dies tun wir mit den 1-Minuten-Coachings. Unter diesem Link findest du weitere Informationen: 1-Minuten-Coachings.