Den Arbeitsalltag als Hochsensibler zu meistern, ist alles andere als leicht

So individuell wie jeder Mensch, sind auch seine Bedürfnisse im Berufsleben. Insbesondere hochsensible Menschen werden im Alltag vor große Herausforderungen gestellt. Dies gilt umso mehr im Job. Während Nicht-Hochsensible den ständigen Geräuschpegel in einem Großraumbüro nach einiger Zeit abstellen können, sieht dies bei hochsensiblen Menschen anders aus. Für sie ist diese Situation ebenso belastend wie Konflikte oder Menschenmassen.

Statistiken zeigen: Hochsensibilität ist alles andere als nur ein selten vorkommendes Phänomen. Rund 15-20 % leiden an der Hypersensibilität. Um diesen Menschen das Leben leichter zu machen, forschen mittlerweile rund 50 Universitäten weltweit an diesem Bereich. Und täglich werden es mehr.

Reizüberflutung ist keine Krankheit

Noch immer stoßen hochsensible Menschen auf wenig Verständnis. Dabei ist Sensibilität keine Krankheit, wenngleich sie auch eine große Belastung für die Betroffenen darstellt. Wer einen guten Weg findet, mit der Reizüberflutung umzugehen, kann seine Hochsensibilität als eine ganz besondere Gabe ansehen.

Das komplexe Phänomen bringt sowohl Begabungen als auch Einschränkungen mit sich. Sehr häufig sind hochsensible Menschen hochintelligent und haben ein feines Gespür für die Stimmungen von anderen Menschen. Wichtig ist jedoch, einen guten Weg zu finden, mit der Reizüberflutung umzugehen. Ein Anti-Stress-Programm kann helfen.

Zum Leidwesen der Betroffenen ist Hochsensibilität in unserer Gesellschaft ein wenig anerkanntes Thema. An dem psychologischen bzw. neurophysiologischen Phänomen leidende Menschen werden mitunter als schwach oder schwierig eingestuft. Dies macht sich auch im Berufsleben bemerkbar. Löchrige Lebensläufe und eine hohe Anzahl krankheitsbedingter Fehltage können die Suche nach einer geeigneten Anstellung erschweren.

Hochsensibilität im Berufsalltag

Ein Bewerbungscoaching dabei helfen, mit den besonderen Herausforderungen im Bewerbungsprozess umzugehen. Schließlich warten auf Menschen mit Hochsensibilität im Job ganz besondere Herausforderungen. Es gilt, die Schwierigkeit zu meistern, die hohe Empfindsamkeit mit dem Beruf zu vereinbaren. Folgende Herausforderungen gilt es dabei zu meistern:

  • ein hektisches Arbeitsumfeld (zum Beispiel klingelnde Telefone)
  • das ständige Unter-Beobachtung-Stehen
  • erhöhter Leistungsdruck
  • arbeiten in Großraumbüros

Eines sollten Hochsensible dabei nicht vergessen: Sie haben durchaus viele Interessen und Gaben, über welche sie verfügen. Dazu gehören zum Beispiel Gründlichkeit und eine differenzierte Wahrnehmung. Es empfiehlt sich daher, bei der Berufswahl auf ein geeignetes Tätigkeitsfeld zu achten. Infrage kommen etwa technische Berufe mit Kontrollfunktionsaufgaben. Aber auch in der Qualitätssicherung, in der Kommunikation oder im Marketing lassen sich passende Jobs finden.

Wer nicht das Glück hat, selbstständig zu sein und seine Arbeitsbedingungen an die persönlichen Bedürfnisse anpassen zu können, sollte Arbeitgeber und Kollegen involvieren. So ist es etwa durchaus ausreichend, wenn sich der Normalsensible bemüht, die Besonderheiten des hochsensiblen Kollegen gedanklich nachzuvollziehen.

Oftmals hilft es auch, direkt zu sagen, was in dieser oder jener Situation hilfreich wäre. Auf jeden Fall sollte die Hypersensibilität ernst genommen werden. Der Betroffene weiß ganz genau, worin seine Stärken und Schwächen liegen. Kritik sollte immer konstruktiv geäußert werden. So können Betroffene das sachliche Feedback differenzieren. Dahingegen haben Menschen mit HSP eine große Abneigung gegenüber Generalisierungen.

Damit der Berufsalltag gelingt, steht sowohl der Hochsensible selbst als auch das kollegiale Umfeld in der Pflicht, sich mitzuteilen. Wer dazu bereit ist, sich ein wenig an die speziellen Bedürfnisse des Betroffenen anzupassen, erhält einen loyalen und verständnisvollen Kollegen, der ihm immer zur Seite steht.