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Wieder auf eigenen Beinen stehen – der Weg zurück ins Leben

Es gibt viele Situationen im Leben, die dich völlig aus der Bahn werfen können. Mit einem Mal gerät dein Alltag, dein gewohnter Rhythmus, aus den Fugen und du weißt nicht, wie es weiter gehen soll. Du fühlst dich schwach, Die Gründe dafür können ganz unterschiedlich sein: Arbeitslosigkeit, eine schwere Erkrankung oder die Trennung vom Partner. Wir geben dir Tipps, wie du dich aus deiner Ohnmacht befreist und dir Stück für Stück dein Leben zurückeroberst. 

Zurück in die Arbeitswelt

Seinem Beruf nicht mehr nachgehen zu können, ist eine große Belastung. Vor allem in finanzieller Hinsicht, weil das regelmäßige Einkommen fehlt, aber auch auf die Psyche kann sich eine Langzeitarbeitslosigkeit auswirken. Umso wichtiger ist es, so schnell wie möglich den Weg zurück in die Arbeitswelt zu finden.

Gründe für die Arbeitslosigkeit

Doch wie kommt es zur Arbeitslosigkeit? Dafür gibt es viele verschiedene Gründe. Einer der offensichtlichsten ist wohl, dass dich dein Arbeitgeber unerwartet entlässt.

Ganz oft sind es aber auch gesundheitliche Ursachen, die dafür sorgen, dass du deinem Beruf nicht mehr oder wenigstens eine Zeitlang nicht nachgehen kannst. Das können körperliche und geistige Beeinträchtigung sein, als Folge eines Unfalls oder einer schweren Krankheit.

Doch auch Suchterkrankungen und psychische Erkrankungen wie Depressionen, Burnout, eine Posttraumatische Belastungsstörung oder eine dissoziative Störung können die Ursache für die Arbeitslosigkeit sein.

Was tun bei Arbeitslosigkeit?

Aus welchem Grund auch immer du nicht arbeiten kannst: Fest steht, dass sich das fehlende Monatsgehalt früher oder später bemerkbar macht. Doch der Staat bietet für Geldnot in verschiedenen Lebenslagen bestimmte Unterstützungsmaßnahmen an. Alles, was du dafür tun musst, ist einen entsprechenden Antrag zu stellen. Je nachdem, weswegen du momentan oder auf Dauer nicht mehr arbeiten kannst, hast du Anspruch auf verschiedene Leistungen: Arbeitslosengeld I, Arbeitslosengeld II oder Sozialhilfe. Arbeitslosengeld I bekommst du, wenn du entlassen worden bist. Arbeitslosengeld II greift, wenn du keinen Anspruch mehr auf ALG I hast. Und Sozialhilfe erhältst du unter anderem im Falle einer psychischen Erkrankung.

In einem nächsten Schritt geht es darum, wieder arbeiten zu gehen. Gemäß dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales gilt: Wenn du aufgrund einer Erkrankung länger als sechs Wochen am Stück oder länger als sechs Wochen innerhalb eines Jahres arbeitsunfähig warst, hast du Anspruch auf ein betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM). Die dazugehörigen Maßnahmen können je nach Betrieb ganz unterschiedlich ausfallen. Sie sollen dir dabei helfen, dich nach und nach wieder in einen geregelten Arbeitsalltag einzufinden und im Job nach langer Abwesenheit wieder zurechtzukommen.

Das kann beispielsweise durch eine stufenweise Wiedereingliederung, eine Umsetzung auf einen anderen Arbeitsplatz oder eine geringere Arbeitsbelastung geschehen. Beim Wiedereinstieg in das Berufsleben kann es manchmal aber auch sinnvoll sein, eine berufliche Neuorientierung zu wagen.

Schwere Krankheiten überwinden

Ist eine Krankheit der Grund für deine Arbeitslosigkeit, liegt der Schlüssel zum beruflichen Wiedereinstieg natürlich in einer erfolgreichen Therapie. Je nach Krankheit, kommen verschiedene Therapiemöglichkeiten infrage. Ein Spezialist entscheidet darüber, was in deinem Fall am besten zu tun ist.

Grundsätzlich werden bei körperlichen Beeinträchtigungen Rehabilitationsmaßnahmen eingesetzt, die die Beweglichkeit bzw. Funktionalität deines Körpers wiederherstellen. Das kann auch bei einem entsprechenden Kuraufenthalt erfolgen. Zusätzlich oder alternativ dazu helfen Medikamente dabei, die Ursachen und Symptome zu behandeln.

Das ist auch bei psychischen Erkrankungen der Fall, wobei die Behandlung immer auch mit Maßnahmen wie der Gesprächstherapie ausgeführt wird.

Das Privatleben wieder geraderücken

Die Trennung von einem geliebten Menschen ist nicht einfach. Nach einer langjährigen Beziehung trifft es einen besonders schwer, verlassen zu werden. Wahrscheinlich wohnt ihr zusammen, habt womöglich auch ein gemeinsames Kind, ein Auto oder ein Haustier – all das gilt es zu klären. Doch auch, wenn du deinen Partner verlassen hast, musst du mit der neuen Situation zurechtkommen.

Das Leben neu sortieren

Ein weiterer wichtiger Schritt zurück in ein neues Leben ohne den Partner besteht darin, sich räumlich zu trennen. Einer von beiden muss sich so schnell wie möglich eine neue Bleibe suchen. Da sich nur selten so kurzfristig eine neue Wohnung findet, wirst du nicht umhinkönnen, dein soziales Umfeld um Hilfe zu bitten.

So kannst du eine Art Zwischenstopp einlegen, bevor es in eine neue Wohnung geht, und vorübergehend bei deinen Eltern, Geschwistern oder Freunden wohnen. Dann kannst du schnell bei deinem Ex-Partner ausziehen, ersparst dir ein weiteres Zusammenleben nach der Trennung und verschaffst dir mehr Zeit für die Wohnungssuche. Eine räumliche Trennung hilft dir auch dabei, das Ende der Beziehung besser zu verarbeiten.

Sorgerecht und Besitzansprüche klären

Wenn ihr ein gemeinsames Kind habt, aber während der Beziehung nicht verheiratet wart und auch keine gemeinsame Sorgerechtserklärung (Sorgeerklärung) abgegeben habt, hat die Mutter des Kindes das alleinige Sorgerecht. Der Vater kann beim Familiengericht beantragen, dass ihm das Sorgerecht vollständig oder teilweise übertragen wird. Dazu ist mittlerweile nicht mehr das Einverständnis der Mutter nötig. Leben die Kinder nach der Trennung bei nur einem Elternteil, muss der andere Unterhalt zahlen.

Bei Haustieren greift diese Regelung nicht. Bei einer Trennung müssen sich die Tierbesitzer (vertraglich) einigen, wer die Haustiere bekommt und ob sich beide die Kosten für Tierarzt, Verpflegung etc. teilen.

Was bei einem gemeinsamen Haushalt nach der Trennung nicht ausbleibt, ist, dass ihr den Hausrat aufteilen müsst. In einer nichtehelichen Lebensgemeinschaft darf jeder Partner die Gegenstände mitnehmen, die ihm gehören, sprich: die er alleine bezahlt und in die Beziehung mitgebracht hat.

Bei Möbeln, Haushaltsgeräten und anderen Einrichtungsgegenständen, die ihr beide gemeinsam finanziert habt, müsst ihr euch einig werden, wer was behalten darf. Als Entschädigung erhält der andere einen Geldbetrag, den ihr festlegt. Hat der andere Partner die Kindermöbel bezahlt, aber die Kinder werden zukünftig bei dir leben, kannst du die Möbel mitnehmen, wenn dein Partner sie den Kindern schenkt. Dann sind sie Eigentum deiner Kinder.

Einen neuen Freundeskreis aufbauen

Haben du und dein Ex-Partner (auch) einen gemeinsamen Freundeskreis, ist es nach der Trennung unter Umständen besser, wenn du dir einen neuen Freundeskreis aufbaust.

Zugegeben, für einen Erwachsenen ist es schon schwieriger neue Freunde zu finden als für ein Kind, weil man seltener in Situationen kommt, in denen man auf potenzielle neue Freunde trifft. Aber mit der richtigen Herangehensweise und etwas Geduld ist das gut machbar:

  • Selbst für Situationen sorgen, in denen man auf Menschen mit ähnlichen Interessen trifft (im Job, in Vereinen, bei ehrenamtlichen Tätigkeiten, bei Veranstaltungen, beim Tanzkurs, beim Sport, im Sprachkurs etc.)
  • Offen auf andere zugehen
  • Bereit dazu sein, sich auf andere einzulassen
  • Ungezwungen an die Sache herangehen
  • Sich bewusst Zeit für Freunde nehmen

Ganz wichtig: Akzeptanz und Annahme

Je nachdem, wo der Grund dafür liegt, kann es eine Zeitlang dauern, bis du wieder vollständig auf eigenen Beinen stehst und du dein Leben wieder gänzlich unter Kontrolle hast.

Die aktuelle Situation akzeptieren

Der erste Schritt dahin besteht darin, deine aktuelle Situation so zu akzeptieren, wie sie nun einmal gerade ist. Denn erst, wenn du dir im Klaren darüber bist, was sich in deinem Leben verändert und welche Auswirkungen das auf deinen gewohnten Alltag hat, kann es wieder bergauf gehen.

Setze dich mit deiner Lage auseinander und überlege dir, woran es dir aktuell fehlt. Dann schaust du, welche Mängel du am dringendsten beseitigen musst und arbeitest Schritt für Schritt deine Liste ab. Das wird unter Umständen einige Zeit, vielleicht sogar Jahre dauern, bis du dich wieder zurückgekämpft hast – doch du wirst es schaffen, wenn auch mit Unterstützung.

Unterstützung von anderen annehmen

Ein Job, eine eigene Wohnung, eigenständig den Alltag bestreiten: so sieht für uns ein unabhängiges, ein normales Leben aus. Durch Krankheiten oder andere Ursachen kann es aber sein, dass eine oder auch gleich mehrere dieser Konstanten plötzlich wegfallen und wir auf andere angewiesen sind. Sei es, weil wir finanzielle Unterstützung, ein Dach über dem Kopf oder anderweitig Hilfe benötigen.

Es mag anfangs nicht leicht sein, diese Unterstützung in Anspruch zu nehmen, doch sich helfen zu lassen – in welcher Form auch immer – ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zurück in dein gewohntes Leben.

 

 

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Haben wir nicht alle immer wieder einen intensiven Dialog mit unserem lieb gewonnenen inneren Schweinehund? Ich müsste... ich sollte... Gesünder essen, Sport treiben und noch vieles mehr.

Niemand muss, niemand müsste. Aber jeder könnte, wenn er will und bereit ist, seine Komfortzone zu verlassen.

Klar, dann wird der liebe Schweinehund meckern, denn er will alles zu behalten, wie es ist.

Aber wie wäre dein Leben, wenn du mehr auf dich selbst hörst, anstatt auf all das, was dich scheinbar einschränkt, Rücksicht zu nehmen? Wage doch mal dieses Gedankenspiel. Spielen macht Spaß.

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